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10. Februar 2026
Schweizer Spitzenteams bereit für die Olympischen Spiele
Wenn vom 12. bis 22. Februar 2026 in Cortina um olympisches Edelmetall gespielt wird, ist die Schweiz mit zwei Teams in Topform vertreten. Die Spitzenteams um Skip Silvana Tirinzoni und Skip Yannick Schwaller reisen mit starken Saisonleistungen, grossem Selbstvertrauen und klaren Ambitionen an die Olympischen Spiele.
Schweizer Frauenteam in Topform
Schon im Vorfeld der Spiele war die Vorfreude im Schweizer Team gross: «Das Abholen der Kleider war wieder ein Highlight. Da freut man sich gerade noch etwas mehr, wenn man als Team Schweiz eingekleidet wird», sagt Alina Pätz. Das Frauenteam blickt auf eine aussergewöhnlich starke Saison zurück. In der laufenden Saison verbuchte das Team 58 Siege aus 67 Partien. Bei 11 Turnieren erreichten die Weltranglisten-Zweiten zehnmal den Final, darunter alle fünf prestigeträchtigen Grand-Slam-Events. Zwei davon konnten sie für sich entscheiden, hinzu kamen vier weitere Turniersiege. Die Form stimmt, das Selbstvertrauen ebenfalls. «Wir fühlen uns super und haben in letzter Zeit sehr gut gearbeitet», so Pätz. Bevor Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Carole Howald, Selina Witschonke und Stefanie Berset am 9. Februar die Reise nach Cortina antraten, absolvierte das Schweizer Team ein Trainingscamp in Flims.
Das Frauenteam geht mit Ambitionen nach Cortina. «Das Ziel ist klar, dass wir eine Medaille gewinnen wollen», erklärt Alina Pätz offen. Die Schweizerinnen zählen zum erweiterten Favoritenkreis, auch wenn andere Nationen derzeit noch etwas höher eingestuft werden. «Die Top-Favoriten sind sicher Kanada.» Gleichzeitig betont Pätz die enorme Leistungsdichte: «Von diesen zehn Teams haben alle die Chance, eine Medaille zu gewinnen.»
Konstanz als Fundament für Olympia
Auch bei den Männern um Skip Yannick Schwaller, Benoît Schwarz-van Berkel, Sven Michel, Pablo Lachat-Couchepin und Ersatzspieler Kim Schwaller ist die Vorfreude gross. «Ich muss sagen, ich habe fast Mühe zu realisieren, dass es jetzt endlich so weit ist», sagt Benoît Schwarz-van Berkel lachend. Die Begeisterung für den Austragungsort ist deutlich spürbar: «Es werden enorm coole Olympische Spiele. Europa, Italien, die Berge, ein Dorf mit grosser Begeisterung – darauf freuen wir uns sehr.» Im Gegensatz zum Frauenteam bestritt das Team unmittelbar vor den Spielen kein weiteres Turnier, holte sich vor der Abreise jedoch ebenfalls den letzten Schliff in Flims. Wie die Frauen belegt auch das Männerteam aktuell Rang zwei in der Weltrangliste. In der laufenden Saison absolvierte das Team neun Turniere, zwei davon konnten sie gewinnen, darunter erstmals ein Grand-Slam-Event. An der Curling-EM 2025 sicherten sich die Genfer die Silbermedaille, hinzu kommen vier weitere Top-3-Platzierungen.
Trotz einer der stärksten Saisons der Teamgeschichte bleibt der Blick bewusst geerdet. «Im ersten Spiel der Olympischen Spiele heisst das alles nichts. Es wird intensiv, und es geht darum, dass wir uns in dieser Atmosphäre gut fühlen», betont Schwarz-van Berkel. Gerade bei Olympischen Spielen sind Zielfragen allgegenwärtig. Für Benoît Schwarz-van Berkel ist der Umgang damit klar. «Wenn ich während des Spiels an das Resultat denke, bringt mir das nichts.» Stattdessen setzt das Team auf einen konsequenten Prozessfokus. «Wir wollen uns gut fühlen, Spass haben und sehr gut spielen. Wir konzentrieren uns auf die Details und den Prozess, der uns erlaubt, gut zu spielen.» Wenn das gelinge, sei vieles möglich.
