- 08. Februar 2010
Allgäuer Skigeschichte wird neu geschrieben
Historisches Skifahren und ein Germanengott
Wer in die Rolle eines frühen Skiläufers schlüpfen will, ist am 13. Februar in Fischen im Allgäu richtig. Dort wird im Rahmen der 1.150-Jahrfeier des Ortes ein historischer Mannschaftswettbewerb veranstaltet. Der nostalgische Abfahrtslauf im Stil der Gründerzeit greift auf Exponate des Fischinger FIS-Skimuseum zurück. Über 40 Paar historische Ski wurden an Teilnehmer bereits ausgeliehen, sagt Georg Larsch, Heimatpfleger von Fischen. Zehn Tage vor der Veranstaltung ist noch ausreichend Equipment zum Ausleihen vorhanden. Zudem belebt Fischen die Erinnerung an eine alte Wintersporttradition, den skandinavischen Ullr, ein Talisman mit einer Abbildung des germanischen Gott Ullr. Er galt bis in die 1950er Jahre als Schutzpatron der Wintersportler und fehlte an keinem Skihosenbund.
Stilecht treffen sich Vereine und Mannschaften am Fischinger Heimathaus, einem Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, in dem auch das Skimuseum untergebracht ist. Unter den Klängen der „Ländler Musik Fischen“ marschieren die Gruppen zum Stinesser, dem Hausberg der Fischinger. Das historische Skifahren soll nicht nur an die Pioniere des Wintersports in Fischen und an die berühmte Hörnerskitour erinnern, sondern auch Spaß machen, sagt Larsch, der den Wettbewerb gemeinsam mit dem Fischinger Skiclub organisiert.
Beim nostalgischen Skifahren bleibt es an diesem Tag nicht. Der Ort lässt auch eine Wintersporttradition um den germanischen Gott Ullr neu aufleben. Noch bis in die 1950er Jahre sei es undenkbar gewesen, ohne diesen Schutzpatron aller Wintersportler auf Skitour zu gehen. Er sollte vor Knochenbrüchen, Unfällen und Unglück bewahren. Der Ullr wurde auf eine Münze geprägt und am Skihosenbund befestigt. Jeder Teilnehmer am historischen Skifahren bekommt eine Ullr-Münze überreicht. Das Heimatmuseum verbindet mit der Neuauflage auch einen Aufruf, alte Ullr der Ausstellung im Skimuseum zur Verfügung zu stellen. Mehr Informationen unter www.1150-jahre-fischen.de
Gute Trainingsbedingungen tragen Früchte
„Die Leistungen unserer Junioren sind super“ lobt Alfons Hörmann, Chef des Deutschen Skiverbandes, den nordischen Medaillenregen und die hervorragenden Platzierungen des Allgäuer Skinachwuchses. Einer von ihnen ist Biathlet Manuel Müller aus Fischen. Aus Sicht der Fachleute Hoffnungsträger Nummer eins. Der 20-jährige Sportsoldat hat jetzt im schwedischen Torsby Doppel-Gold und Silber geholt und ist damit der überragende Athlet dieser Junior-WM. Viel Zeit bleibt ihm nicht zum Feiern im Heimatort am 6. Februar nicht. Während dort heuer erstmalig für den Breitensport ein technisch beschneiter Loipen-Rundkurs am Sportstadion entstand, ist er bereits wieder auf Medaillenjagd.
Tag und Nacht werden Skifahrer gemacht
Bis zu elf Stunden sind die Lifte in Fischen in Betrieb. Das überschaubare Skigebiet direkt am Ortskern wird besonders von Ski- und Snowboardanfängern genutzt. Zwei Skischulen im Ort bereiten die angehenden Wintersportler auf die großen, umliegenden Skigebiete vor.
Jeden Montag- und Mittwochabend wird die Piste von einer Flutlichtanlage beleuchtet. Elf Stunden können angehende Carver und Boarder an diesen Tagen trainieren, tagsüber meist bei Sonnenschein. Im Januar zählte Fischen zum sonnenreichsten Gebiet des Deutschen Wetterdienstes. 87 Stunden schien die Sonne, im bayerischen Durchschnitt nur 38 Stunden. Ein eigener Hang mit „Zauberteppich“ ist für die kleinen Wintersportler reserviert. Schneemann Zimi, das meterhohe Maskottchen, lächelt dort den Kindern freundlich zu. Auch die Rodelbahn ist beleuchtet, da in der Vergangenheit ein steter Zuspruch der Bahn gerade unter Kindern zu beobachten war. Fischen hat sich Familienfreundlichkeit in Preis und Leistung zur Aufgabe gemacht. Die Skilifte sind von Dezember bis März in Betrieb und werden technisch beschneit.
