Zum Hauptinhalt springen
Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!
Wieder einmal teurer als angekündigt
Das liebe Geld ©Gerald Kaufmann
  • 01. Januar 2026

Wieder einmal teurer als angekündigt

Von Kassensuche GmbH

Die Zusatzbeiträge der deutschen gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2026 sind jetzt bekannt. Und sie sind bei vielen Kassen wieder einmal deutlich gestiegen – ganz anders als von Gesundheitsministerin Nina Warken versprochen.

Seit Wochen ist klar, dass die vollmundigen Ankündigungen der Gesundheitsministerin von stabilen Beiträgen Makulatur sein würden. Um den Chef der Techniker Krankenkasse Dr. Jens Baas zu zitieren: „Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der ja bei 2,9 stabil sein sollte, hat die 3-Prozent-Markt bereits jetzt überschritten. Das ist das Ärgerliche an der Realität: Man kann sie leugnen, aber sie wird dadurch nicht verändert. Nun habe ich keine hellseherischen Fähigkeiten, aber ich kann rechnen!“

30 Millionen Versicherte von Erhöhungen betroffen

„Wer wie Jens Baas rechnen kann und die Realitäten der Branche kennt, dem war diese Entwicklung absolut klar“, kommentiert Thomas Adolph, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de. „Schade, dass von unserer Gesundheitsministerin Nina Warken Hoffnungen geweckt wurden, die nun bei mehr als 30 Millionen Versicherten zerplatzt sind – so viele sind nämlich von Beitragserhöhungen betroffen. Dies zerstört das Vertrauen in die Sozialsysteme und die Politik noch weiter und war absolut unnötig!“

Schon die große Erhöhungswelle im Januar 2025 hatte gezeigt, dass die Prognosen des sogenannten Schätzerkreises des Bundesgesundheitsministeriums das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Und dann haben nochmal 20 von 93 Krankenkassen (ohne die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, die ein Sonderfall ist) ihre Beiträge zusätzlich auch noch unterjährig erhöht. Der Schätzerkreis hatte dann im Oktober seine Prognose für 2026 auf etwa das zu diesem Zeitpunkt tatsächlich vorliegende Niveau angehoben – aber leider den weiteren Finanzbedarf durch steigende Kosten und die Notwendigkeit der Reserveauffüllung nicht ausreichend berücksichtigt. „So zeigt sich in diesen Tagen deutlich: Lediglich eine einzige Kasse verlangt genau die geschätzten 2,9 Prozent als Zusatzbeitrag, 71 Krankenkassen aber teils deutlich mehr – nämlich bis zu 4,39 Prozent!“, weiß Thomas Adolph.

Die Analysen des Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de zeigen, dass gerade einmal 20 der ab Januar diesen Jahres noch 92 Gesetzlichen Krankenkassen (nach Fusion der BKK Rieker.RICOSTA.Weisser auf die SBK Siemens-BKK und ohne Landwirtschaftliche Sozialversicherung) unter dem berechneten Wert liegen. 

Günstiger wurde es bei nur 2 Kassen, teurer aber bei 44 gesetzlichen Krankenkassen

Deshalb hier noch einmal die Fakten: Ab Januar 2026 gibt es in Deutschland 92 Gesetzliche Krankenkassen ohne die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Von diesen 92 Kassen haben

  • 44 Krankenkassen ihre Beiträge erhöht,
  • 46 Krankenkassen ihren Beitrag unverändert gehalten, wobei einige davon in den letzten Monaten bereits erhöht haben,
  • 2 Krankenkassen ihren Beitrag gesenkt.    

Dabei haben

  • 21 Krankenkassen um maximal 0,4-Prozent-Punkte erhöht, was der Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags entspricht.
  • 21 Krankenkassen über 0,4 bis maximal einen Prozentpunkt erhöht.
  • nur 2 Kassen um mehr als einen Prozentpunkt erhöht, was erheblich weniger GKKs sind, als letztes Jahr.

Den höchsten Beitrag zahlt man nun bei der BKK24 mit 4,39 Prozent Zusatzbeitrag, den geringsten bei der bundesweit geöffneten BKK firmus mit 2,18 Prozent Zusatzbeitrag.

Grafik: Verteilung der Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen in 2026. 

Grafik: Entwicklung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags der gesetzlichen Krankenkassen in den letzten Jahren.
   


