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Bundeswehr und Wirtschaft: Fachkräftepotenziale der Zukunft

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann, der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière und der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, berieten heute gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Thema „Bundeswehr und Wirtschaft: Fachkräftepotenziale der Zukunft“. An der Veranstaltung im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter von Bundeswehr, Unternehmen, Wirtschaftsverbänden sowie Reservisten- und Bundeswehrverband teil. Anliegen der Veranstaltung war es, das Fachkräftepotenzial aus dem Dienst ausgeschiedener Soldatinnen und Soldaten auf Zeit stärker zu erschließen. Dazu sollen die Wirtschaft sensibilisiert, bestehende Beratungsangebote bestmöglich genutzt und die Kooperation der beteiligten Institutionen ausgebaut werden.

DIHK-Präsident Driftmann: „Fehlende Fachkräfte werden mehr und mehr zum Geschäftsrisiko für die Unternehmensentwicklung – das sieht mittlerweile jeder dritte Betrieb so. Um Wachstum und Wohlstand in Deutschland auch künftig zu sichern, müssen wir die vorhandenen Potenziale der Menschen noch besser nutzen. Hier liegen mir die Soldaten auf Zeit ganz besonders am Herzen – als verantwortungsbewusste und motivierte Fachkräfte. Es gibt zwischen der Bundeswehr, den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie den Unternehmen bereits langjährige und erfolgreiche regionale Kooperationen. Auf dieser Basis bauen wir auf und entwickeln bei der heutigen Veranstaltung neue Perspektiven.“

Bundesminister Rösler: „Der Fachkräftemangel ist schon heute eine große Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Bundesregierung hat 2011 ein umfassendes Fachkräftekonzept erarbeitet und ihre Zusammenarbeit mit vielen Akteuren seitdem weiter intensiviert, unter anderem mit der gemeinsamen Fachkräfte-Offensive, die wir mit dem Bundesarbeitsministerium und der BA im Juni 2012 gestartet haben. Um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, brauchen wir kompetente Fachkräfte. Ich freue mich daher sehr, dass wir heute die wichtigen Qualifikationen der Soldatinnen und Soldaten auf Zeit in das öffentliche Bewusstsein rücken. Dazu werden wir durch unser Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen beitragen.“

Bundesminister de Maizière: „Auch die Bundeswehrstellt sich im Rahmen der militärischen und zivilen Nachwuchsgewinnung dieser Frage. Hierbei haben wir auch den Eigenbedarf an vormaligen Soldatinnen und Soldaten für unsere Wehrverwaltung im Auge. Es geht mir dabei um das gesamte Leistungsspektrum der Soldatinnen und Soldaten, vom Mannschaftssoldaten bis zum Offizier. Ich sehe hier nicht nur eine übergeordnete Verantwortung für die zivilen beruflichen Perspektiven der Menschen, die die Bundeswehr verlassen, sondern auch eine besondere Verantwortung bei der Wirtschaft sowie bei der Gesellschaft. Dies gilt umso mehr auch für die Gruppe der Einsatzgeschädigten.“

Nach Einschätzung der BA wird bis 2025 rein demografiebedingt ein Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials von bis zu sechs Millionen Menschen erwartet. Ein Weg zur Minderung des Fachkräftemangels liegt darin, das Potential ausgeschiedener Soldatinnen und Soldaten auf Zeit stärker zu nutzen. Jährlich wechseln bis zu 15.000 beruflich erfahrene und in den verschiedensten Berufsfeldern qualifizierte Soldatinnen und Soldaten auf Zeit in ein ziviles Berufsleben. Sie verfügen aufgrund ihrer militärischen Ausbildungs- und Verwendungszeit vielfach über besondere Qualifikationen und vielfältige Kompetenzen, die auch für Unternehmen interessant sind und einen wichtigen, weiter ausbaufähigen Beitrag zur Fachkräftesicherung für die deutsche Wirtschaft leisten können.

Die bessere Einbindung von Reservistinnen und Reservisten bedeutet für die Unternehmen Herausforderung und Chance zugleich. Einerseits bringen diese regelmäßig neue Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem anspruchsvollen Reservistendienst in der Bundeswehr mit. Andererseits müssen die Unternehmen sie dafür jeweils freistellen – auch dies erfordert kreative Lösungsansätze.

Zentral für eine stärkere Nutzung des Potenzials von Bundeswehrangehörigen sind der Austausch und die Vernetzung von Bundeswehr, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sowohl auf Bundes- als auch auf regionaler Ebene. Beide Minister ermutigten die Wirtschaft, weitere Kooperationen zum Nutzen aller Beteiligten mit der Bundeswehr einzugehen und beispielsweise mehr Berufsorientierungspraktika anzubieten. Unternehmen, die sich für das Fachkräftepotenzial von Soldatinnen und Soldaten auf Zeit interessieren, steht die Bundeswehr mit ihrem Berufsförderungsdienst im Rahmen von Beratung und Vermittlung dieser Fachkräfte als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die BA leistet als Kooperationspartner der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag und bietet mit ihren reichhaltigen Erfahrungen ein umfassendes „know how“ zur beraterischen und technischen Unterstützung an. So kann z.B. die Netzwerk-Kompetenz der BA für die Soldatinnen und Soldaten genutzt werden. Technisch verfügt die BA mit dem Arbeitsmarktmonitor über ein geeignetes Instrument zur Herstellung der Arbeitsmarkttransparenz und bietet mit der JOBBÖRSE – als bundesweit größte Stellen- und Bewerberplattform im Internet – interessierten Soldatinnen und Soldaten zusätzliche Unterstützung an.

Auch aus der Wirtschaft stehen den aus dem Dienst ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten engagierte und flexible Partner zur Seite: So unterstützen mehrere Arbeitskreise und Beratungszentren zwischen Bundeswehr und Wirtschaft mit Beteiligung der IHKs sowie der Handwerkskammern Soldatinnen und Soldaten bei der beruflichen Orientierung nach der Zeit bei der Bundeswehr. Die IHKs leisten vor Ort Weiterbildungsberatungen und bieten in verschiedenen Bereichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen an.

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