Im Urlaub mit der Wünschelrute nach Gebirgswasser forschen Das NaturDorf Fischen im Allgäu kombiniert wochenweise Allgäuer Natur, Lebensart und Vitalität. Mit einem „Klick“ lassen sich neu arrangierte Aktiv-, Genuss- und Gesundheitsreisen buchen, die mit dem „Wesen“ des Allgäus, mit Milch, Bergwasser und Althergebrachtem vertraut machen.
Mit der Wünschelrute Gebirgswasser fühlen. Sich mit dem „Bähnle“ auf kulinarische Reise zum einzigen Allgäuer Milchwell-Hotel® begeben. Milchlikör, Bauernhofeis und Bergkäse testen. Wettmelken für Kinder. Als special guest auf der Tribüne dem Festumzug zum 1.150-jährigen Ortsjubiläum beiwohnen, bei dem die Geschichte Fischens von der Keltenzeit bis hin zu den touristischen Anfängen dargestellt wird. Allein 50 Einheimische mit alten Fuhrwerken, schweren Gebirgsrössern, „Heuburden“ und historischem Werkzeug zeigen den Wandel vom blauen zum grünen Allgäu. Eine neue Gesundheits-Pauschale bündelt die Vorzüge des heilklimatischen Kurorts innerhalb eines siebentägigen Aufenthalts.
Das NaturDorf Fischen im Allgäu hat für das Jahr 2010 seine Pauschalarrangements ausgebaut. Gastgeber vom Privathaus bis zum Viersterne-Plus-Hotel bieten 2010 zehn Packages in den Themenbereichen Aktiv, Genuss & Tradition und Gesundheit angeboten. Der Pauschalflyer „Pauschalen Fischen“ ist vor Kurzem erschienen.
Klimakur im Frühling
Dysstress nennt sich die Klimakur des NaturDorf Fischen. Der heilklimatische Kurort der Premium Class bezieht vom 6. März bis 27. März das Reizklima der Allgäuer Berge in eine Präventions-Klima-Kompaktkur DYSTRESS ein. Die Heilanwendungen richten sich an Menschen mit einseitiger beruflicher Belastung, Trainingsmangel einschließlich Blutdruckschwankungen, latenten Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht.
Schwerpunkte der Kur sind die Anleitung zur körperlichen Betätigung, Entspannungsübungen und gesunder Ernährung. Das Terraintraining unter Anleitung eines ausgebildeten Klimatherapeuten sieht Ausdauertraining, im Winter Skiwandern, Entspannungsübungen, Gymnastik, therapeutischer Sport und die klassische Kneipp-Hydrotherapie vor. Die regionale Note geben Heublumenbäder- und Packungen, die den Bergbauern früherer Zeit „abgeschaut“ wurden. Wohnen kann der Kursteilnehmer wo er möchte. Die Kur wird in der Gruppe durchgeführt. Mindestteilnehmerzahl sind sechs Personen. Informationen unter Tel. 08326-364616 oder www.fischen.de
90 Prozent Bezuschussung der Kurmittelkosten + 10 Prozent Selbstbeteiligung + einmalig 10 € für die Verordnung. Übrige Kosten (Übernachtung, Fahrt usw.) werden mit maximal 13,- €/Kurtag weiterhin bezuschusst. (Angaben lt. AOK, Abweichungen bei den Zuschüssen möglich.)
Meisterkonzert Benjamin Grosvenor am 7. März
Er gilt als Wunderkind und jüngster Preisträger aller Zeiten beim Southend Young Musician of the year - der englische Pianist Benjamin Grosvenor. Am 7. März tritt er in Fischen im Allgäu im Rahmen der Meisterkonzerte der Gesellschaft „Freunde der Musik“ auf.
Fischen hat sich über Jahrzehnte einen Platz im Oberallgäuer Kulturleben erarbeitet. Unterhaltsam im Zeitgeist und vielfältig sind die zahlreichen Kulturveranstaltungen von Stubenmusik mit Zither und Schuhplattler bis zu hochkarätigen Klassikkonzerten. Zu letzteren ist auch der Auftritt von Benjamin Grosvenor zu zählen. Der englische Pianist gilt als Ausnahmetalent. Mit acht Jahren gewann er in seiner Altersklasse alle Wettbewerbe auf englischen Festivals. Mit zehn war er der jüngste Preisträger aller Zeiten beim Southend- und Essex Young Musician of the Year. Mit 11 Jahren gewann er das Keyboard Final of the BBC Young Musician und sorgte damit international für Aufsehen. Auftritte in ehrwürdigen Konzertsälen wie St. George´s und der Carnegie Hall folgten. Der heute 17-jährige arrangiert Werke von Liszt, Chopin und Ravel.
Bild- und Text: Gemeinde Fischen im Allgäu
Mehr Informationen unter www.fischen.de
Nesselwang - Veröffentlicht von pressrelations