- 15. Oktober 2008
Anti-Rezessionsprogramme fehl am Platz!
Zum Herbstgutachten der Forschungsinstitute erklärt DIHK- Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben:
Die Auswirkungen der internationalen Bankenkrise treffen Deutschland weniger stark als andere Industrieländer. Hauptgrund hierfür ist die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen und die Ausrichtung unserer Kreditinstitute auf das traditionelle Bankengeschäft - wie auch die Institute zu recht feststellen. Folglich sind die Rezessionsgefahren hierzulande gering. Anti-Rezessionsprogramme lehnen wir ab. Sie sind teuer und bringen nichts.
Wichtig ist es jetzt, die Reformagenda Deutschlands konsequent abzuarbeiten. Die Unternehmen brauchen eine investitionsfreundliche Erbschaftsteuerreform sowie ein tragfähiges zukunftsweisendes Energiekonzept, das Energie bezahlbar und sicher macht. Zudem muss die Unternehmenssteuerreform nachgebessert werden. Innovationsbremsen wie die Besteuerung von Funktionsverlagerungen oder die steuerliche Hinzurechnung von Finanzierungskosten und die Hinzurechnung bei der Gewerbesteuer, müssen abgeschafft werden.
Ebenso wie die Institute unterstützt der DIHK das Rettungspaket der Bundesregierung als notwendige Maßnahme, um die Finanzmarktstabilität in Deutschland wiederherzustellen. Der internationale Schulterschluss ist dabei ebenfalls ein wichtiges Signal, um die weltweite Vertrauenskrise zu beenden. Bislang sind wir in Deutschland aber noch jenseits einer Kreditklemme. Die Unternehmen erhalten Fremdkapital, auch wenn sich die Konditionen teilweise verschlechtert haben.