
-
22. Mai 2026
Rotary unterstützt Jugendarbeit der Pfahlbauten
Der am 21. Mai neu eröffnete ENTDECKER PARCOURS für Familien in den Pfahlbauten von Unteruhldingen wurde aus Mitteln der Krystine Sulger Stiftung mit 5000 Euro durch den Rotary Club Überlingen unterstützt. Ziel ist die Förderung insbesondere von Kindern, die im ältesten Freilichtmuseum Deutschlands an die frühe Geschichte des Bodensees zur Stein- und Bronzezeit vor 5000 Jahren herangeführt werden sollen. Zwei Dutzend Info- und Mitmachstationen im malerischen Ufergelände ergänzen zukünftig den Rundgang durch das Neue Museum und die Pfahlbauten auf dem See und machen so den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Die Spende des Rotary-Clubs hat diese neue Vermittlungseinheit mit kindgerechter Sprache und Szenografie erst möglich gemacht und verfolgt damit den Willen der Stifterin, der die Jugendförderung im Kreis stets ein großes Anliegen war – so Museumsdirektor Prof. Dr. Schöbel.
Diese Fördermaßnahme reiht sich ein in weitere Beihilfen, die der Überlinger Service-Club für die Wiestor-Schule in Überlingen oder die Gemeinschaftsschule in Salem durch seine Kulturstiftungen aktuell unternommen hat. Gewaltprävention, Vermittlung von Lehrstellen für den Berufseinstieg, Unterstützung von psychologischer Beratung bei Schulkonflikten waren Förderthemen der jüngsten Zeit.
Jetzt ist eine Verbesserung bei pädagogisch-wissenschaftlichen Angeboten im Pfahlbaumuseum zustande gekommen, die nachhaltig den Bildungsauftrag des Museums über die Zeit der Pfahlbauer am See unterstützt.
Zusätzlich ist eine beschränkte Anzahl erheblich vergünstigter Tickets für Kinder für einen Besuch im ENTDECKER PARCOURS während der Pfingstferien unter „online Tickets“ auf der Website des Museums eingestellt worden. Diese können nach dem Windhundprinzip geordert werden.
Die Tickets sind unter https://pfahlbauten.ticketfritz.de/ buchbar.
Wir freuen uns sehr, dass dadurch unser Auftrag als Museum für Bildung und Wissenschaft so großzügig unterstützt wird – so die Museumsleitung.
ENTDECKER PARCOURS in den Pfahlbauten Unteruhldingen
Erleben mit allen Sinnen wie in der Steinzeit – das war der Ansatz bei der Entwicklung der neuen Museumseinheit in Unteruhldingen.
In einer Zeit abnehmender kognitiver und sensorischer Fähigkeiten innerhalb der modernen Gesellschaften war dies ein Auftrag, der auch durch aktuelle Besucherumfragen im Haus gestützt wurde und dem wir gerne mit unserer museumspädagogischen Abteilung nachgekommen sind – so Museumsdirektor Prof. Dr. Schöbel.
Wie viele Pflanzen oder Bäume können wir in der Natur heute noch erkennen, welche Trittspuren von Tieren noch lesen? Wissen wir noch, wie entscheidend das Tasten, Riechen, Hören oder die Arbeit mit den eigenen Händen für das Überleben damals war? Vermag die Archäologie dazu etwas zu sagen?
Vor allem das Familienpublikum und Kinder sollen durch das neue Museumsmodul im Ufergelände bei den Pfahlbauten besser angesprochen werden. Mehr Möglichkeiten des Selbst-Ausprobierens sind geschaffen worden. Spielerische Annäherungen stehen bei den insgesamt zwei Dutzend Feldstationen im Vordergrund der Präsentationen.
Es kann wie bei richtigen Archäologen in einem Versuchsfeld ausgegraben werden, um die Methode zu erlernen. Ein Lehrpfad mit Quiz erklärt, wie der Wald der Pfahlbauer genutzt wurde, wie man Bäume erkennt oder aus welchen dann Schiffe oder Häuser, Waffen, Werkzeuge und auch Medizin oder Tee hergestellt werden konnten. Der prähistorische Versuchsgarten zeigt die wichtigsten Pflanzen für die Ernährung. Die wichtigsten Fische, Jagd- und Haustiere sind dargestellt.
Ein Klangwald erklärt Musik mit Baumtrommel und Holzxylophon - ein Barfußpfad schult die Fußsohlen mit unterschiedlichen Sinneseindrücken. Der Bau eines Pfahlhauses mit originalgetreuen Bauelementen und Empfehlungen zur besten Wärmedämmung ist beste Steinzeitschule. Urtümliche Bohrgeräte laden zum Ausprobieren ein. Selbst komplizierte Fragen wie der Ressourcenhandel von Zinn, Kupfer oder Bernstein finden in Mitmachstationen Erklärungen. Dass es noch keine Straßen wie heute gab, ist allen klar – doch wie funktionierten einfache Bohlenwege, Karren oder Schleifen aus der Pfahlbauzeit auf einfachem Boden oder im weichen Uferschlamm? Das alles kann ausprobiert werden.
Erklärt wird begleitend mit Text, Schautafeln und digitalen Möglichkeiten zum Weiterforschen im Netz nach modernem Standard – auch in mehreren Sprachen. Die Sammlung an Informationen ist lehrreich. Doch selbst an den Bodensee zu kommen und wie ein Steinzeitmensch zu entdecken und zu erforschen und zu begreifen ist das Beste - so lautet die Empfehlung des Museums







