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Entscheidung die Freie Waldorfschule in Dachsberg zu schließen
Irgendwas ©Gerald Kaufmann
  • 02. Juli 2026

Entscheidung die Freie Waldorfschule in Dachsberg zu schließen

Von Leserbrief

Offener Brief:

Im Jahr 2020 sind wir von Barcelona nach Deutschland gezogen, um unserer damals viereinhalbjährigen Tochter eine Waldorfpädagogik zu ermöglichen.

Schon lange bevor wir nach Deutschland gezogen sind, hatten wir alle Waldorfschulen im Süden des Landes besucht. Immer wenn wir ein paar Tage Urlaub hatten, flogen wir nach Deutschland – unser Urlaub bestand eigentlich immer darin, Waldorfschulen zu besichtigen. An einem Sonntag im Winter 2017, mitten in einem gewaltigen Schneesturm und kurz bevor wir zum Flughafen aufbrechen mussten, kamen wir nach Urberg. Als wir an der Schule ankamen, standen wir im Schnee fast bis zu den Knien.

Der Vater meiner Tochter sagte nur einen Satz: „Hier. Genau hier soll unsere Tochter zur Schule gehen.“ Natürlich fand ich sofort viele Gegenargumente. Hier oben? Am Ende der Welt? Wovon sollen wir leben? Wo sollen wir hier Arbeit finden – mitten im Nirgendwo? Nach unserem Umzug 2020 lebten wir zunächst im Markgräflerland. Unsere Tochter besuchte einen wunderbaren Waldorfkindergarten in Buggingen und wurde für das Schuljahr 2022 an der Waldorfschule in Müllheim angemeldet. Doch der Ruf von Dachsberg blieb.

Als wir uns schließlich entschieden, nach Dachsberg zu ziehen, war dies das Ergebnis einer intensiven und bewussten Auseinandersetzung. Entgegen aller Erwartungen fügte sich vieles auf erstaunliche Weise. Es war, als hätte das Leben längst gewusst, dass es genau so kommen sollte. Wieder setzten wir vieles in Bewegung – und es fügte sich erneut. Im September 2022 begann unsere Tochter ihre Schulzeit in Dachsberg. Sie ist eine sensible, strukturierte, sehr verantwortungsbewusste und kluge Schülerin. In dieser naturnahen Umgebung hat sie sich außergewöhnlich gut entwickelt. Lernen ist hier mit Natur, Handwerk und Gemeinschaft verbunden – und sie ist sichtbar aufgeblüht. Im November 2024 starb ihr Vater völlig unerwartet. Es war selbstverständlich ein unfassbar harter Schicksalsschlag.

Viele Menschen gingen davon aus, dass wir nun in unsere Heimat zurückkehren würden. Dort leben unsere Familie und unsere Freunde. Dort wäre vieles einfacher und leichter zu bewältigen. Aber nein. Unser Platz ist hier. Ihr Vater hat es 2017 sofort erkannt. Ich habe etwas länger gebraucht. Und ich kann und möchte mir nicht vorstellen, irgendwo anders als hier zu leben. Nun jedoch hat das Regierungspräsidium das Vertrauen in die langfristige Zukunft der Schule verloren. Natürlich gibt es Herausforderungen – wie überall. Aber diese Schule ist für viele Kinder ein stabiler und guter Lernort.

Wie stellt sich das Regierungspräsidium vor, dass wir unser Recht auf freie Schulwahl tatsächlich wahrnehmen können, wenn die einzige Schule, mit der wir uns in besonderer Weise verbunden fühlen, geschlossen würde?

Ich möchte keine andere Schule für meine Tochter. Ich möchte keinen Plan B. Dieser Ort ist unser Ort. Diese Schule ist unsere Schule.


Ressort: Hochrhein

Kommentare

Der Außerhotze
0
Der Außerhotze
1 woche vor
Den Hotzen und Salpeterern die Waldorfschule wegzunehmen ist an Grausamkeit nicht zu überbieten.
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