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26. Februar 2026
Kirchliche Kunst wird neu sicht- und erlebbar
Im aufwendig sanierten Freiburger Augustinermuseum entfaltet sakrale Kunst eine neue Wirkungskraft.
Freiburg (pef). Kirchliche Kunstgüter erstrahlen in neuem Licht. Eine hochwertige und moderne Präsentation der christlichen Kunst auf internationalem Museumsniveau wird nun im Augustinermuseum geboten, freut sich die Erzdiözese Freiburg. Der Festakt zur Eröffnung mit Generalvikar Christoph Neubrand, Weihbischof Dr. Peter Birkhofer und Weihbischof Dr. Christian Würtz findet am Freitag (27.2.) im Freiburger Münster statt. Das Augustinermuseum eröffnet am Wochenende, 28. Februar und 1. März, nach gut 20-jähriger Sanierungszeit und einem gesamten Investitionsvolumen von rund 95 Millionen Euro. Neue Ausstellungsräume und -konzepte locken.
Im Augustinermuseum wird seit bald 100 Jahren kirchliche Kunst aus dem Bestand des Diözesanmuseums gezeigt. Insgesamt befinden sich heute aus dem Bestand der diözesanen Sammlung zirka 300 Objekte als Dauerleihgaben im Augustinermuseum. Einige sind im neuen Bereich nun ausgestellt – also im Konventgebäude und im Gewölbekeller.
Die neue, großflächige Schatzkammer im historischen Keller nimmt für die Präsentation des Münsterschatzes eine besondere Rolle ein. In neuen, hochmodernen Vitrinen mit ausgeklügelter Beleuchtung erstrahlen die Exponate in neuem Glanz. Einzelne, frei platzierte Vitrinen ermöglichen eine Rundumsicht der Objekte, die in der früheren Ausstellungssituation nicht möglich war. Diese Objekte – darunter Gold- und Silberschmiedearbeiten, Wandbehänge des Mittelalters und der Barockzeit, liturgische Handschriften, Reliquiare sowie Paramente – gewinnen deutlich an Sicht- und Erlebbarkeit.
Kirchliche Kunst ist integraler Bestandteil
Konzeptionelle und inhaltliche Neuerungen betreffen besonders die Struktur der Dauerausstellung: Kirchliche Kunst wird nicht separat, sondern als integraler Bestandteil der regionalen Kunstgeschichte präsentiert. Damit wird die religiöse Dimension als prägender Faktor der Kultur- aber auch Stadtgeschichte sichtbar gemacht. Neben kunsthistorischen Aspekten werden liturgische, soziale und historische Funktionen der Werke erläutert. Zudem erfolgt die Integration der historischen Bausubstanz des früheren Klosters in die Ausstellung.
„Es ist für uns wichtig, dass die Ausstellungsgegenstände, die wir dem Augustinermuseum anvertraut haben, als Diözesanmuseum auch wieder sichtbar sind und entsprechend wirken können“, erklärt Generalvikar Christoph Neubrand. Gemeinsam mit den Stiftungen der Erzdiözese, der Stadt Freiburg und dem Augustinermuseum sei es gelungen, einen Raum zu schaffen, in dem ein Auseinandersetzen mit der Frage von Religiosität auch im zeitgemäßen Kontext erfolgen wird – „wo es also nicht nur um historische Ausstellungsstücke geht, sondern auch um die Beschäftigung mit der Religion“. Diese Räume hat die Erzbischof Hermann Stiftung mit 150.000 Euro gefördert.
Das Augustinermuseum vereint unter seinem Dach verschiedene Sammlungskomplexe unterschiedlicher Leihgeber wie der Adelhausenstiftung und weiterer kirchlicher Leihgeber. Zu letzteren gehört der Freiburger Münsterfabrikfonds, der Exponate aus dem Freiburger Münster als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt – darunter auch den Silberaltar. So sind in der Skulpturenhalle Bildwerke des Außenbaus des Münsters und in angrenzenden Räumen prächtige, mittelalterliche Glasmalereien zu bestaunen. Daneben war der Freiburger Münsterschatz schon immer ein hochkarätiges Ausstellungsensemble, das bis zur Fertigstellung des letzten Bauabschnitts einige Jahre nicht mehr zu sehen war.
Die Einschätzung der Expertin
Empfindliche Werke wie Goldschmiedearbeiten, Textilien und Handschriften können dauerhaft unter optimalen Bedingungen gezeigt werden. Über die neuen Möglichkeiten freut sich Nadja Beck, Leiterin des Referats Kirchliches Kunstgut und Erzbischöfliches Diözesanmuseum: „Die Ausstellungsräume entsprechen in Bezug auf Beleuchtung, Klimatisierung und Sicherheit internationalen Museumsstandards und bieten den empfindlichen Objekten eine optimale Präsentations- und Schutzumgebung.“
Sakrale Kunst kann von den Besuchern stärker wahrgenommen werden, weil sie durch modernste Technik und Beleuchtung besser erleb- und sichtbar ist. Einige spezielle, nicht objektgebundene Vitrinen ermöglichen es, Highlights aus dem Depot zu präsentieren. So kann innerhalb der Dauerausstellung der Schatzkammer auf kleinem Raum eine Wechselausstellung integriert werden.
Beck: „Kirchliche Kunst kann insgesamt stärker als Teil der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte wahrgenommen werden.“ Die moderne Depot-, Klima- und Sicherheitstechnik erleichtern laut der Expertin die konservatorische Betreuung, den Leihverkehr und Ausstellungswechsel.





