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Resilienter Riese: Die Danieltanne in Grafenhausen wird zum Nationalerbe-Baum ernannt
Blick von unten in die Krone der majestätischen Danieltanne ©Hochschwarzwald Tourismus GmbH
  • 19. Mai 2026

Resilienter Riese: Die Danieltanne in Grafenhausen wird zum Nationalerbe-Baum ernannt

Von Anna Freund | Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Resilienter Riese: Die Danieltanne in Grafenhausen wird zum Nationalerbe-Baum ernannt

Mit einer Höhe von etwa 45 Metern und einem Stammumfang von nahezu sechs Metern überragt die Danieltanne in Grafenhausen ihre Umgebung deutlich. Die ca. 450 Jahre alte Weiß-Tanne wächst auf rund 1.000 Metern Höhe im Naturschutzgebiet Schlüchtsee und ist eingebettet in einen artenreichen Bergmischwald aus Fichten, Buchen und Bergahornbäumen. Nun wird der von einem Expertengremium als besonders schützenswert befundene Baum zum Nationalerbe-Baum erklärt.

Grafenhausen - Eine besondere Weiß-Tanne aus dem Hochschwarzwald wurde als einer von insgesamt 100 Nationalerbe-Bäumen in Deutschland ausgewählt: die Danieltanne in Grafenhausen. Der rund 450 Jahre alte Baum steht im Gemeindewald von Grafenhausen im Landkreis Waldshut und gilt als die dickste Tanne im gesamten Schwarzwald. Am Freitag, den 22. Mai 2026, wird der Uralt-Baum mit dem einprägsamen Namen offiziell zum Nationalerbe-Baum erklärt.

Der Name „Danieltanne“ sowie die amtliche Erfassung ihrer Daten in einem forstlichen Steckbrief gehen auf den früheren Revierförster Hartmut Frank zurück. Er leitete das Forstrevier Grafenhausen über mehr als drei Jahrzehnte bis zu seinem Ruhestand im September 2012. Bereits zu Beginn seiner Dienstzeit erkannte Hartmut Frank die außergewöhnliche Dimension des Baumes und ließ ihn von der Forstdirektion Freiburg vermessen. In den 1990er-Jahren erhielt die Tanne schließlich ihren Namen „Daniel“. Gemeinsam mit einer benachbarten, etwas kleineren Tanne – im lokalen Sprachgebrauch „Daniela“ genannt – bildet sie ein eindrucksvolles Naturdenkmal. Der Name geht auf die als „Daniel“ bezeichnete Flur, in der der Baum steht, zurück. Die Herkunft dieses Namens ist unklar; vermutlich wurde er bereits bei den frühen Landvermessungen vergeben.

Ein Baum als Symbol für den Wandel der Wälder

Bei der Danieltanne handelt es sich um eine natürlich gewachsene Weiß-Tanne – eine typische Baumart des ursprünglichen Schwarzwalds. Im Gegensatz dazu wurden die umliegenden Fichten erst um die Jahrhundertwende im Zuge von Aufforstungen gepflanzt. Die markante Danieltanne hat zahlreiche Umweltveränderungen überstanden, die den Schwarzwald in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben – darunter die Immissionen in den 1980er-Jahren, schwere Stürme wie „Wiebke“ und „Lothar“ sowie mehrere andauernde Trockenperioden seit dem Jahr 2019. Trotz dieser Belastungen weist der Baum heute eine bemerkenswerte Vitalität auf.
Mit ihrer Ernennung zum Nationalerbe-Baum reiht sich die Danieltanne in eine bundesweite Initiative ein, die herausragende und historisch bedeutsame Bäume schützt und würdigt und von der Eva Mayr-Stihl Stiftung finanziert wird.

Die Auszeichnung, die vom Kuratorium Nationalerbe-Bäume der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Roloff vergeben wird, unterstreicht zudem die ökologische Bedeutung der Weiß-Tanne im Schwarzwald. Während ihr Bestand durch historische Holznutzung und großflächige Fichtenanpflanzungen stark zurückging, gewinnt sie heute zunehmend an Bedeutung. Besonders ihre Fähigkeit, besser mit Trockenheit umzugehen als andere Nadelbaumarten, macht sie zu einer wichtigen Baumart für den Wald der Zukunft.

Die Danieltanne – ein Naturerlebnis im Hochschwarzwald
Die Danieltanne ist für Besucher:innen gut erreichbar. Ein kurzer Spaziergang von etwa 15 bis 20 Minuten durch den Bergwald führt zu dem Naturriesen, der nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine besondere Ausstrahlung besticht.

Am 22.05.2026 wird die Danieltanne um 15:00 Uhr offiziell zum 59. Nationalerbe-Baum Deutschlands erklärt. Die Feier beinhaltet kurze Ansprachen und einen anschließenden Austausch bei Imbiss und Getränken im Garten des Heimatmuseums Hüsli in Grafenhausen. Prof. Dr. Andreas Roloff wird die Bedeutung der Auszeichnung und die Besonderheiten der Danieltanne erläutern. Die Veranstaltung würdigt die Danieltanne als ökologisch und kulturell wertvollen Altbaum und macht auf die besondere Bedeutung des Naturerbes für Mensch und Umwelt aufmerksam.
 
Weitere Informationen sind unter hochschwarzwald.de/danieltanne zu finden


Ressort: Waldshut

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