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Cholesterin senken ohne Tabletten: Äpfel sind das neue "Superfood"

Apfel ©Adobe Stock

Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: Ein zu hoher Cholesterinspiegel in jungen Jahren vergrößert noch nach Jahrzehnten die Gefahr, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. In Äpfeln enthaltene Pektine haben die Fähigkeit, Blutfettwerte dauerhaft um bis zu ein Viertel zu reduzieren.

Regensburg  - Erhöhte Blutfettwerte sind eine Volkskrankheit in Deutschland: Mehr als zwei Drittel leben mit einem zu hohen Cholesterinspiegel. Bei jedem dritten Bundesbürger sind die Werte sogar deutlich zu hoch. Erhöht heißt, dass sich zu viel von dem "schlechten" LDL-Cholesterin im Blut befindet. Das kann zu dramatischen Folgen führen: In Blutgefäßen können sich Ablagerungen bilden. Diese behindern den Blutfluss und können ihn sogar vollständig zum Erliegen bringen. Die Verkalkung der Arterien erhöht so das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle - in der westlichen Welt immer noch Todesursache Nummer 1. Mehrere Studien haben inzwischen nachgewiesen, dass sich die Cholesterinwerte auf Dauer auf natürliche Weise senken lassen - mit der Kraft des Apfels und der darin enthaltenen Pektine.

Wie sehr und vor allem wie langfristig zu hohe Cholesterinwerte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen, zeigten vor kurzem Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Eine der Kernaussagen der Studie: Heutiges Handeln beeinflusst die Gefahr von Herzinfarkten oder Schlaganfällen noch in Jahrzehnten. In einem Interview mit der "Welt" nannte der Betreuer der in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie, Professor Stefan Blankenberg, ein Beispiel: Er vergleicht zwei Männer im Alter von unter 45 Jahren, der eine mit niedrigen Cholesterinwerten und ohne oder nur einem weiteren Risikofaktor wie Übergewicht oder Rauchen, der andere mit erhöhten Blutfettwerten und wenigstens zwei zusätzlichen Negativfaktoren.

Die Ergebnisse sind verblüffend: Die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung bis zum 75. Lebensjahr ist bei dem Mann mit hohem Cholesterinspiegel fast vier Mal höher (43 Prozent statt 12 Prozent). Deshalb plädieren Mediziner wie Professor Blankenberg dafür, sich bereits in jungen Jahren um das Thema Cholesterin zu kümmern: "Wenn jemand mit 50 zum Hausarzt geht und mit 60 anfängt, sein Cholesterin zu senken, dann wissen wir jetzt, dass das zu spät ist", sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Betreuer der Studie in dem Interview mit der "Welt". Cholesterinsenkende Medikamente haben vielen Nebenwirkungen

Etwa fünf Millionen Deutsche nehmen heute so genannte Statine ein. Diese Medikamente drücken den Cholesterinspiegel. Die Statine enthalten Enzyme, die die Produktion von Cholesterin hemmen. Allerdings haben diese Arzneien zahlreiche Nebenwirkungen: Statine können unter anderem Muskelschmerzen und Muskelschwäche verursachen, den Blutzuckerwert erhöhen und damit das Diabetesrisiko steigern. Zudem können die Cholesterinsenker die Leber schädigen, Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen oder auch zu Erkrankungen der Augen führen.

Das "gesunde Geheimnis" der Pektine


Millionen Deutsche könnten künftig auf die Einnahme von Medikamenten gegen erhöhte Blutfettwerte verzichten, wenn sie auf die natürliche Kraft von Pektinen vertrauen. Zu diesem Ergebnis kommen mehrere Studien, die die Wirkung dieser löslichen Ballaststoffe auf den menschlichen Organismus untersuchten. Durch Apfelpektin lassen sich Cholesterinwerte dauerhaft um etwa ein Viertel senken. Pektine sind unverdauliche Fasern und Gerüststoffe von Pflanzen. Sie dienen im menschlichen Organismus als Ballaststoffe. In ihrer Reinform sind Pektine ein Pulver, das in einem komplexen Verfahren unter anderem aus dem Trester von Äpfeln gewonnen wird. Pektine finden beispielsweise als Gelier- und Bindemittel in Marmeladen oder im Puddingpulver Einsatz.  

Im Darm binden Pektine Gallensäure, die dann über den Stuhl ausgeschieden wird. Um neue Gallensäure zu bilden - notwendig für die Verdauung von Fetten - benötigt der Organismus Cholesterin. Bei diesem Prozess wird vorhandenes Cholesterin "verbraucht" - und der Blutfettspiegel sinkt. Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Wenn Bakterien im Darm das Pektin abbauen, entstehen so genannte kurzkettige Fettsäuren. Diese wiederum können die Neubildung von Cholesterin in der Leber hemmen. Cholesterinsenkender Effekt vielfach nachgewiesen

Der cholesterinsenkende Effekt von Pektin ist inzwischen vielfach nachgewiesen, unter anderem von der Florida State University. Die Einnahme von täglich 75 Gramm getrockneten Äpfeln führte danach zu einem Absinken des Cholesterinspiegels um rund 23 Prozent. In einer in der Wiener Klinischen Wochenschrift veröffentlichen Studie verabreichten Mediziner in Österreich Betroffenen mit sehr hohen Blutfettwerten ein Präparat aus Apfelpektin. Bereits nach sechs Wochen war der Wert an schädlichem LDL-Cholesterin um bis zu 30 Prozent gesunken. Gleichzeitig erhöhte sich der Wert des nützlichen HDL-Cholesterins. Der Apfel als "Superfood": Wirkung ab sechs Gramm Apfelpektin pro Tag

Die cholesterinsenkende Wirkung des Pektins ist ab einer täglichen Aufnahme von sechs Gramm nachgewiesen. Mit dem im Englischen sprichwörtlichen "One Apple a day keeps the doctor away", also dem täglichen Apfel, der den Besuch beim Arzt ersparen soll, lässt sich diese Pektinmenge allerdings nur schwer erreichen: Bis zu zehn kleine oder fünf bis sieben mittelgroße Äpfel müsste man essen, um den entsprechenden positiven Effekt vollständig nutzen zu können. In Deutschland ist hochreines, höchsten pharmazeutischen Standards entsprechendes Apfelpektin unter dem Handelsnamen "ApfelCholest" erhältlich. Das Präparat, hergestellt in der Bundesrepublik, enthält in der empfohlenen Tagesdosis von fünf Komprimaten sechs Gramm Apfelpektin und somit den Pektin-Gehalt von zehn Äpfeln.

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