Brüderliche Unterstützung in Cortina
Yannick Schwaller darf in Cortina nicht nur auf die Unterstützung seiner Frau zählen, sondern auch auf jene seines jüngeren Bruders. Kim Schwaller (22) ergänzt das Männerteam als Ersatzspieler. «Die Vorfreude ist riesig und es fühlt sich noch etwas unwirklich an», sagt Kim Schwaller. Sein Bruder ergänzt: «Er ist ein Top-Alternate. Wenn er nicht gut genug wäre, wäre er auch nicht mitgekommen. Es ist mega cool.»
Kim Schwaller sammelte bereits vor zwei Jahren an der EM in Schottland sowie an der WM in Kanada Erfahrung als Ersatzspieler im Team seines Bruders. Im Sommer 2025 wurde er über seine Nomination informiert, im Herbst folgte die offizielle Selektion. «Es bedeutet mir extrem viel», sagt Kim. «Mein Bruder war immer ein Vorbild für mich, trotz acht Jahren Altersunterschied. Diese Momente gemeinsam zu erleben, ist etwas ganz Besonderes.»
Nähe, Rivalität und ein kleiner Streich
Die Brüder stehen sich sehr nahe, wohnen nur rund 20 Meter voneinander entfernt und sehen sich regelmässig. «Wir gehen zusammen ins Fitness, haben viele gemeinsame Interessen und sind uns ziemlich ähnlich. Daher gibt es immer viel zu reden», erklärt Yannick Schwaller. Kim beschreibt das Verhältnis schmunzelnd: «Es ist sehr freundschaftlich. Er ist ein guter Freund und gleichzeitig der grosse Bruder. Aber wenn wir Gegner sind, sind wir Gegner – dann wollen wir uns schlagen.» Dass ihr brüderliches Verhältnis auch Platz für Humor bietet, zeigte sich erst kürzlich. «Über Silvester war ich weg, und als ich zurückkam, waren 100 Ballons in meiner Wohnung», erzählt Kim Schwaller. «Ich fand es weniger amüsant, Yannick dafür umso lustiger.» Dieser verteidigt sich lachend: «Das war vor allem die Idee meiner Frau Briar.»
Modus und Spielplan
Das Spielformat sieht eine Round Robin vor. Die vier besten Teams qualifizieren sich anschliessend für die Halbfinalspiele. Dort treffen die Erstplatzierten der Tabelle auf die Viertplatzierten, während die Zweit- und Drittplatzierten gegeneinander antreten. Spielplan und Resultate auf World Curling
Spielplan Schweiz Frauen
12. Februar, 09:05 Uhr – Italien
13. Februar, 14:05 Uhr – China
14. Februar, 09:05 Uhr – Japan
14. Februar, 19:05 Uhr – Kanada
16. Februar, 09:05 Uhr – Schweden
16. Februar, 19:05 Uhr – Grossbritannien
17. Februar, 14:05 Uhr – Korea
18. Februar, 19:05 Uhr – Dänemark
19. Februar, 14:05 Uhr – USA
20. Februar, 14:05 Uhr – Halbfinale
21. Februar, 14:05 Uhr – Bronze
22. Februar, 11:05 Uhr – Gold
Spielplan Schweiz Männer
12. Februar, 14:05 Uhr – USA
13. Februar, 09:05 Uhr – Tschechien
13. Februar, 19:05 Uhr – China
14. Februar, 14:05 Uhr – Kanada
15. Februar, 19:05 Uhr – Grossbritannien
17. Februar, 09:05 Uhr – Schweden
17. Februar, 19:05 Uhr – Deutschland
18. Februar, 14:05 Uhr – Norwegen
19. Februar, 09:05 Uhr – Italien
19. Februar, 19:05 Uhr – Halbfinale
20. Februar, 19:05 Uhr – Bronze
21. Februar, 19:05 Uhr – Gold







