Zum Hauptinhalt springen
Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!
Die ADAC Carculture im Motorworld Village Metzingen
Mai 18, 2026

Oldtimer im Zentrum des Geschehens

Die ADAC Carculture brachte die Begeisterung für klassische Fahrzeuge ins Motorworld Village Metzingen Großer Jubel bei der Zieleinfahrt…
Juni 23, 2026

Don Toliver kündigt Nitrous an

Neue Termine für Octane World Tour in Nordamerika, Europa und UK nach überwältigender Fan-Nachfrage und einer ausverkauften ersten…
Mai 22, 2026

Willkommen auf der neuen FCS-Homepage

Der FC Schaffhausen freut sich, seine neue Homepage präsentieren zu dürfen. Modern, schlicht, übersichtlich und selbstverständlich in…
Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen
Vertikale Photovoltaikanlage am Parkplatz des Landratsamtes Calw ©Sandra Hinke, Landratsamt Calw
  • 22. Juli 2026

Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen

Von Axel Vartmann | PR-Agentur Solar Consulting GmbH

Ein Förderprojekt des Landes unterstützt sie dabei mit insgesamt bis zu 11,5 Millionen Euro

2040 ist das Zieljahr. Bis dahin müssen Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg klimaneutral sein. Manche Kommunen im Südwesten möchten dieses Ziel sogar noch früher erreichen. Die Städte Freiburg im Breisgau und Ludwigsburg sowie der Landkreis Calw und die Gemeinde Denzlingen machen Tempo beim Klimaschutz und planen, bereits 2035 treibhausgasneutral zu sein. Sie werden dabei vom Umweltministerium Baden-Württemberg mit insgesamt bis zu 11,5 Millionen Euro unterstützt. Nun biegen die vier Kommunen im Förderprojekt „Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035“ auf die Zielgerade ein. Sie haben mehr als 60 verschiedene Aktivitäten geplant oder sogar schon durchgeführt. Aktuell werden unter anderem eine kommunal organisierte Bündelungsaktion von Wärmepumpen, Sanierungssprints, ein Konzept für private Wallboxen zum Mitnutzen, Muster-Sanierungssteckbriefe für Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden und die temporäre Umwandlung einer Straße in eine Fußgängerzone umgesetzt. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) koordiniert das Förderprojekt in Kooperation mit dem Projektträger Karlsruhe (PTKA), der die fördertechnische Abwicklung verantwortet. Es läuft noch bis Februar 2027. Am 22. Juli 2026 trafen sich die beteiligten Kommunen mit dem Umwelt- und dem Verkehrsministerium sowie Verbänden zum Austausch in Ludwigsburg.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hatte im Jahr 2023 gemeinsam mit einer Fachjury Freiburg im Breisgau, Ludwigsburg, den Landkreis Calw sowie Denzlingen als Sieger eines Wettbewerbs ausgewählt. Ziel ist es, die vier Kommunen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität bis 2035 zu begleiten. Zweieinhalb Jahre nach dem Start zeigt sich, dass die bereitgestellten Mittel zahlreiche Projekte ermöglicht haben. Die Kommunen nehmen den Schwung aus dem Landesförderprojekt auf ihrem weiteren Weg mit. Einige neue Projekte im Überblick:

Freiburg: Solarsommer, Klimaquartier und Energieeffizienz von Gebäuden

Im Mittelpunkt der Kommune mit 230.000 Köpfen steht in diesem Jahr der „Solarsommer 2026 in Freiburg“: Eine Solarmobil-Initiative, Fortbildungen für Lehrkräfte, Projekte für Lernende und Mitmachangebote für Erwachsene und Jugendliche sollen die Solarenergie noch breiter in der Stadt verankern. Ob Beratung zu Photovoltaik, Solarautos im Schulprojekt oder DIY-Workshops für Balkonkraftwerke: Die Aktionen informieren, aktivieren und machen die Vielfalt der Solarenergie erlebbar.

