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Weitere Mitstreiter für humanistisch-säkulare Initiative gesucht

Riehle Dennis Nr7Glaubenskritische Vertretung für Region Bodensee, Hochrhein und Umgebung:
Nicht nur im Vorfeld des Konstanzer Konzil-Jubiläums ist deutlich geworden: Die Region Bodensee, Hochrhein und Umgebung ist bislang in Sachen einer glaubenskritischen Vertretung für Menschen mit humanistischen oder laizistischen Ansichten unterversorgt. Gut ein Viertel der Bevölkerung in Baden-Württemberg bezeichnet sich als konfessionslos und gehört keiner Religionsgemeinschaft an. Sie werden nicht selten in den öffentlichen Diskussionen vernachlässigt, wenn es um Fragen nach Trennung von Kirche und Staat geht, um Angebote für verschiedene Religionen, um Bedürfnisse unterschiedlicher Konfessionen. Dabei stellen sie als eigene Gruppe gesehen in Deutschland mehr „Anhänger“ als die evangelische oder die katholische Kirche für sich.

Während sich in anderen Teilen des Bundeslandes bereits Regionalgruppen der größeren säkularen Dachverbände bilden konnten, ist der südbadische Raum bislang weitgehend davon ausgespart geblieben. Dabei bieten sich immer wieder ausreichend Gelegenheiten, um den Anliegen der Religionskritiker eine Stimme zu geben. Ob bei kirchlichen Großveranstaltungen, in den örtlichen Konflikten um das kirchliche Arbeitsrecht, beim Anspruch auf Mitsprache in Gremien oder wenn es um die Verteidigung von Rechten und Pflichten für jede Glaubensrichtung geht. Auch unter der neuen Landesregierung wurden trotz anderweitiger Bekundungen bisher nur wenige Anläufe unternommen, das tatsächliche Abbild von Glaube und Nicht-Glaube auch politisch zu bedenken.

Dennis Riehle, ehemaliger Vorsitzender der „Christlichen Lebensberatung e.V.“, protestantischer Buchautor, Seelsorger und Prädikant, der im Dezember 2012 selbst die evangelische Kirche verlassen hat, will zusammen mit anderen Mitstreitern von Konstanz ausgehend im Raum Bodensee und Hochrhein eine Initiative anstoßen, die unterschiedliche Verständnisse von nicht gläubigen Menschen vereinigt: Ob freidenkerisch oder humanistisch, ob atheistisch oder konfessionslos – insgesamt soll sich die Gruppierung als Lobby derjenigen verstehen, die bei Aufzählungen der Religionsanhänger häufig nur als „Sonstige“ gelten. Dabei soll vor allem der gemeinsame Anspruch nach Partizipation und Berücksichtigung in Politik, Gesellschaft und Recht die Interessen einen.  

In der Initiative wird zunächst zu diskutieren sein, ob und in welchem Umfang man sich als eigenständige Gruppierung verstehen will oder den Anschluss an eine der bestehenden Organisationen auf Landes- und Bundesebene sucht. Schwerpunkte der Arbeit sollen die Themen Bildung, Erziehung, Kultur und Medien, Grundrechte, Soziales und Gesellschaft sein. Gleichsam dürfte sich die Initiative aber nicht als eine Vertretung des „Nicht-Glaubens“ ohne Inhalte verstehen: „Andachten werden wir wohl nicht feiern. Statt spirituellem Beisammensein wird die Diskussion zentral sein. Denn wer Kirche, Gott und Religion kritisch gegenüber steht, leitet daraus auch eine Identität ab, die es argumentativ und überzeugend zu vertreten gilt: Die Verbindung eines humanistischen Weltbildes mit der Verantwortung nach sozialer Gerechtigkeit bringt auch den Auftrag mit sich, in der Tagespolitik Stellung beziehen – fernab von religionsideologischen Beweggründen“, so Riehle.

Dennis Riehle
Konstanz

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