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Schreibberatung an der HTWG

Jeder dritte Student nutzt Angebot

Hochschule setzt Projekt nach Testphase fort

Seit Einrichtung der Schreibberatung an der Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) haben mehr als 2200 Studierende das Angebot angenommen. Die Tendenz ist eiter steigend. Die Schreibberatung wurde zum Wintersemester 2011/12 als erste Einrichtung dieser Art an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg etabliert.

Wie lassen sich komplexe Inhalte verständlich vermitteln? Welche Kriterien müssen wissenschaftliche Texte erfüllen? Wie erreicht ein Motivations- oder Bewerbungsschreiben den gewünschten Effekt? Bei diesen und ähnlichen Fragen leisten die Schreibberater der HTWG Hilfe zur Selbsthilfe. Das Angebot der Sprach-Profis Dr. Monika Oertner und Peter Wurz M. A., die auf viele Jahre Erfahrung in Redaktion und Lektorat zurückgreifen können, umfasst Schreibkurse, Individualberatung und Plagiatskontrollen. In allen Bereichen ist seit Bestehen der Beratung die Teilnehmerzahl von Semester zu Semester gestiegen. Mehr als 900 Studierende haben sich individuell beraten lassen, über 1000 haben Schreib- und Schnupperkurse besucht. Mehr als 200 Absolventinnen und Absolventen haben das Angebot angenommen, ihre Arbeit auf Plagiate prüfen zu lassen.

„Die Studierenden haben erkannt, dass ihre Texte tatsächlich besser werden, wenn sie unsere Ratschläge beherzigen“, sagt Oertner. Die Berater bringen Licht ins Dunkel und helfen den Studierenden, ihren Gedankenwust zu sortieren, die Flut von Material zu überblicken, ihre Ideen zu ordnen und gemäß den wissenschaftlichen Ansprüchen darzustellen. „Ich habe mich durch das komplette Bachelorstudium ohne die eigentlich notwendigen Kenntnisse des wissenschaftlichen Schreibens durchgekämpft. Vor meiner Abschlussarbeit entschloss ich mich dann, den Kompaktkurs ‚Wissenschaftliches und professionelles Schreiben‘ bei Herrn Wurz zu belegen“, erzählt Frank Grieshaber, der an der HTWG Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau studiert hat: „Rückblickend ärgert es mich, dass ich den Kurs nicht schon zu Beginn meines Studiums besucht habe, die ein oder andere Hausarbeit wäre mit Sicherheit handwerklich besser ausgefallen.“

In Schreibkursen vermitteln die Berater Standards wissenschaftlichen Arbeitens in den Bereichen Gliederung, Recherche, Materialverwaltung, Zitiertechnik und Bibliografieren. In den Kursen wird wissenschaftliches Schreiben praktisch eingeübt – von Anfang an: vom Lesen, Exzerpieren, Zusammenfassen über die Themenfindung und -ausgestaltung bis zur Überarbeitung und den Korrekturdurchgängen. Dabei werden der Stil, die Sprache und Argumentationsweise sowie die Ideale der Wissenschaft näher beleuchtet.

Was sich nüchtern anhört, stößt vor allem bei jenen Studierenden, die kurz vor ihrer Abschlussarbeit stehen, auf größtes Interesse. „Dahinter steht der Ehrgeiz, eine gute Arbeit zu schreiben. Die Teilnehmer sind wissbegierig und konzentriert bei der Sache“, berichtet Oertner von den Kursen im Studium generale. Fleißig würden sogar auch die Regeln der Grammatik des Deutschen, der Rechtschreibung und Zeichensetzung wiederholt. „Herr Wurz hat das an sich eher trockene Thema anhand von spielerischen Übungen, Kreativitätstechniken und Gruppenarbeiten sehr praxisnah, vor allem aber interessant und kurzweilig vermittelt. Aufgrund des Praktizierens unterschiedlicher Schreibübungen habe ich ein Gefühl für das wissenschaftliche Arbeiten und somit Sicherheit gewonnen“, berichtet Frank Grieshaber.

Zum Teil besteht die Aufgabe der Schreibberatung auch darin, Versäumnisse der Schulzeit ausgleichen. Die Schreibberater bestätigen, was immer wieder in Medien diskutiert wird: Die Sprache der jungen Studierenden sei infolge der Kurznachrichten über Smartphone und E-Mail mit Abkürzungen, Kleinschreibung und Satzfetzen gespickt: „Viele sind dankbar, wenn wir ihnen aufzeigen, welche Ausdrucksformen zur Schriftsprache gehören – und welche nicht.“

Übrigens, so betont Oertner, könne jeder, der die Hilfe der Schreibberatung in Anspruch genommen hat, unterschreiben, dass er seine Arbeit „selbstständig und ohne fremde Hilfe angefertigt“ habe. „Wir geben nur Hinweise und Empfehlungen – die eigentliche Schreib- und Denkleistung müssen die Studierenden nach wie vor selbst erbringen.“ Aufgrund der öffentlichen Diskussionen verzeichnet die Schreibberatung ein zunehmendes Interesse an der Prüfung von Arbeiten auf Plagiate. Seit Juni 2012 wird dazu eine spezielle Software verwendet. Alle Angehörigen der HTWG können ihre eigenen Arbeiten zur Prüfung einreichen. Den Prüfbericht erhalten sie in Kombination mit einem Beratungsgespräch.

Seit November 2011 sind Dr. Monika Oertner und Peter Wurz mit jeweils 50 Prozent Arbeitszeit für die Studierenden da. Prof. Dr. Volker Friedrich hat die Etablierung der Schreibberatung gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Gabriele Thelen und Prof. Dr. Christian Krekeler initiiert – als die erste an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Einem Antrag des Instituts für professionelles Schreiben (IPS) folgend, förderte das Land Baden-Württemberg die Schreibberatung mit Mitteln aus dem Innovations- und Qualitätsfond, mit dem Modellvorhaben in der Lehre finanziert werden. Die Hochschule ist nach dem Probelauf von der Beratungsqualität überzeugt. Der Senatsausschuss hat der weiteren Finanzierung der Einrichtung durch Qualitätssicherungsmittel zugestimmt und seit Dezember 2014 wird die Schreibberatung von der Hochschule selbst getragen. Vom Konstanzer Modell sollen weitere Hochschulen profitieren können. Die Erfahrungen und Erkenntnisse werden erhoben und ausgewertet.

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