Die Stadt erhält für ihre Projekte insgesamt bis zu vier Millionen Euro Fördermittel durch das Umweltministerium und plant zudem, ein bestehendes Stadtquartier im Stadtteil Zähringen zu einem Klimaquartier weiterzuentwickeln. Dabei setzen die Verantwortlichen auf Beteiligung, Information und Mitmachangebote. In Workshops haben sich bereits Aktionsgruppen gebildet, zusätzlich gibt es Beratungen, Kleidertauschpartys, Sanierungsbesichtigungen und weitere Aktionen, die den Klimaschutz im Alltag sichtbarer machen. Auch stadtweit engagierte Klima-Aktive werden durch Vernetzung, Fortbildungen und öffentliche Anerkennung gestärkt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energieeffizienz von Gebäuden. Um die Sanierungsquote in Freiburg bis 2035 deutlich zu erhöhen, sind unter anderem Sanierungssprints, Muster-Sanierungssteckbriefe für verschiedene Gebäudetypen und Informationsmaterialien für Eigentümerinnen und Eigentümer geplant. Ein neues Berechnungs‑Tool bilanziert Treibhausgasemissionen in neuen Baugebieten unter Berücksichtigung der wesentlichen Emissionsquellen, von der Erschließung, Hochbau, Betrieb (Wärme- und Strombedarf sowie Verkehr) bis zum Rückbau. Das Tool „KliBERT“ steht interessierten Kommunen auf Anfrage zur Verfügung.

Ludwigsburg: Wärmepumpen gebündelt bestellen, Sanierungssprint und Batteriespeicher

Etwas besonders Interessantes hat sich Ludwigsburg einfallen lassen: In der Kommune mit rund 93.000 Einwohnerinnen und Einwohnern läuft derzeit eine Wärmepumpen-Bündelungsaktion. Mit ihr möchte die Stadt Eigentümerinnen und Eigentümern den Umstieg weg von fossilen Heizungen erleichtern. Der Vorteil der Bündelung: Über die kommunal organisierte Bündelung sollen der Aufwand für die Haushalte sinken, Abläufe vereinfacht und beschleunigt, Fachbetriebe qualifiziert ausgewählt und mögliche Kostenvorteile für die Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer erschlossen werden. Aktuell haben sich bereits über 200 Interessierte für die Aktion angemeldet.

Ein weiteres Highlight ist der Sanierungssprint, bei dem Fachleute koordiniert von einem Sanierungscoach Wohngebäude in nur 22 Werktagen energetisch sanieren. Die Stadt unterstützt ausgewählte Projekte dabei mit bis zu 25.000 Euro aus Mitteln des Landeswettbewerbs. Ziel ist, Eigentümerinnen und Eigentümern zu zeigen, dass energetische Sanierungen nicht zwangsläufig langwierig und kompliziert sein müssen. Durch die enge Koordination der Gewerke, feste Abläufe und eine verlässliche Begleitung vor Ort werden Hemmnisse abgebaut und Sanierungen schneller in die Umsetzung gebracht. Der erste Sanierungssprint in Ludwigsburg ist Ende Juni gestartet.

Auch bei der Solarenergie setzt Ludwigsburg auf konkrete Lösungen. Im April hat die Stadt rund um das Areal der Hauptfeuerwache ihren bislang größten Photovoltaikanlagen-Komplex in Betrieb genommen. Die drei Anlagen zusammen haben eine installierte Leistung von 295 Kilowatt. Sie bestehen aus 659 Modulen, die pro Jahr etwa 300.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Genug, um rund 80 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Nun soll dort auch ein Batteriespeicher bestehend aus vier Batterietürmen mit einer maximalen Lade- und Entladeleistung von 80 Kilowatt in Betrieb gehen. Für ihre Projekte erhält die Kommune bis zu zwei Millionen Euro Fördermittel durch das Umweltministerium.

