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Studie: Ärzte machen SEO statt Aufklärung
Städte-Ranking / WORTLIGA
  • 29. Juli 2026

Studie: Ärzte machen SEO statt Aufklärung

Von Gidon Wagner | WORTLIGA® Tools GmbH

– sie erklären ästhetische Behandlungen nicht verständlich genug

München – Eine WORTLIGA-Studie für EXELERA® untersuchte, wie Arztpraxen online mit Patienten über ästhetische Behandlungen kommunizieren. Die Studie analysierte 1.004 ärztliche Leistungsseiten mit über 500.000 Wörtern und bezog elf Großstädte ein. Trotz regionaler Unterschiede deckt die Analyse flächendeckend Schwächen in der Patienten-Kommunikation auf. Die Praxen bereiten komplexe Sachverhalte nicht verständlich auf. Die Ansprache der Patienten scheitert an akademischem Fachjargon, Passiv-Konstruktionen und SEO-Fokus.

Die Studie untersuchte Texte zu Selbstzahlerleistungen in der ästhetischen Dermatologie und plastischen Chirurgie. Analysiert wurden Leistungsseiten zu Behandlungen mit Botulinumtoxin, Hyaluronsäure und Laser.

Gesundheitskompetenz: Ärzte riskieren Missverständnisse und verspielen Vertrauen

Im Vergleich führen Praxen aus München das Ranking zwar knapp an. Trotzdem erreichen sie nur einen durchschnittlichen WORTLIGA-Score von 49,7 Punkten. Das Schlusslicht bildet Bremen mit 43,5 Punkten. Erst ab einem Wert von 60-70 Punkten gelten Texte als professionell und leicht verständlich für das breite Publikum. Der Score misst die Lesbarkeit, sprachliche Hürden wie Schachtelsätze, Passiv-Jargon sowie den bürokratischen Nominalstil. Das etablierte Punktesystem wird unter anderem von der AOK in ihrem Handbuch zur Verbesserung von Gesundheitskompetenz empfohlen.

„Patientenfreundliche Sprache ist kein bloßes Marketinginstrument. Sie verbessert den Austausch. Sie ist die Grundlage für gegenseitiges Vertrauen. Sie trägt maßgeblich zur bestmöglichen Behandlung bei“, sagt Dr. Alexandra Ogilvie. Sie ist Gründerin des Fortbildungsinstituts für ästhetische Medizin EXELERA® und Fachärztin für Dermatologie, Lasertherapie, dermatologische Kosmetologie.

Studienleiter Gidon Wagner von WORTLIGA sagt: „Wenn Mediziner Leistungen zu kompliziert erklären, verschaffen sie sich damit keinen Respekt. Das Vertrauen schwindet. Patienten informieren sich auf TikTok oder bei ChatGPT und Co. Ein Klartext-Check sollte für jede Praxis zum Standard werden: auch aus rechtlichen Gründen mit Blick auf das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).“

Laser- und Hyaluron-Texte besonders schwach

Für den Test nutzten die Autoren linguistische Algorithmen. Sie analysierten unter anderem Satzlängen, Wortkomplexität und semantische Muster, um ein valides Bild der digitalen Kommunikation zu zeichnen.

Besonders bei Erklärungen zu Laser- und Hyaluronbehandlungen schnitten die Texte sehr schlecht ab. Ohne genaue redaktionelle Kontrolle tendieren diese Beschreibungen zu hochkomplexen Medizin- und Physikvorlesungen, was das Lesen für Patienten massiv erschwert. Lediglich bei Botulinumtoxin-Behandlungen zeigten sich verständlichere, kürzere Kausalketten.

„Mehr als eine reine Mängelanalyse“

Die Studie zeigt ein weiteres Ergebnis: Die Branche spricht auf paradoxe Weise über Risiken. Medizinische Autoren beschreiben Behandlungsziele mit emotionalen Adjektiven, während sie Nebenwirkungen gezielt verharmlosen: Dafür nutzen sie extrem kurze Sätze oder Checklisten. So komprimieren sie die Risiken optisch.

Der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie EXELERA-Gründer Dr. med. Dominik von Lukowicz sagt: „Diese Studie ist mehr als eine reine Mängelanalyse. Sie bildet die inhaltliche Klammer um ein Thema, bei dem ein radikales Umdenken zwingend erforderlich ist. Verständlichkeit ist ein wichtiges Instrument für Medizinerinnen und Mediziner, das auch in unseren Fortbildungen einen festen Platz hat.“

Hier laden Sie die Studie kostenfrei herunter: https://wortliga.de/st...hetik.html




Ressort: Lifestyle & Wohlbefinden

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