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„Gutes“ Hochwasser im elsässischen Grand Ried

Grand Ried 2013„Hochwasser“: Bei diesem Wort denkt man zumeist an weggerissene Brücken und Straßen, an Kühlschränke, die im überfluteten Keller unter der Kellerdecke treiben, an Menschen, die in Köln sorgenvoll auf den ansteigenden Rhein schauen und an massive Sachschäden.

Nach dem Weihnachtshochwasser 2012 gibt es jetzt Anfang Februar 2013 im elsässischen Ried ein erneutes, außergewöhnlich starkes Hochwasser. Das Große Ried "Le Grand Ried" und der Illwald sind ein wertvolles, naturnahes Gebiet zwischen Straßburg und Colmar. Insbesondere um Séléstat und Muttersholtz sind Menschen und Natur an regelmäßige Überflutungen gewöhnt. Im Gegensatz zu den südbadischen Bächen Elz, Dreisam, Glotter und Kinzig wurde die französische Ill nicht zu einem geradegestreckten, kanalisierten, trostlosen, und naturfernen Kanal umgebaut, der Wasser schnell ableitet und flussabwärts das Hochwasser verstärkt...

Auch im Elsass gab es Eindeichungspläne für die Ill, doch Alsace nature und die französische Umweltbewegung haben sich erfolgreich dagegen gewehrt. Große Schäden bringen diese periodischen Normal-Überflutungen nicht, denn die kellerlosen Häuser wurden auf kleine Hügel gebaut und fast alle Bauten sind „hochwasseroptimiert“. Im Grand Ried kann man sehen, wie naturnaher Hochwasserschutz in seiner Idealform aussieht. Und das viele Wasser, das in der Ebene steht, entzerrt die Hochwasserspitzen am Rhein und läuft bei großen Hochwässern rheinabwärts den Menschen nicht in die Keller. Auch im Elsass kann ein Extremhochwasser Schäden anrichten, doch dies geschieht sehr selten.

In Deutschland und Südbaden wurde in der Vergangenheit der umgekehrte Weg gegangen und versucht, das Wasser und die Natur zu bezwingen. Es wurde kanalisiert und es wurden (und werden) Wohngebiete in die alten Überflutungsflächen vom Rhein und seinen Zuflüssen gebaut. Das Bauen im Tiefgestade ist auch ein wichtiger Grund für den Widerstand gegen die Versuche im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms IRP, Naturschutz mit Hochwasserschutz zu verbinden. Dazu kommt häufig die deutsche Angst vor Unordnung (auch) in der Natur und im Wald.

„Elsässische Verhältnisse“ sind in Südbaden nicht mehr zu realisieren. Doch könnten die landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Dammrückverlegungen ökologisch aufgewertet und ein Stück weit renaturiert werden.

Es lohnt sich sehr, die stille, weite, schöne, überflutete Landschaft des Grand Ried (am besten per Rad) zu besuchen, Natur, Landschaft und die Vogelwelt zu bewundern und zu sehen, wie Naturschutz und Hochwasserschutz zusammen gehören.

Axel Mayer, BUND Geschäftsführer

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