Landkreis Calw: Solaranlagen, private Wallboxen und Füllstand der Glascontainer checken

Der Landkreis Calw umfasst 25 Städte und Gemeinden. Im Rahmen eines eigens mit Fördermitteln des Landes eingerichteten Innovationsfonds unterstützt er inzwischen 34 Klimaschutzprojekte in seinen Kommunen. Die Förderung über den Innovationsfonds beträgt insgesamt 1,7 Millionen Euro. Insgesamt erhält der Kreis bis zu fünf Millionen Euro Fördermittel durch das Umweltministerium. In der jüngsten Runde sind im Freibad Bad Liebenzell gleich drei Maßnahmen in der Umsetzung: Hinter der neuen Photovoltaikanlage auf dem Flachdach lässt die Kommune reflektierende Spiegelfolien anbringen, um den Lichteintrag auf die Module zu erhöhen und damit den Stromertrag zu steigern – ein Ansatz mit Modellcharakter auch für andere kommunale Gebäude. Zudem haben Fachleute eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung des Schwimmerbeckens eingebaut, die konventionelle Energieträger ersetzt. Beim Kleinkinderbecken sorgt ein neuer, energieeffizienter Wärmetauscher dafür, Wärmeverluste zu minimieren und den Energieverbrauch weiter zu senken.

Auch das Landratsamt geht voran: Auf dem Parkplatz des Amts entsteht derzeit eine vertikale Photovoltaikanlage. Die senkrecht stehenden Module haben eine installierte Leistung von 150 Kilowatt. Der Bau der vertikalen Photovoltaikanlage soll im Herbst 2026 abgeschlossen sein und mit den weiteren zusätzlich installierten PV-Dachflächen in Betrieb gehen. Die Anlage ist Teil eines größeren Konzepts zur Ausweitung der Eigenstromversorgung. Der Landkreis will seinen Solarstrom künftig standortübergreifend in kreiseigenen Liegenschaften nutzen. Ergänzend werden Batteriespeicher realisiert, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und Netzrückspeisungen möglichst gering zu halten.

Parallel dazu lässt das Landratsamt eine Studie zur öffentlichen Nutzung privater Wallboxen als möglicher Teil der Ladeinfrastruktur erstellen. Ziel ist ein Modell, mit dem Ladepunkte etwa in der direkten Nachbarschaft gemeinsam genutzt werden können, um vorhandene Potenziale im ländlich geprägten Kreis besser auszuschöpfen. Die Untersuchung soll nicht nur technische Fragen wie Stromerzeugung, Speicherpotenziale, Ladegeschwindigkeiten und Belegungsdauern klären, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen bis November 2026 in ein umsetzbares Konzept überführen.

Im Landkreis statten Fachleute zudem alle 194 Glascontainer mit Füllstandssensoren aus. Damit können die Kommunen ihre Befüllung künftig aus der Ferne auslesen. Das wird unnötige Leerfahrten über das 650 Kilometer lange Straßennetz deutlich reduzieren und die damit verbundenen Emissionen spürbar senken.

Denzlingen: Temporäre Fußgängerzone, Mobilitätswende und mehr Nahwärme

Die Gemeinde Denzlingen nördlich von Freiburg mit ihren 14.000 Einwohnerinnen und Einwohnern erhält bis zu 500.000 Euro Fördermittel und setzt auf Verkehrsberuhigung. Der Ort testet vom 18. September bis 14. Dezember 2026 eine temporäre Fußgängerzone in der zentralen Rosenstraße, die die Ortsmitte attraktiver, sicherer und stärker als Treffpunkt erlebbar machen soll. Hierzu sperrt die Gemeinde die Rosenstraße für den motorisierten Individualverkehr. Sitzgelegenheiten, Pflanzkübel, kulturelle Veranstaltungen, Mitmachaktionen und Experimente sind geplant. Ein Monitoring ist vorgesehen: Die Gemeinde will mit Verkehrszählungen und einer Bürgerbefragung Erkenntnisse für die künftige Entwicklung ihrer Ortsmitte gewinnen.

