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14. Mai 2026
Zähl mit: Wie viele Wildbienen summen in deinem Garten?
Wildbiene + Partner ruft am Weltbienentag zur ersten App-basierten Wildbienen-Zählung auf
Konstanz – Wer gerade aufmerksam durch den Garten geht, hört es überall summen und brummen: Mauerbienen schlüpfen, Hummelköniginnen suchen Nistplätze, Sandbienen graben ihre Brutröhren. Wie viele dieser Insekten tatsächlich in privaten Gärten und auf Balkonen leben, ist schwer zu sagen, denn verlässliche Zahlen für Siedlungsräume fehlen fast vollständig. Zum Weltbienentag wollen Wildbiene + Partner sowie tausende Naturfreundinnen und Naturfreunde das ändern: Am 20. Mai findet die erste App-gestützte Wildbienen-Zählung in Europa statt.
Schwarmintelligenz für Wildbienen
Wer ein Bienenhotel oder eine andere Nisthilfe mit Hohlräumen besitzt, fotografiert sie am 20. Mai mit der MyBeeHome App von Wildbiene + Partner. Die integrierte Bilderkennung wertet aus, wie viele Nistgänge bereits verschlossen sind und gibt einen zuverlässigen Hinweis auf erfolgreiche Bruten. Das Prinzip dahinter heißt "Citizen Science": Tausende Bürgerinnen und Bürger liefern gemeinsam Daten, die kein Forschungsteam allein erheben könnte. Die anonymisierten Ergebnisse fließen in einen Wildbienen-Report ein, der nach der Zählung erstmals ein möglichst flächendeckendes Bild der Situation in Siedlungsräumen der Schweiz und Deutschland zeichnen soll.
„Jedes fotografierte Bienenhotel ist ein wichtiges Puzzleteil. Wenn viele Menschen zeitgleich mitmachen, erhalten wir eine großflächige Momentaufnahme der verschiedenen Wildbienenpopulationen. Richtig spannend wird es, wenn wir diese Daten standardisiert über einen längeren Zeitraum erfassen: Dann können wir die Entwicklung der Populationen direkt mit externen Faktoren wie dem Klima, Lebensraumveränderungen oder dem lokalen Blütenangebot in Zusammenhang bringen“. sagt Tom Strobl, Biologe bei Wildbiene + Partner.
Jeder Garten zählt
Von den rund 585 in Deutschland heimischen Wildbienenarten gilt etwa die Hälfte als gefährdet. Wissenschaftliche Erhebungen finden meist in Schutzgebieten oder auf landwirtschaftlichen Flächen statt – über ihr Leben in Gärten, auf Balkonen und im Stadtgrün ist wenig bekannt. Dabei werden genau diese Räume immer wichtiger: Viele Arten haben einen Aktionsradius von nur 200 bis 300 Metern. Ob sie dort Nahrung und Nistplätze finden, entscheidet über ihr Überleben.
„Ein Garten ist heute für viele Arten kein Nebenschauplatz mehr, sondern ein wichtiges Rückzugsgebiet. Umso wichtiger ist es zu wissen, was dort wirklich passiert", so Strobl.
Jedes Bienenhotel, jede Blühfläche und jeder unversiegelte Quadratmeter zählt. Wildbienen brauchen Nahrung in unmittelbarer Nähe ihres Nistplatzes, und das von März bis in den Herbst hinein. Reihen sich naturnahe Gärten und Balkone aneinander, entstehen sogenannte Trittsteine: ein Netz aus Lebensräumen, zwischen denen Wildbienen sich bewegen, Nahrung finden und neue Nistplätze besiedeln können. So wird aus vielen kleinen Bienen-Oasen ein zusammenhängender Lebensraum.
Was Wildbienen jetzt am meisten hilft
Aktuell sind besonders viele Arten unterwegs auf der Suche nach Pollen, Nektar und Brutplätzen. Schon kleine Maßnahmen können viel bewirken:
- Vielfalt statt Einheitsgrün: Eine Mischung aus Früh-, Sommer- und Spätblühern versorgt unterschiedliche Arten über die ganze Saison. Heimische Wildstauden wie Glockenblume, Natternkopf oder Wiesensalbei sind besonders wertvoll. Gefüllte Zierblüten, Geranien oder Rhododendron sehen schön aus, bieten den Bienen aber kaum Pollen.
- Nistplätze zulassen: Rund 70 Prozent der Wildbienen nisten im Boden. Offene, sandige Stellen, Totholz oder vertrocknete Pflanzenstängel vom Vorjahr sind wertvoll. Für die übrigen Arten eignen sich Wildbienenhäuser mit sauber gebohrten Niströhren.
- Auf Pestizide verzichten: Schon der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel im eigenen Garten schafft Lebensraum.
Das Citizen Science Projekt am 20. Mai soll zeigen, wo das Netz aus Gärten, Balkonen und Grünflächen bereits trägt und wo es noch Lücken gibt. „Die Bilder der Bienenhotels helfen uns die Entwicklung der Wildbienenpopulationen im Siedlungsraum besser zu verstehen und zu erkennen wo es noch Handlungsbedarf hat", erklärt Strobl und ergänzt: „Der Weltbienentag ist eine gute Gelegenheit, einmal genau hinzuschauen. Mit der MyBeeHome App kann man dabei nicht nur wertvolle Daten beitragen, sondern auch selbst entdecken, wer sich in den Niströhren des eigenen Bienenhäuschens verbirgt.
So machst du mit
Lade die kostenlose MyBeeHome App herunter, öffne sie am 20. Mai und fotografier dein Bienenhotel oder deine Nisthilfe. Die App übernimmt die Analyse. In den Folgetagen können Nutzer:innen die Artvorschläge prüfen und so die Genauigkeit des abschließenden Reports verbessern.
Nach der Zählung veröffentlicht Wildbiene + Partner einen ausführlichen Bericht in der App, der zeigt, welche Arten nachgewiesen wurden, wie viele Nester dokumentiert wurden und wie das Gesamtbild in Deutschland und der Schweiz aussieht.
MyBeeHome ist kostenlos im App Store und bei Google Play erhältlich.
Über Wildbiene - Partner GmbH
Wildbiene + Partner entwickelt wissenschaftlich fundierte Nisthilfen (BeeHomes), schafft Lebensräume für Wildbienen und arbeitet mit Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen zusammen, um nachhaltige Maßnahmen zur Artenvielfalt zu etablieren. Darüber hinaus engagiert sich Wildbiene + Partner in Bildungsprojekten und Forschungskooperationen, um das Bewusstsein für die ökologische Bedeutung von Wildbienen zu stärken.
Die Idee hinter Wildbiene + Partner entstand vor über zehn Jahren an der ETH Zürich – einer der weltweit führenden technischen Universitäten, bekannt für wegweisende Innovationen. Dort widmeten sich die Gründer Claudio Sedivy und Tom Strobl im Rahmen ihres Biologiestudiums intensiv der Erforschung von Wildbienen. Aus dieser wissenschaftlichen Arbeit entstand schließlich ein innovatives Spin-off, das heute als Wildbiene + Partner bekannt ist.







