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Erste vollautomatische Kennzeichenproduktion der Welt

Toennjes E.A.S.T.  Erste vollautomatische Kennzeichenproduktion der Welt (c) SasinTipchai - Shutterstock

Italienischer Staat setzt auf deutsche Technologie aus Niedersachsen

Delmenhorst / Rom, November 2017. Die staatliche Druckerei Italiens, das Instituto Poligrafico e Zecca dello Stato (IPZS), hat das Delmenhorster Unternehmen Tönnjes E.A.S.T. beauftragt, die erste vollautomatische Kfz-Kennzeichenproduktion der Welt zu bauen. An dem neuen Standort in der Nähe von Turin werden ab Ende 2018 rund sechs Millionen Nummernschilder pro Jahr gefertigt. „Es entsteht ein High-Tech-Werk“, erklärt Holger Lang, Geschäftsführer von Tönnjes E.A.S.T. und ergänzt: „Das Besondere liegt in der komplexen, automatischen Verkettung aller Arbeitsprozesse — Stichwort Industrie 4.0.“ In Italien ist der Druck aller Sicherheitsdokumente, wie Reisepässe, Nummernschilder, Banknoten oder Führerscheine, zentralisiert und in staatlicher Hand – das ist einzigartig in der Europäischen Union. Das IPZS mit Hauptsitz in Rom gehört zu 100 Prozent dem italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen.

Menschen wird man in der neuen Fabrik kaum finden, stattdessen ein taktisches Zusammenspiel aus Maschinen, Logistik und Software – die hochmoderne Kfz-Kennzeichenproduktion ist das neue Aushängeschild der Delmenhorster. „Alle Komponenten, die in Italien zum Einsatz kommen werden, entstammen unserem Portfolio für Maschinen zur Fertigung von Nummernschildern. Zum ersten Mal werden sie aber alle digital miteinander verbunden“, erklärt Lang. Aufteilen lässt sich das Endergebnis in drei Arbeitsmodule. Zunächst werden die Kennzeichen zugeschnitten, anschließend prägen Roboter ihre Alphanumerik. Zum Schluss führen weitere Roboter die Schilderpaare zusammen, schweißen sie ein und verpacken sie. Die Digitalisierung der Prozesse erlaubt dem Betriebsleiter, sich stets in Echtzeit über den aktuellen Produktionsstatus zu informieren.

An den italienischen Kennzeichen selbst ändert sich nichts. „Wir gewährleisten immer, dass die vom Staat vorgegebene Norm eingehalten wird“, betont Lang. Eingebaute Qualitätskontrollen sortieren fehlerhafte Teile direkt aus. „Jedes Schild erhält während der Fertigung eine eigene Identifikationsnummer. Damit können die Behörden selbst später, wenn es längst auf der Straße unterwegs ist, nachverfolgen, wann es welchen Produktionsschritt durchlaufen hat“, erläutert er. Das schütze vor Manipulation. Ausgeschrieben hatte das polygrafische Institut den Auftrag mit einem Budget von neun Millionen Euro bereits 2016. Nach einer umfangreichen Bewerbung und regelmäßigen Gesprächen vor Ort, unterzeichneten im Oktober beide Seiten die Verträge. „Wir freuen uns mit Tönnjes E.A.S.T. einen innovativen Partner mit langjähriger Erfahrung und aktuellem, technischen Know-how gefunden zu haben“, betont Ivo Planeta, Technischer Leiter des IPZS.

 

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