
- 12. August 2026
Verlässliche Politik als Standortfaktor: SPD Lauchringen besucht Schule, Wirtschaft und Klimakrise
Lauchringen. Verlässliche Politik, weltweite Verflechtung örtlicher Wirtschaft und die Klimakrise standen im Mittelpunkt der kommunalpolitischen Fahrradtour der SPD Lauchringen am 25. Juli 2026. Vorstandsmitglied Martina Meier führte die Gruppe zur Schule am Hochrhein, zum Hochregallager von Möbel Dick und zur Nahwärmezentrale in Oberlauchringen. Dabei wurde deutlich: Kommunalpolitik hängt immer stärker von Entwicklungen ab, die weit über Lauchringen hinausreichen.
An der Schule am Hochrhein freute sich Schulleiterin Ulrike Stoll, dass ihre Schule künftig Realschule sein, aber auch den Hauptschulabschluss ermöglichen wird. Rund 300 Jugendliche aus dem ganzen Kreisgebiet lernen dort. Stoll hob die Berufsorientierung, enge Kontakte zu Betrieben und die kulturelle Vielfalt hervor. Schule lege den Grundstein für Teilhabe und Integration. Versuchen, die Schulpflicht aufzuweichen, wurde deshalb deutlich widersprochen. Zugleich zeigte sich, wie konkret die Klimakrise den Alltag erreicht. Die Hitze belastet den Schulbetrieb stark. Ungeschützte Oberlichter und aufgeheizte Klassenräume erschweren das Lernen wie noch nie. „Hitzefrei“ ist keine Lösung, weil dadurch zu viel Unterrichtszeit verloren geht. Nötig sind Hitzeschutz, Verschattung, bessere Lüftung und langfristige Klimaanpassung.Die Lauchringer Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, verwies auf Grenzen des Bundes bei kommunalen Schulgebäuden. Wichtig seien verlässliche Förderwege. Klimaanpassung dürfe nicht von Modellprojekten abhängen, sondern müsse dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe werden.
Seniorchef Günter Dick und Juniorchef Pascal Dick schilderten im Hochregallager von Möbel Dick die Entwicklung des Betriebs. Investitionen in Digitalisierung, Logistik und Onlinehandel stärken den Standort Lauchringen. Unternehmen brauchten dabei aber planbare politische Zusagen. Möbel Dick beschäftigt über 450 Menschen und verbindet klassisches Möbelgeschäft mit E-Commerce und Versandlogistik. Damit steht das Unternehmen für die Veränderung der Arbeitswelt am Hochrhein. Betriebe in Lauchringen konkurrieren mit gut bezahlten Jobs in der Schweiz. Das erwartete Wachstum im Sisslerfeld kann Fachkräftemangel, Wohnraumknappheit und Verkehr weiter verschärfen. Deutlich wurde Lauchringens Abhängigkeit von der Weltlage bei den Lieferketten. Möbel, Gartenmöbel, Leuchten und Bauteile kommen heute auch aus China, Vietnam, Indien. Der Suezkanal und die Straße von Hormus zeigen, wie verwundbar Handel, Energiepreise und Transportkosten sind. Für Lauchringen heißt das: Globale Krisen entscheiden mit darüber, ob hier Waren rechtzeitig ankommen, Container bezahlbar bleiben oder Energiepreise steigen. Verlässliche Politik bedeutet deshalb Vorsorge, klare Prioritäten und eine Infrastruktur, die auch in Krisenzeiten trägt.
Die dritte Station war die Nahwärmezentrale in Oberlauchringen. Dort kamen Klimaschutz und Planungssicherheit zusammen. Der künftige Ortsbaumeister Jürgen Friedrich erläuterte die Anlage mit kommunalem Verteilsystem, Pufferspeicher, Pelletheizung für Spitzenlasten und einem Blockheizkraftwerk auf Biogasbasis. Für Oberlauchringen ist damit eine weitreichende Wärmeversorgung möglich. Für Unterlauchringen müssen weitere Lösungen gefunden werden. Auch hier gilt: Bürgerinnen, Bürger und Gemeinde brauchen klare Regeln und verlässliche Förderung – und keine ständigen Änderungen der Spielregeln.
Das Fazit der SPD Lauchringen: Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat, verlässliche Entscheidungen von Bund und Land und den Mut, die Klimakrise als Herausforderung zu behandeln. Hitzeschutz an Schulen, bezahlbare und klimaneutrale Wärme, starke örtliche Betriebe und sichere Lieferketten gehören zusammen. Lauchringen ist Teil einer globalisierten Welt. Gerade deshalb muss Politik Orientierung geben und soziale Verantwortung übernehmen.






