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Stocamine: Unzureichender Schritt in die richtige Richtung

Alsace Nature und BUND fordern die Bergung aller Abfälle als einzig vertretbare „enkelverträgliche“ Lösung

Nach Ansicht des Präsidenten von Alsace Nature Haut-Rhin, Jean-Paul Lacote, will die französische Regierung für die Zukunft der maroden unterirdischen Giftmülldeponie Stocamine in Wittelsheim leider eine „Billiglösung“. Nur 7000 Tonnen quecksilberhaltige Abfälle sollen aus 500 Meter Tiefe geborgen werden. 44 000 Tonnen Giftmüll bleiben in den einsturzgefährdeten Stollen und werden langfristig das Trinkwasser am Oberrhein gefährden. Das ist für Alsace Nature nicht akzeptabel.

„Die einzig vertretbare langfristig sichere Lösung wäre es, den gesamten Giftmüll wieder auszugraben und ordnungsgemäß zu entsorgen. Giftmüll „billig zu entsorgen“, dieser Wunsch der Industrie, dem die staatliche Stocamine in der Vergangenheit einfach folgte, kommt die SteuerzahlerInnen so oder so teuer zu stehen“, sagt BUND Geschäftsführer Axel Mayer. "Mit -Sparen am falschen Platz-, mit unverantwortlichem Leichtsinn und mangelnder Kontrolle wurde der Brand und der sich verschlechternde Zustand der Stollen herbeigeführt.“

Nach Ansicht beider Umweltverbände muss

  • mit der Bergung des Giftmülls schnell begonnen werden, denn die Stollen sind durch den Bergdruck und den Brand einsturzgefährdet
  • der gesamte Giftmüll geborgen werden, denn eine „unterirdische Giftmülltrennung“ ist nach dem Einlagerungschaos und dem Brand nur sehr schwer möglich


100 Millionen Euro für Bergung und Entsorgung sind ein erster, unzureichender Schritt in die richtige Richtung. Doch wenn heute an der falschen Stelle gespart wird, dann werden die Kosten einfach nur in die Zukunft geschoben. Das Grundwasser am Oberrhein verträgt keine Billiglösung. Es ist ärgerlich aber typisch, dass bei der Asse in Deutschland und bei der Stocamine in Frankreich die SteuerzahlerInnen für die Fehler der Vergangenheit bezahlen müssen und dass die frühe Kritik der Umweltverbände nicht beachtet wurde.

Jean-Paul Lacote, Président, Alsace Nature Haute-Rhin
Axel Mayer, Geschäftsführer, BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein


Ressort: Uncategorised