
- 11. September 2026
Schweizer Bund soll Verkehrsdrehscheiben priorisieren
Dazu gehören: Dornach Apfelsee, Basel Neuallschwil und EuroAirport
Die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms Basel kritisiert die Rückstufung der Verkehrsdrehscheiben Dornach Apfelsee, Basel Neuallschwil und am EuroAirport. Dadurch werden zentrale Projekte der Umfeldentwicklung neuer S-Bahn-Haltestellen infrage gestellt und damit eine abgestimmte Siedlungs- und Verkehrsentwicklung erschwert.
Die trinationale Trägerschaft des Agglomerationsprogramms Basel hat die Vernehmlassungsvorlage zur Botschaft der 5. Programmgeneration detailliert ausgewertet. Auch wenn sich die Trägerschaft zufrieden zeigt mit der guten Programmbewertung, welche dem trinational abgestimmten Basler Programm attestiert wird, bewertet sie einige Prüfergebnisse als strategisch falsch. Insbesondere die Rückstufungen der Verkehrsdrehscheiben Dornach Apfelsee, Basel Neuallschwil und im Zusammenhang mit dem Ausbau des Terminals des EuroAirports sind problematisch. Dieses Vorgehen widerspricht aus Sicht der Trägerschaft dem Ziel einer abgestimmten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung. Die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms Basel fordert den Bund in ihrer Stellungnahme auf, die Priorisierung der betroffenen Projekte im Rahmen der im Jahr 2027 folgenden Botschaft zu Verkehr ’45 zu korrigieren. Zudem fordert sie, dass einige wichtige Veloprojekte im dringlichsten Realisierungshorizont mit Baustart ab 2028 verbleiben und nicht gemäss Vorschlag des Bundes zurückgestuft werden.
Ohne die S-Bahn-Haltestelle Dornach Apfelsee verliert das Gesamtprojekt seine Wirkung
Die Zurückstufung der S-Bahn-Haltestelle Dornach Apfelsee und der dazugehörigen Verkehrsdrehscheibe schwächt ein Leuchtturmprojekt. Das Projekt umfasst auch die Transformation des ehemaligen Industrieareals Wydeneck zu einem Quartier mit Wohnraum und Arbeitsplätzen und basiert auf einer starken Erschliessung durch die S-Bahn. Bei der Planung wurden von Beginn an Siedlungsentwicklung, öffentlicher Verkehr sowie Fuss- und Veloverkehr integriert geplant. Das Projekt setzt damit die Grundsätze des Bundes zur Siedlungs- und Verkehrsentwicklung beispielhaft um. Wird die Haltestelle auf einen Zeitpunkt nach 2045 verschoben, kann auch die Mobilitätsdrehscheibe ihre Funktion nicht erfüllen. Sämtliche im Agglomerationsprogramm enthaltenen Teilprojekte wurden konsequent auf die neue Haltestelle abgestimmt. Nicht nur die Umsetzung der abgestimmten Entwicklung des Birsraums würde sich erschweren. Auch das Potenzial, zusätzliche Mobilitätsbedürfnisse auf den öffentlichen Verkehr zu verlagern, würde deutlich reduziert. ETH-Gutachten «Verkehr ‘45»: S-Bahn-Haltestelle Basel Neuallschwil in Priorität 1 eingestuft
Die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms lehnt die Zurückstufung der S-Bahn-Haltestelle Basel Neuallschwil und der dazugehörigen Projekte der Umfeldentwicklung entschieden ab. Besonders unverständlich ist die Zurückstufung vor dem Hintergrund, dass die geplante S-Bahn-Haltestelle im ETH-Gutachten «Verkehr ‘45» in Priorität 1 eingestuft wurde. Die Haltestelle schliesst die Gemeinde Allschwil an das S-Bahn-Netz an, womit ein 1/2erheblicher Umsteigeeffekt auf den öffentlichen Verkehr und eine Entlastung der Strassen im Westen Basels zu erwarten sind.
Die Massnahme trägt auch zu einer besseren Erschliessung von Wohn- und Arbeitsplatzgebieten im Bachgraben und in Grossbasel West bei. Die geplante Verkehrsdrehscheibe ermöglicht eine optimale städtebauliche Integration der neuen Haltestelle in die heutige Situation. Die Planung der Umfeldentwicklung ist bereits weit fortgeschritten. Die einzelnen Teilprojekte wie die Bus- und Tramhaltekanten, die Anbindung ans Fussweg- und Veloroutennetz oder die Aufwertung der angrenzenden Strassen sind optimal aufeinander abgestimmt.
Spätere Umsetzung der Verkehrsdrehscheibe am EuroAirport ist unrealistisch
Die Trägerschaft weist die Umpriorisierung der Verkehrsdrehscheibe im Rahmen des Ausbaus des EuroAirport- Terminals entschieden zurück. Es liegt ein weit fortgeschrittener Projektstand vor: Das Vorprojekt ist abgeschlossen und die Inbetriebnahme ist für Ende 2028 vorgesehen. Eine spätere Umsetzung wäre deshalb kaum realistisch. Die Verkehrsdrehscheibe ist Teil einer Strategie, die den Anteil des öffentlichen Verkehrs erhöhen, den Landverkehr am Flughafen klimafreundlicher gestalten und die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel fördern soll. Die Verkehrsdrehscheibe wird unabhängig von der Entscheidung über die Bahnanbindung realisiert. Damit liegt eine Lösung vor, auf der in Zukunft aufgebaut werden kann, wie dies der Bund in seinen Grundsätzen der Raum- und Mobilitätsentwicklung verlangt.
Alle relevanten Informationen zum Agglomerationsprogramm Basel sind auf der Webseite des Agglomerationsprogramms abruf- und downloadbar: https://www.aggloprogramm.org/de/medien






