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Azubi-Offensive: Mehr Jugendliche fürs Bauhandwerk im Kreis Konstanz gewinnen

33 Prozent weniger Bewerber für Bauberufe – IG BAU will Trend stoppen

Der „goldene Boden“ fürs Bauhandwerk: Nachwuchs. (Foto: Petra Berger)Azubi-Offensive für den Bau: Die IG BAU hat die Bauunternehmen im Kreis Konstanz davor gewarnt, den Nachwuchs zu vernachlässigen. Die Gewerkschaft befürchtet einen „hausgemachten Fachkräftemangel“. Die heimischen Betriebe sollten sich deshalb in diesem Jahr intensiv darum bemühen, mehr Jugendliche für die Bauberufe zu gewinnen. „Dazu muss es genug Ausbildungsplätze geben. Vor allem aber müssen die Lehrstellen attraktiv sein“, sagt Meinrad Schmidt.

Für den Vorsitzenden des IG BAU-Bezirksverbandes Südbaden ist dies notwendig, um den Trend der letzten Jahre umzukehren: Im vergangenen Jahr registrierte die Arbeitsagentur im Kreis Konstanz 22 Bewerber für eine Ausbildung in der Baubranche. Vier Jahre zuvor waren es noch 33 Jugendliche, die im Bau ihre Perspektive sahen. „Das ist ein Minus von mehr als 33 Prozent. Damit verbaut sich der Bau die eigene Zukunft“, so Schmidt.

Die IG BAU Südbaden fordert die Bauunternehmer im Kreis Konstanz auf, interessierten Jugendlichen ein klares Signal zu geben. „Wenn vermeintlich weniger qualifizierte Jugendliche davon ausgehen müssen, dass ihre Bewerbungen sowieso gleich aussortiert werden, dann ist die Hemmschwelle für sie viel zu hoch. Wir müssen begreifen, dass beispielsweise Migranten eine Chance für das Handwerk sind“, sagt Meinrad Schmidt.

Es sei falsch bei den Bewerbern um einen Ausbildungsplatz zu sehr auf die Zeugnisnoten zu schielen. Auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder Schulabbrecher sollten stärker als bisher die Gelegenheit bekommen, sich während der Ausbildungszeit zu entwickeln und im Bauhandwerk ihre Perspektive zu finden. „Wir brauchen keinen Numerus Clausus für das Handwerk, sondern das Engagement und Geschick junger Menschen, die sich fürs Handwerk begeistern können. Und das verraten die Schulnoten nicht auf Anhieb“, so der IG BAU-Bezirkschef.

Wenn diese Botschaft im neuen Ausbildungsjahr in den Köpfen der Unternehmer und der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, ankomme, dann habe das Bauhandwerk „ein gutes Stück vom goldenen Boden zurückgewonnen – nämlich sein wichtigstes Fundament: den Nachwuchs“, so Schmidt.

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