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Arznei aus heimischen Wäldern

Wald

Erste Mistelernte im Landkreis Waldshut

Im Landkreis Waldshut spielt die Mistel entlang der Rheinschiene zunehmend eine Rolle. Auf den ersten Blick ist sie – vor allem aus Sicht der Förster und Waldbesitzer - eher lästig. Sie befällt u.a. die Weißtannen und führt zu Holzentwertung und einen verfrühten Absterben der Altbäume. Die Pharmazie hat aber eine bedeutend positivere Sicht auf die hiesige Mistel. Sie ist eine äußerst bemerkenswerte Pflanze, so blüht sie im Winter, trägt Früchte im Herbst und produziert über 1000 Inhaltstoffe. Bereits in der Antike war die Mistel als Heilpflanze bekannt. Damals wurden Wunden, Geschwüre und Milzerkrankungen mit Mistelpräparaten behandelt. Heutzutage findet der aus der Mistel gewonnene Extrakt u.a. in der Krebstherapie Verwendung. Neben der Standard-Therapie der Schulmedizin kann, komplementär dazu, eine Mistel-Therapie durchgeführt werden. Wichtigster Inhaltsstoff sind sog. Lektine (Glykoproteine), die in unterschiedlichen Formen und Konzentrationen, je nach Erntezeitpunkt, Geschlecht und Unterart von der Pflanze produziert werden.

Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) ist aus botanischer Sicht ein sog. Halbschmarotzer. Sie wächst in unseren Breiten v.a. in der Krone von Weißtanne, Kiefer, und auf diversen Laubbaumarten. Ihre Samen werden über Vögel verbreitet. Die Tiere fressen die weißen Beeren und scheiden den Samen anschließend wieder aus. Der Vogelkot ist aufgrund des Fruchtfleischs extrem klebrig, sodass die ausgeschiedenen Samen ohne weiteres an Ästen kleben bleiben. Dort keimt der Mistelsamen und wächst wiederum in den lebenden Ast ein. Ein starker Mistelbefall schwächt die Wirtspflanze allerdings so stark, dass sog. Sekundärschädlinge (Pilze, Insekten, etc.) oder anhaltende Dürre den Baum zum Absterben bringen können. Im Falle der Weißtanne ist weitaus gravierender, dass die Misteln, die nahe der Stammachse erwachsen, früher oder später in den Holzkörper einwachsen und zu einer starken Entwertung des Holzes führen. Um so erfreulicher ist nun, dass man die Misteln für pharmazeutische Zwecke verwenden kann.

Im Winter 2018 wurde durch das Kreisforstamt und die Fa. Helixor GmbH, nahe der Stadt Wehr eine erste Mistelprobe eingesammelt. Nach einer sechswöchigen Analyse steht nun fest, dass die Misteln im Raum Wehr von hervorragender Qualität und frei von Schadstoffen sind. In Zukunft soll die Misteln nun viermal pro Jahr gesammelt werden. Geerntet wird am stehenden Baum. Dafür klettern speziell ausgebildete Erntetrupps der Fa. Helixor auf die befallenen Tannen und pflücken jeweils die letzten drei Jahrestriebe einer Mistel. Die Mistel selbst bleibt also erhalten. Anschließend wird das geerntete Material gereinigt und die Inhaltsstoffe aufwändig extrahiert und filtriert. Die vier verschiedenen Extrakte unterscheiden sich hinsichtlich der Inhaltsstoffe und deren Konzentrationen. Um eine gleichbleibende Qualität herstellen zu können, werden die Extrakte aus einem Jahr vermischt, anschließend verdünnt und abgefüllt. Verabreicht werden die Präparate über Injektionen, dabei wird die Konzentration an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.

Tags: Nachhaltigkeit

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