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„Schon 1978 haben Menschen in ihr eine Heilige gesehen“

Erzbischof Stephan Burger zur Heiligsprechung von Mutter Teresa

Freiburg / Mannheim (pef). Die Heiligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta durch Papst Franziskus (4.9.) ist nach Überzeugung von Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) ein Höhepunkt des „Jahres der Barmherzigkeit“, das Menschen zu Umkehr und Hinwendung zu Gott aufrufen und den Blick auf Bedürftige und Notleidende richten will: „Barmherzigkeit ist ein zentraler Glaubensinhalt der Kirche und der von Mutter Teresa gegründete Orden macht dies mit seinem Einsatz für Notleidende, Einsame und Kranke am Rande unserer Gesellschaft tagtäglich auch im Erzbistum Freiburg sichtbar.“

Die Heiligsprechung der Gründerin der Ordensgemeinschaft „Missionarinnen der Nächstenliebe“ werde im Erzbistum deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt – nicht nur bei den Schwestern von Mutter Teresa („Missionarinnen der Nächstenliebe“ – Missionaries of Charity), die in Mannheim tätig sind. Wie Erzbischof Stephan Burger in Freiburg erklärte, hatte Mutter Teresa bei ihrem Freiburg-Besuch 1978 beim Katholikentag viele Menschen sehr fasziniert und bewegt: „Ihr zuzuhören und sie zu sehen war für viele Besucher schon damals eine spürbare Begegnung mit einer Heiligen.“ Bereits zu Lebzeiten hätten viele Menschen in ihr eine Heilige gesehen und beim Treffen mit ihr auch im Freiburger Münster gespürt, dass hier mehr ist als nur ein engagierter Mensch oder eine bekannte Persönlichkeit.

„Mutter Teresa hat Barmherzigkeit gelebt – aus tiefer Spiritualität“

Erzbischof Stephan Burger hofft, dass die Heiligsprechung der Ordensfrau viele Menschen deshalb auch dazu motiviert, „sich mit den Quellen zu befassen, die Mutter Teresa die Kraft gaben zu dem, was sie tat“. Die Faszination von Mutter Teresa liege tiefer als dies heute in oft oberflächlichen und kritischen Beiträgen über ihr Wirken sichtbar werde. Mutter Teresa habe Barmherzigkeit gelebt und die Gegenwart Jesu in den Armen und Kranken unserer Zeit so konkret und ernst genommen wie die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie. So habe Mutter Teresa aus tiefer Spiritualität und dem Vertrauen auf Maria – die Hilfe der Christen – Kraft geschöpft: „Aus diesem Vertrauen dürfen wir leben – trotz aller Ängste und Unsicherheiten, trotz Enttäuschungen, Kummer und Sorgen, die uns auf unserem Lebensweg begegnen.“ Erzbischof Burger dankte allen Ordensfrauen im Erzbistum Freiburg, die „für Jesus und die Kirche leben und sich um die vollkommene Liebe bemühen“. Auch für sie sei die Heiligsprechung von Mutter Teresa ein Zeichen der Ermutigung, „mit Christus unseren Weg zu gehen und uns von Maria begleiten und führen zu lassen.“

Freiburg: „Heiligkeit ist kein Luxus für Wenige“

Der 1978 noch in Freiburg tätige Monsignore Dr. Peter Wolf hatte bei der Begegnung mit Mutter Teresa das Gefühl, dass die Ordensfrau – während sie mit Menschen sprach – gleichzeitig im Gebet war. „Der Rosenkranz glitt beständig durch ihre knochigen Finger. Ganz bei Gott und doch ganz bei den Menschen.“ Wolf erinnert sich, dass in Freiburgs Schoferstraße immer wieder Menschen auf Mutter Teresa zukamen, die einfach ihr Kleid berühren wollten: „Es kam mir vor wie im Evangelium, als Jesus durch die Straßen ging und die Menschen ihn berühren wollten.“ Um 22.30 begann der Gottesdienst im Freiburger Münster, das schon Stunden zuvor gefüllt war, auch draußen drängten sich die Menschen. Nach Gesängen, Lesungen und einer Predigt von Kardinal Ratzinger trat Mutter Teresa ans freistehende Mikrofon, lediglich den Rosenkranz in der Hand. Ohne Umschweife lud sie die Jugendlichen im überfüllten Münster ein, mit ihr ein Ave Maria zu beten: „Danach erzählt sie schlicht und einfach, was sie und ihre Schwestern seit Jahren im Einsatz für die Ärmsten der Armen tun. Alle hören ihr zu und spüren etwas von ihrer unmittelbaren und hautnahen Beziehung zu den Ärmsten der Armen. Viele beginnen etwas zu ahnen von ihrer Leidenschaft für Christus in den Armen und Sterbenden auf den Straßen von Kalkutta und wo immer sie sie findet.“ Monsignore Wolf hat schon damals das Gefühl: „Da spricht eine Heilige. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie gar nichts Besonderes sein will.“ Sie sagte: „Heiligkeit ist eine Pflicht für Dich und für mich.“ Wolf hat diese Worte heute noch im Ohr: „Holiness is not a luxury of the few, it is a simple duty for you and for me.” Nun wurde mit der Heiligsprechung am 4. September feierlich verkündet, „was viele in und außerhalb der Kirche in seltener Einmütigkeit längst dachten und zum Ausdruck brachten: Mutter Teresa ist eine Heilige.“

Dienst an den Ärmsten der Armen – auch in Mannheim

Die aus Albanien stammende Missionarin kam 1928 im Auftrag ihres Ordens, der irischen Loretoschwestern, nach Bengalen, um sich im Unterrichtswesen zu engagieren. Nach langjähriger Tätigkeit an einer Schule gründete sie im Jahr 1950 in Kalkutta die Gemeinschaft „Missionarinnen der Nächstenliebe“, deren Hauptanliegen die intensive Armenfürsorge war und ist. Der Orden ist inzwischen weltweit verbreitet und unterhält zahlreiche Heime, etwa für Hungernde, Leprakranke, Sterbende oder Waisenkinder. Mutter Teresa, die sich bis zu ihrem Tod selbst tatkräftig und unter einfachsten Lebensbedingungen um die Hilfsbedürftigen kümmerte, wurde 1979 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Gemeinschaft "Missionarinnen der Nächstenliebe" gilt als eine der erfolgreichsten Ordensgründungen des 20. Jahrhunderts. Die von Mutter Teresa von Kalkutta (Agnes Bojaxhiu, 1910-1997) in Indien gegründete Gemeinschaft erhielt 1950 vom Vatikan als Einrichtung diözesanen Rechts die offizielle Anerkennung. Ordenstracht ist der weiße Sari mit dem blauen Band. Die Gemeinschaft, die weltweit in mehr als 130 Ländern vertreten ist, zählt nach Vatikanangaben rund 5.300 Schwestern in weltweit 762 Häusern. 1979 entstand die erste deutsche Niederlassung in Essen – weitere Häuser gibt es inzwischen in Berlin, Chemnitz, Hamburg, München, Frankfurt und Mannheim. Ihre Hauptaufgabe sehen die Schwestern Mutter Teresas in der Hilfe für Kranke, Arme und Obdachlose. In Sterbehäusern werden Todkranke gepflegt, in Schulen und Waisenhäusern Kinder betreut. Neben den drei klassischen Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams verpflichten sich die Schwestern auch zum Dienst an den Ärmsten der Armen.

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