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Ein neues Haus für die Droste

HTWG-Studenten konzipieren Museum für Burg Hülshoff / Siegerentwurf wurde vor Ort gekürt

Die Stadt Meersburg hat sie gerne adoptiert – und doch sagt bereits der Name, dass Annette von Droste-Hülshoff nicht vom See stammt. Masterstudenten der Konstanzer Hochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung haben nun die Brücke vom Süden in den Norden geschlagen und das Droste-Museum auf Burg Hülshoff in Westfalen neu konzipiert. Die Präsentation fand vor großem Publikum im Erbdrostenhof in Münster statt.

Aus fünf Gruppen hat die prominent besetzte Jury, die auch bereits bei einer Zwischenpräsentation in Konstanz zu Gast war, einen Sieger bestimmt: Das Konzept »Andere Seiten« von Stefanie Hammer, Roman Morschett, Jonathan Regler und Marco Wassmer wurde nicht nur mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro belohnt, sondern soll auch in die Tat umgesetzt werden. Entstanden ist es im interdisziplinären Masterseminar »Design und Raum« von Prof. Eberhard Schlag und Prof. Brian Switzer, bei dem Architektur- und Kommunikationsdesignstudenten der HTWG gemeinsam unterrichtet werden.

Dort hat man einen beträchtlichen Aufwand betrieben: Droste-Lektüre, Gespräche mit Literaturwissenschaftlern und eine Forschungsreise nach Westfalen gehörten ebenso zum Programm der fünf Arbeitsgruppen wie die Entwicklung eines Konzepts und der Bau von Modellen. Einbezogen werden sollte dabei die Burg selbst, der Garten, das so genannte Rüschhaus, das sich zwei Kilometer vom Schloss entfernt befindet, und der Weg, der beide Gebäude verbindet.

Nicht zuletzt galt es vor großem Publikum die eigene Arbeit professionell in Szene zu setzen. Das Siegerquartett setzte dabei auf inhaltliche Vielschichtigkeit: Wie verhielt sich die Droste zum traditionellen Frauenbild? Wie bieder ist das Biedermeier? Solche Fragen haben die Studenten optisch reizvoll umgesetzt. Mit Stelen im Freien wollen sie weithin sichtbar auf das Droste-Museum aufmerksam machen. Ein Raum mit verzerrter Optik weist darauf hin, wie wenig eindeutig die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse damals waren.

»Ich bin wirklich beeindruckt von dem Engagement mit dem sich die Studierenden dieser höchst anspruchsvollen Aufgabe gewidmet haben und von den äußerst professionellen Ergebnissen, die wir in Münster vor einem hochkarätigen Publikum präsentieren durften«, so Eberhard Schlag zufrieden. Voller Anerkennung waren auch die weiteren Mitglieder der Jury:

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Vorstandvorsitzende der Stiftung und Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL); Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung; der Unternehmer Dr. August Oetker; Prof. Dr. Walter Gödden und Dr. Jochen Grywatsch von der LWL-Literaturkommission, Dr. Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach, Uta Schneider (Regionale 2016) – und Prof. Brian Switzer von der HTWG.

Wie schnell der Entwurf umgesetzt werden kann, hängt in Westfalen nun auch davon ab, ob genügend Sponsoren für die Sache gewonnen werden können. Dann können Droste-Freunde vom Bodensee der Dichterin bald auch in ihrer Heimat einen Besuch abstatten.

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