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Positive Bilanz des Pilotversuchs: 70'000 Besucher nutzten mobile Pissoirs

Der Pilotversuch mit dem Einsatz von drei mobilen Pissoirs von Juli bis Oktober 2012 am Oberen Rheinweg, am Theaterplatz, am Barfüsserplatz und in der Elisabethenanlage zeigt positive Resultate: Die Anlagen wurden von insgesamt rund 70'000 Besuchern benutzt. Generell ist festzuhalten, dass mit einem entsprechenden Angebot die negativen Begleiterscheinungen des „wilden Urinierens“ im öffentlichen Raum reduziert, jedoch nicht gänzlich zum Verschwinden gebracht werden können.

Vor allem in den Sommermonaten gab es in den letzten Jahren viele Beschwerden wegen „Wildpinkelns“ an intensiv genutzten Orten von Basel. Auch in der Politik und in den Medien wurde dies mehrfach thematisiert. Aus diesem Grund versuchte das Tiefbauamt diesen Sommer das „Wildpinkeln“ mit drei mobilen Pissoirs einzudämmen. Mit diesem Versuch sollten einerseits die Akzeptanz durch das Zielpublikum getestet und andererseits geprüft werden, ob die Geruchsbelästigungen und Urinspuren an Hauswänden, in Rabatten, in dunklen Nischen und Kunstwerken zurückgehen.

Als Standorte im Rahmen des Versuchs wurden die „Hotspots“ Oberer Rheinweg, Theaterplatz, Barfüsserplatz und Elisabethenanlage ausgewählt. Die Anlagen wurden zwei Mal wöchentlich geleert. Aufgrund der während der Versuchsperiode gesammelten Urinmenge von 35'000 Liter kann von insgesamt rund 70'000 Besuchern ausgegangen werden. Im Mittel entspricht dies rund 260 Besuchern pro Tag und Anlage, an den Wochenenden wurden die Anlagen täglich von bis zu 500 Besuchern genutzt. Aufgrund dieser erfreulich hohen Besucherfrequenzen kann auf eine hohe Akzeptanz der Anlagen bei den Benutzern geschlossen werden.

Neben der Ermittlung der Urinmengen wurden auch das Besucherverhalten an zwei Wochenenden beobachtet und die Erfahrungen der Stadtreinigung, der Stadtgärtnerei sowie von Geschäften im Umfeld der Pilotstandorte berücksichtigt. Am Oberen Rheinweg wurde zudem eine Umfrage bei den Anwohnern durchgeführt. Die Rückmeldungen ergaben mehrheitlich eine positive Bilanz, wobei die Wirkung der Pissoirs im nächsten Umfeld der Standorte jeweils kritischer beurteilt wurde. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Suche nach geeigneten Standorten bei einer definitiven Einführung schwierig sein wird. Zudem ergab die Befragung, dass ein saisonales Zusatzangebot während den Sommermonaten gegenüber fixen Installationen eine grössere Zustimmung geniesst.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich das „Wildpinkeln“ mit einem entsprechenden Angebot deutlich verringern, aber nicht zum Verschwinden bringen lässt. Als Alternativen zum Ausbau des Angebots wurden von den Anwohnern intensivere Polizeikontrollen sowie Bussen für wildes Urinieren gewünscht. Es soll nun als Nächstes ein Konzept erarbeitet werden, wie die Anlagen definitiv installiert werden können.

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