Auch bei der Mobilität setzt Denzlingen auf neue Ansätze: Die Carsharing-Station am Park+Ride wurde elektrifiziert, seit Juli 2025 stehen dort zwei vollelektrische Pkw bereit. Ergänzt wird dies durch AndersMobil, ein Projekt, bei dem fünf Haushalte im Sommer und Herbst 2025 einen Monat lang auf ihr eigenes Auto verzichteten und stattdessen Carsharing, ÖPNV, Lastenrad und Fahrradangebote testeten. Ihre Erfahrungsberichte sollen Hinweise darauf geben, wie die Kommune sich hier besser aufstellen kann.

Beim Nahwärmenetz in Denzlingen gibt es weitere Fortschritte: Im Januar 2026 wurde eine Wärmegesellschaft gegründet, getragen von der Gemeinde und der lokalen BürgerEnergiegenossenschaft (DEnG). Bürgerinnen und Bürger können sich finanziell beteiligen.

Das geplante Kernnetz versorgt zentrale Liegenschaften wie den Schulcampus, das Kultur- und Bürgerhaus sowie die Neubaugebiete „Käppelematten“ und „Unter’m Heidach“. Eine Machbarkeitsstudie prüft zudem die Einbindung der Bestandsgebiete Grüner Weg, Seidenfäden und des Schwimmbads. Für das etwa drei Hektar große Areal „Weihermatten“ wird untersucht, ob erneuerbare Energien wie Photovoltaik oder Solarthermie die Effizienz steigern oder eine dezentrale Stromerzeugung sinnvoll ist.

Mit Förderung schneller zur Klimaneutralität – Vorbild für andere Kommunen

Die vier Kommunen demonstrieren im Rahmen des Förderprojekts unterschiedliche Wege zum Ziel der Klimaneutralität. Damit andere von den Ergebnissen profitieren können, achtete das Umweltministerium als Geldgeber darauf, Konzepte von Kommunen verschiedener Größe auszuwählen. So lassen sich die Erfahrungen und Erfolge von Freiburg, Ludwigsburg, dem Landkreis Calw und Denzlingen übertragen und können als Inspiration dienen.

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) koordiniert das Förderprojekt, der Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut die fördertechnische Abwicklung. Weitere Informationen zum Vorhaben „Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035“ und Porträts der vier Kommunen und ihren Klimaschutzaktivitäten gibt es unter:

www.kea-bw.de/kommunaler-klimaschutz/angebote/kommunenwettbewerb

Ansprechpartnerin bei der KEA-BW für das Förderprojekt „Auf dem Weg zur Klimaneutralität 2035“ ist Lisa Schmieder, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Über die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW)

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) ist die zentrale Kompetenzstelle des Landes für Klimaschutz und Energiewende auf kommunaler Ebene. Sie unterstützt Kommunen sowie weitere Akteurinnen und Akteure dabei, ihren Energieverbrauch zu senken, erneuerbare Energien auszubauen und nachhaltige Lösungen für Wärme, Mobilität sowie den Schutz von Gewässern und Böden umzusetzen.

Als Landesenergieagentur berät die KEA-BW Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Partner zu Fragen der Energieeffizienz, der kommunalen Wärmeplanung und der nachhaltigen Mobilität. Darüber hinaus unterstützt sie Energieversorger, Netzbetreiber sowie Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer beim Ausbau der erneuerbaren Energien – insbesondere von Windenergie und Photovoltaik.

Im Auftrag der Landesregierung entwickelt die KEA-BW zudem Programme, Projekte und Informationsangebote für Kommunen und begleitet deren Umsetzung. Um möglichst viele Städte, Gemeinden und Landkreise zu erreichen, arbeitet sie eng mit den regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Baden-Württemberg zusammen.

Die KEA-BW wurde 1994 gegründet und ist seit 2017 eine hundertprozentige Tochter des Landes Baden-Württemberg. An den Standorten Karlsruhe und Stuttgart arbeiten heute über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.kea-bw.de


Ressort: Energie und Umwelt

Weitere Nachrichten