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Geräte – leichter als Luft – fahren

Geräte – leichter als Luft – fahren" Wer einen schönen Schatten werfen kann, achtet nicht auf den Schatten sondern auf den Körper."

RIETHEIM (ua) Die Eheleute Jeannette und Markus Knecht feiern das 20-jährige Bestehen ihres – im Nebenamt – betriebenen Ballonunternehmens. Sie haben schon allerlei erlebt und möchten ihr Hobby weiter betreiben.

Ein Jugendtraum

Schon als Kind ist Markus Knecht Gasballonen nachgerannt, immer von diesen himmlischen Geräten fasziniert. Nach seiner Hochzeit, dem Haus(um)bau wurde sein Wunsch, Pilot zu werden, wieder stärker. Er fuhr als Passagier mit Heissluftballonen mit, hängte sich ein Bild eines Ballons auf, um sein Ziel immer vor Augen zu haben.

Als sich seine finanziellen Möglichkeiten verbessert hatten, begann er 1991 mit der Schulung, die er am 16. September 1992 erfolgreich abschloss. Während eines Jahres charterte er Ballone, um Erfahrungen zu sammeln. Im Frühling 1993 erwarb das Ehepaar seinen ersten eigenen Ballon „Bad Zurzach“ (blau), der 3 600 Kubikmeter Inhalt hatte. Nach rund 360 Flugstunden – 2001 – hatte dieser ausgedient.

Die Eheleute Jeannette und Markus Knecht feiern das 20-jährige Bestehen ihres – im Nebenamt – betriebenen Ballonunternehmens. Sie haben schon allerlei erlebt und möchten ihr Hobby weiter betreiben. 2002 beschafften sie einen zweiten, mit 4 000 Kubikmetern grösseren Ballon, „Bad Zurzach“ (gelb), mit dem sie einen Passagier mehr befördern konnten. Bis heute haben sie 470 Ballonfahrten durchgeführt und somit 775 Stunden in der Luft verbracht.

2003 investierten sie in einen dritten Ballon „Volvo“ mit 3400 Kubikmetern. Der älteste Passagier war 94 Jahre alt, der jüngste neun. Bei den Kindern spielt die Körpergrösse eine Rolle, denn sie sollten über den Korbrand hinaus sehen. 1880 Passagiere kamen in den Genuss einer Fahrt.

Ein bisschen Physik zum Verständnis

Der Ballon steigt auf, da das - sich im inneren Teil befindliche - Gas (sei es warme Luft oder ein gefangenes Gas) eine geringere Dichte als kalte Luft hat. Deshalb fliegt ein Ballon technisch gesehen auch nicht, sondern er fährt. Das Verb „fliegen“ ist für Fluggeräte schwerer als Luft reserviert, Geräte leichter als Luft fahren, genauso, wie auch ein Schiff auf dem See fährt. (Lediglich in der Situation, in der ein Kinderballon zuerst aufgeblasen und dann losgelassen wird, so dass er - aufgrund des Rückstosses der ausströmenden Luft -davonfliegt, kann man korrekt sagen, dass der Ballon tatsächlich fliegt.)

Der Heissluftballon ist ein Luftfahrzeug nach dem archimedischen Prinzip „leichter als Luft“. Im Gegensatz zum Gasballon wird die Verringerung des Gewichts dadurch erreicht, dass ein grosses Luftvolumen erwärmt wird. Dadurch reduziert sich dessen spezifisches Gewicht. Der Gewichtsverlust des erwärmten Luftvolumens entspricht dem Gewicht des Ballons (Gesamtgewicht aus Hülle, Korb mit Brenner, Gasbehältern, Nutzlast und Passagieren). Unter Normalbedingungen besitzt ein Kubikmeter Luft eine Masse von etwa 1,3 kg. Bei konstantem Druck sinkt die Dichte von Gasen mit steigender Temperatur nach dem Gesetz von Gay-Lussac. Durch den Dichteunterschied der kälteren äusseren Luft und der wärmeren Luft im Ballon entsteht so eine Auftriebskraft.

Gängige Größen sind 3–5000 Kubikmeter

Die Temperatur im Innern eines Heissluftballons beträgt während einer Ballonfahrt rund neunzig Grad Celsius. Da der Auftrieb mit zunehmendem Dichteunterschied der inneren Luft zur Umgebungsluft wächst, hat ein Heissluftballon bei kaltem Wetter eine grössere Tragkraft. Massgeblichen Einfluss hat auch Sonnenbestrahlung der Hülle - sie erwärmt die Luft im Inneren zusätzlich und bewirkt aussen eine lokale Thermik. Es ist nicht möglich, einen Ballon direkt zu steuern. Um auf die Fahrtrichtung und -geschwindigkeit Einfluss zu nehmen, werden die sich in unterschiedlichen Höhen voneinander unterscheidenden Windrichtungen und -geschwindigkeiten ausgenutzt. Durch gezieltes Steigen oder Sinken können Winde so ausgenutzt werden, um sich einem gewünschten Ziel zu nähern. Durch Betätigung des Brenners wird die Luft in der Hülle erwärmt, wodurch der Ballon steigt. Durch langsames Abkühlen der Luft beginnt der Ballon wieder zu sinken. Ein rasches Sinken des Ballons kann durch das Öffnen des sogenannten „Parachutes“ erfolgen. Der Parachute ist aus demselben Material wie die Hülle und befindet sich an der Spitze des Ballons. Während des Aufrüstens wird der Parachute durch Klettverschlüsse mit der umgebenden Hülle verbunden und geschlossen. Während der Fahrt bleibt der Parachute durch den Druck der aufsteigenden warmen Luft geschlossen. Durch Ziehen an einem Seil kann der Pilot den Parachute öffnen. Dadurch kann warme Luft schnell aus der Hülle entweichen. Durch Loslassen der Leine wird der Parachute wieder durch die warme Luft geschlossen.