Hier ist man ab Januar 2026 am günstigsten krankenversichert

Bundesweit (also in allen Bundesländern für alle Personen) geöffnete Krankenkassen:

  • BKK firmus mit 2,18 Prozenzt Zusatzbeitrag
  • TUI BKK mit 2,50 Prozent Zusatzbeitrag
  • hkk Krankenkasse mit 2,59 Prozent Zusatzbeitrag
  • Audi BKK mit 2,60 Prozent Zusatzbeitrag
  • TK - Techniker Krankenkasse mit 2,69 Prozent Zusatzbeitrag

Regional (also nur in bestimmten Bundesländern für alle Personen) geöffnete Krankenkassen:

  • AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (nur für Rheinland-Pfalz und das Saarland) mit 2,47 Prozent  Zusatzbeitrag
  • BKK Faber-Castell & Partner (nur für Bayern) mit 2,48 Prozent Zusatzbeitrag
  • BKK Public (nur für Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) mit 2,50 Prozent Zusatzbeitrag
  • AOK Bayern (nur für Bayern) mit 2,69 Prozent Zusatzbeitrag
  • BKK Pfaff (nur für Rheinland-Pfalz) mit 2,78 ProzentZusatzbeitrag
      


Hier wurde am stärksten erhöht

Die stärksten Beitragserhöhungen haben

  • die betriebsbezogene BKK EWE von bisher 1,98 Prozent auf 3,19 Prozent Zusatzbeitrag (+1,21 Prozentpunkte),
  • die regional geöffnete BKK exklusiv (nur für Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) von bisher 2,39 Prozent auf 3,49 Prozent Zusatzbeitrag (+1,10 Prozentpunkte) und
  • die bundesweit geöffnete energie-BKK von bisher 2,98 Prozent auf 3,98 Prozent Zusatzbeitrag (+1,00 Prozentpunkte).

Am teuersten ist es nun bei

  • der bundesweit geöffneten BKK24 mit 4,39 Prozent Zusatzbeitrag (keine Erhöhung),
  • der regional geöffneten BKK Herkules (nur für Bayern, Hessen, Niedersachsen) mit 4,38 Prozent Zusatzbeitrag (keine Erhöhung),
  • der regional geöffneten BKK Werra-Meissner (nur für Bayern, Hessen) mit 4,35 Prozent Zusatzbeitrag (+0,96 Prozentpunkte) und
  • der regional geöffneten IKK Brandenburg und Berlin (nur für Berlin, Brandenburg) mit 4,35 Prozent Zusatzbeitrag (keine Erhöhung).  

Nur eine Fusion

Mit dem Ende des Jahres 2025 verschwindet nur eine einzige Krankenkasse durch Fusion: Die regional geöffnete „BKK Voralb HELLER*INDEX*LEUZE“ geht in der bundesweit geöffneten „SBK Siemens-BKK“ auf. Für die Mitglieder der fusionierten BKK bedeutet das eine Beitragssenkung um 0,1 Prozentpunkte.

Grafik: Übersicht zur Entwicklung der Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland seit 1995.

    

Wir über uns:

Um sich im Dickicht aus Gesetzesparagraphen, freiwilligen Mehr- und Zusatzleistungen, Satzungsregelungen und vertraglichen Vereinbarungen zurecht zu finden, verschafft www.gesetzlichekrankenkassen.de den mehr als 70 Millionen Versicherten in Deutschland einen Überblick und gibt Entscheidungshilfen für die Wahl der passenden Krankenkasse.

1999 startete unser Dienst, der schon im Jahr 2000 neben dem Beitragsvergleich um einen Leistungsvergleich ergänzt wurde. Dieser konzentriert sich bis heute auf Mehrleistungen, denn rund 96% der Kassenleistungen sind vom Gesetzgeber festgelegt. Mit der interaktiven Kassensuche können Nutzer deshalb genau die ihren Anforderungen entsprechende Krankenkasse finden. Zahlreiche Hintergrundinformationen ergänzen das kostenfreie Angebot.


Ressort: Politik

Weitere Nachrichten


BikiniARTmuseum legt Widerspruch ein

Nov. 10, 2025
Prinzessin Leia-Bikinis
„Die Welt geht Baden“ ist eine Bereicherung für Usedom Das BikiniARTmuseum beabsichtigt, in den Kaiserbädern in Usedom eine große und bislang nirgendwo dagewesene Ausstellung über die weltweite…