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Bodensee-Obstbauern fördern seit mehr als 15 Jahren koordiniert Wildbienen
Biodiversitätsprojekt Ankerpflanzen
  • 20. Mai 2026

Bodensee-Obstbauern fördern seit mehr als 15 Jahren koordiniert Wildbienen

Von Gerald Karl Kaufmann

Summend in die Zukunft

Erfolgsmodell für Artenvielfalt: Rund 100 Obstbaubetriebe haben sich 2025 an Biodiversitätsprojekt beteiligt – Mehr als 500 Nisthilfen für Vögel und Wildbienen installiert und knapp 1500 Wildsträucher gepflanzt – Diesjähriges Wildbienenmonitoring ist gestartet

Egal ob Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge oder Mirabelle: Sie alle sind wie weitere Obstsorten von der Arbeit von vielen kleinen Helfern abhängig. Ein Großteil der Bestäubungsleistung in Obstanlagen wird von Wildbienen erbracht. Ihre Vielfalt und Aktivität tragen entscheidend zur Fruchtqualität, zum Ertrag und zur Stabilität der Produktion bei. Dieser enormen Bedeutung gegenüber steht ein alarmierender Rückgang der Arten und der Biomasse von Fluginsekten, darunter auch von Wildbienen.

Am Bodensee zeigt sich seit 16 Jahren, wie erfolgreich der Schutz der Bestäuber sein kann: Dank des Engagements von Obstbäuerinnen und Obstbauern hat sich die Zahl der Wildbienenarten in der Region seit Projektstart nahezu verdoppelt. Die Initiative zu diesem Biodiversitätsprojekt war von Bodensee-Stiftung, der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft, der REWE Group und dem Kreisimkerverein Tettnang-Friedrichshafen ausgegangen. Sie begleiten und unterstützen die Obsterzeuger auch heute noch.

„Damit Wildbienen ihre wichtige Arbeit leisten können, brauchen sie ganzjährig Nahrung und Lebensraum – auch außerhalb der Hochsaison, wenn die Bäume in Blüte stehen“, betont Sabine Sommer, Projektleiterin bei der Bodensee-Stiftung.Im Rahmen des Projekts erhalten die Obstbauern beispielsweise Nisthilfen für Wildbienen und Saatgut für Blühstreifen sowie die naturschutzfachliche Beratung kostenlos, finanziert von REWE. Die Kosten für ihre Arbeitsleistung für Ausbringen und Pflege werden ihnen allerdings nicht erstattet.

Das Projekt startete 2010 und entwickelte sich zu einer bundesweiten Erfolgsgeschichte. Die jüngste Zählung von Wildbienen im Niederstamm-Apfelbau bestätigte: Der Bestand der wichtigen Bestäuber hat sich in der Anbauregion Bodensee auf hohem Niveau stabilisiert. 112 Wildbienenarten wurden gezählt – gegenüber 56 beim ersten Monitoring von 2010. Darunter gelten 26 Arten als landesweit im Bestand bedroht oder sie sind in der Vorwarnliste aufgeführt. Das Wildbienenmonitoring ist fester Teil des Biodiversitätsprojekts. Es wird nach den Jahren 2010, 2013, 2017 und 2021 aktuell zum fünften Mal durchgeführt. Über die kommenden Monate hinweg werden die Anzahl der Arten und Individuen in Obstanlagen erfasst.

Begleitet von Experten und Wissenschaftlern werden in den Obstanbauflächen und auf den Höfen verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um ein reichhaltiges Nahrungsangebot, Rückzugsgebiete und charakteristische Habitate zu schaffen. Im Jahr 2025 haben 91 Betriebe mit mehr als 900 Hektar Gesamtobstbaufläche an dem Projekt teilgenommen. Sie haben auf mehr als 300.000 Quadratmeter einjährige Blühflächen und auf rund 130.000 Quadratmetern mehrjährige Blühflächen angelegt, 437 Nistkästen für Singvögel, knapp 100 Wildbienen-Nisthilfen und 14 Nistkästen für Fledermäuse installiert sowie 1410 Wildsträucher/Hecken angepflanzt.

„Eindrücklich zeigen die Monitoringergebnisse, dass auch intensiv bewirtschaftete Erwerbsobstanlagen durch die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Biodiversität leisten können“, sagt Sabine Sommer von der Bodensee-Stiftung und ergänzt: „Wenn es den Wildbienen gut geht, geht es auch anderen Arten gut.“

Dieses Engagement geht weit über gesetzliche Anforderungen hinaus. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten investieren die Betriebe bewusst Zeit, Fläche und Ressourcen in den Erhalt der biologischen Vielfalt. „Der Schutz der Wildbienen ist für die Obstbaubetriebe nicht nur unbezahlte Zusatzaufgabe, sondern ebenso Investition in die Zukunft ihres Wirtschaftens,“ sagt Tim Strübing, Geschäftsführer von Obst vom Bodensee. „Dank dieses besonderen Engagements, das seinesgleichen sucht, erhalten unsere regionalen Äpfel einen unbezahlbaren Mehrwert.“

Auch in Obstanlagen, die keine Sondermaßnahmen für Wildbienen ergriffen haben, wurde eine Zunahme der Insekten verzeichnet. „Von dem großflächig angelegten Projekt profitieren also noch viele mehr“, betont Sabine Sommer. Die Förderung von Wildbienen ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Baustein für eine resiliente Landwirtschaft.


Ressort: Energie und Umwelt

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