Mittels tangentialem Luftaustritt durch Steuerdüsen, nahe dem Ballonäquator, welche auch „Ohren“ genannt werden, kann ein Ballon um seine Hochachse gedreht werden, etwa, um den Korb zur Landung günstig auszurichten.

Abgesehen von der Windgeschwindigkeit bei Start und Landung ist das Ballonfahren auch davon abhängig, dass sich in der Luft keine Thermik aufgebaut hat. Da die Ballonhülle nach unten offen ist, könnten thermische Böen diese zusammendrücken und die Heissluft nach unten heraus pressen. Der Ballon verlöre schlagartig seinen Auftrieb und würde abstürzen. Deshalb finden Ballonfahrten in der Regel bei wolkenlosem Himmel in den Morgen- oder Abendstunden statt, da das Auftreten von Kumuluswolken ein sicheres Anzeichen für einsetzende Thermik darstellt.

MenDie Eheleute Jeannette und Markus Knecht feiern das 20-jährige Bestehen ihres – im Nebenamt – betriebenen Ballonunternehmens. Sie haben schon allerlei erlebt und möchten ihr Hobby weiter betreiben. schen lieben das sportliche Messen

Ballonfahren ist nicht nur eine Freizeitaktivität, sondern es gibt auch Wettbewerbe bis hin zur Weltmeisterschaft. Bei den Wettbewerben werden mehrere Ballonfahrten durchgeführt, bei denen je Fahrt meist mehrere Aufgaben bestmöglich gelöst werden müssen. Bei den meisten Aufgabentypen kommt es darauf an, mit einem kleinen Markierungsbeutel ein bestimmtes Ziel zu treffen. Aufgabentypen sind die Weitfahrt innerhalb eines begrenzten Wertungsgebietes – maximale oder minimale Distanz, bei der der Pilot gewinnt, der nach einer vorgegebenen Mindestfahrtzeit die kürzeste Strecke zurückgelegt hat. Bei der „Fuchsjagd“ startet ein Ballon mit einem gewissen Zeitvorsprung und legt am Landeort ein Zielkreuz für die nachfolgenden Ballons aus. 1999 gewannen die Knechts den ersten Preis bei einer Fuchsjagd, 2001 ein Minimaldistanz-Rennen, wo sie sich nach zwei Stunden Fahrt nur 200 Meter vom Startpunkt entfernt hatten. 2002 errangen sie ihren Sieg mit 1000 Meter Fahrt. Dieses Jahr sieht es so aus, dass sie wiederum siegreich sein könnten, denn sie haben eine Fahrt mit 150 Meter Start-Ziel-Entfernung hingekriegt.

Die Wettbewerbsleitung wird dabei von Beobachtern unterstützt. Jedem Piloten und seinem Team wird pro Fahrt ein „Observer“ zugeteilt. Diese fungieren als Schiedsrichter und messen die Markierungsbeutel ein und beobachten, ob während der Fahrt alles regelkonform abgelaufen ist.

Die Knechts besuchen auch gerne Meeting und Präsentationen. Vielfach fahren sie an traditionelle Orte wie Bad Zurzach, Buttisholz, Buttwil, Forch, Geiss, Lengnau, Rietheim, Schongau, Seon, Villingen-Schweningen und Wettingen.

Ältere Passagiere schätzen den Sicherheitsaspekt sehr

Erst einmal ist dem Piloten Knecht bei der Landung der Korb umgekippt. Speziell waren auch Fahrten, auf denen Heiratserklärungen das Ziel waren, in dem der Bräutigam ein riesiges Plakat auf dem Boden mit seiner Frage ausgelegt hatte und Pilot Knecht darnach trachten musste, darüber fliegen zu können.

Diese Fahrten verlangen viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Heute helfen GPS und Funk, was früher nicht möglich war. Man musste teilweise eine Relaisstation definieren, über die überhaupt eine Verbindung realisiert werden konnte. Vom Piloten wurde viel mehr abverlangt; heute kann sich Pilot Knecht mehr den Passagieren widmen und nicht seine ganze Aufmerksamkeit dem eigentlichen Handwerk widmen.

„Keine Fahrt ist gleich, weil das Wetter auch immer verschieden ist. Gleichzeitig bin ich im Freien, ohne Wind im Gesicht… Es ist immer wieder überraschend, wohin mich der Wind führt.“

Auf www.ballonfahrten-knecht.ch kann man – anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums des Unternehmens an einem interessanten Wettbewerb teilnehmen.

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