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Nutzerstudie bestätigt Stossrichtung des Projekts «Innenstadt – Qualität im Zentrum»

Wie wird die Basler Innenstadt genutzt? Warum kommen die Menschen in unser Zentrum? Und welche Erwartungen haben sie an die künftige Entwicklung? Eine breit angelegte Umfrage gibt Antworten auf diese Fragen und zur Nutzung der Basler Innenstadt generell. Die Ergebnisse der vom Planungsamt und von der Kantons- und Stadtentwicklung in Auftrag gegebenen und vom Gewerbeverband und Pro Innerstadt unterstützten Nutzerstudie sind zudem wichtige Grundlage für die Umsetzung von Projekten im innerstädtischen Raum, sei dies bei der Umgestaltung der Freien Strasse oder bei den Diskussionen über die Nutzung des Münsterplatzes.

Im Oktober 2010 standen rund 1'240 Passanten an sechs Standorten in der Gross- und Kleinbasler Innenstadt den Befragern Rede und Antwort. Im August und September 2011 gaben zudem rund 1'200 Bewohnerinnen und Bewohner der trinationalen Agglomeration sowie 160 Gewerbetreibende und 180 Bewohnerinnen und Bewohner der Basler Innenstadt per Telefonbefragung und Fragebogen Auskunft. Nun liegen die Ergebnisse vor. Sie sind deutlich ausgefallen und bestätigen drei Kernpunkte:
• Die Basler Innenstadt ist attraktiv − auch für Menschen, die ausserhalb leben.
• Die Vielfalt an Nutzungen ist gewünscht und gilt es weiterhin zu stärken.
• Die Erwartungen und die Bedürfnisse sind ebenfalls vielfältig – der Interessensausgleich über den permanenten Austausch ist wichtig und wird weiterhin gepflegt.

90% der Befragten aus Basel und Umgebung, 70% aus der weiteren Agglomeration der Schweiz sowie 30-35% aus dem angrenzenden Ausland kommen mindestens einmal im Monat in die Basler Innenstadt. Einkaufen ist mit 82% der häufigste Grund hierfür, gekauft werden vor allem Kleider, Haushaltsartikel oder Unterhaltungsmedien. Für einen Besuch im Zentrum an zweiter Stelle genannt wurden mit 64% Freizeitaktivitäten. 61% nutzen das Gastronomie¬angebot, was häufig in Kombination mit anderen Tätigkeiten gemacht wird. Für 14-16% der Befragten ist die Innenstadt der Arbeitsort. Es interessierte aber auch, warum jemand nicht in die Innenstadt kommt. Die Antworten variierten zwischen "kein Bedarf", "Angebot andernorts besser" oder "zu teuer", dies insbesondere für Befragte aus Deutschland. Befragte aus Frankreich nannten als Grund vorwiegend die aus ihrer Sicht schlechte Erreichbarkeit der Stadt Basel.

Gefragt wurde auch nach Lieblingsorten und Orten, die gemieden werden. Geschätzt aufgrund der Atmosphäre - und besonders beliebt bei den Innenstadtbewohnerinnen und -bewohnern – ist das Rheinufer, der Marktplatz gefällt insbesondere den Befragten aus Frankreich. Es folgen der Münsterplatz mit der Pfalz sowie der Barfüsserplatz.

Weniger beliebt ist das Kleinbasel, insbesondere der Claraplatz, wo die Sicherheit bemängelt wird. Von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Innenstadt ebenfalls beanstandet wird die Steinenvorstadt aufgrund von Lärm und mangelnder Sicherheit. Bei den Befragten aus Deutschland und Frankreich ist der Centralbahnplatz im Hinblick auf die Verkehrssicherheit wenig beliebt.

Der grösste Anteil der Befragten ist mit der Qualität im Zentrum Basels zufrieden. Dies kann auch als Bestätigung für die bisherigen Bestrebungen angesehen werden. Auf einen Wunsch angesprochen, möchten die Befragten aus Basel und dem Schweizer Teil der Agglomeration, dass die Fussgängerzone weiter ausgebaut und die Innenstadt belebter, sicherer und sauberer wird. Nutzerinnen und Nutzer aus dem grenznahen Ausland wünschen sich vor allem mehr Parkmöglichkeiten. Innenstadtbewohnerinnen und -bewohner verlangen die Durchsetzung der Rechtslage (Nachtruhe, Verkehrsregeln). Generell werden mehr Grünflächen, Verweil- und Sitzmöglichkeiten (insbesondere Freie Strasse, Marktplatz, Spalenberg und Barfüsserplatz) gewünscht.

Für die Mehrheit der Befragten ist die Innenstadt von Montag bis Donnerstag genügend belebt, relativ stark und für einige zu stark belebt ist sie am Freitag und Samstag. Der Sonntag wird hingegen klar als zuwenig belebt wahrgenommen. Hinsichtlich der Angebote im öffentlichen Raum ist der grösste Teil der Befragten zufrieden. Bei den Innenstadtbewohnern und den Gewerbetreibenden wünschen sich mehr als ein Drittel mehr Aufenthalts- und Flaniermöglichkeiten, mehr Märkte und mehr Spielplätze. Bei der Anzahl kommerzieller Veranstaltungen und Boulevard-Gastronomie sind die Meinungen geteilt: Die einen wollen mehr, für die anderen gibt es bereits zu viel.

Die Nutzerstudie zeigt, dass die Erwartungen und die Bedürfnisse an die Innenstadt vielfältig sind. Dies kann zu Konflikten führen. Ein permanenter Interessensausgleich, wie das Projekt "Innenstadt – Qualität im Zentrum" ihn anstrebt, ist deshalb sehr wichtig. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen Raum zu geben, braucht es weiterhin den breiten und konstanten Dialog.

Die Ergebnisse aus der Nutzerstudie ergänzen die bisherigen Erkenntnisse aus dem Mitwirkungsprozess. Sie zeigen die Standortvorteile und Vorzüge, aber auch die Defizite im Angebot der Innenstadt, der verkehrlichen Erschliessung und der Qualität der öffentlichen Räume. Die Ergebnisse der Studie fliesen nun in das Gestaltungskonzept Innenstadt und den Entwicklungsrichtplan Innenstadt ein. Sie sind Grundlage bei der konkreten Umsetzung von Projekten, beispielsweise der Umgestaltung der Freien Strasse oder bei der Diskussion über die Nutzung des Münsterplatzes.

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