Windenergieausbau: Win-win-Situation für Kommunen und Flächeneigentümer
Kommunales Flächenpooling als wichtiges Steuerungswerkzeug – Publikationen der KEA-BW erschienen
In Baden-Württemberg geht es beim Ausbau der Windenergie voran. Damit in den Kommunen nicht nur einzelne Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer von geplanten Windenergieanlagen profitieren, bietet sich das Modell des Flächenpoolings an. Das Pachtverteilungsmodell ist für Kommunen ein wichtiges Steuerungsinstrument beim Windenergieausbau und hilft dabei, den Dorffrieden zu wahren. Zudem beschleunigt es die Energiewende. Wie Städte und Gemeinden beim Flächenpooling am besten vorgehen, zeigen drei neue Publikationen der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW). Sie stehen kostenfrei zum Download bereit: www.kea-bw.de/erneuerbare-bw/flaechenpooling.
Der Windenergieausbau im Südwesten geht voran, wenn auch auf noch niedrigem Niveau. Im vergangenen Jahr kamen 22 neu errichtete Anlagen hinzu, drei wurden stillgelegt. Im Land stehen nun 778 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt rund 1.800 Megawatt. Bis zum Jahr 2040 sind 3.000 Windräder mit einer installierten Gesamtleistung von 12.000 Megawatt erforderlich, um Baden-Württemberg mit der benötigten regenerativen Energie zu versorgen. Pro Jahr ist daher in den kommenden 16 Jahren eine zusätzliche installierte Leistung von über 600 Megawatt nötig. Das entspricht mehr als 100 hochmodernen Windrädern.
Zahl der Woche: 6.088 Kilowattstunden
Große Unterschiede zwischen Stadt und Land
Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung in Baden-Württemberg geht voran. Er fällt in den 35 Landkreisen und neun Stadtkreisen Baden-Württembergs jedoch höchst unterschiedlich aus, wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) anlässlich der Weltklimakonferenz mitteilt. Platz eins belegt der Landkreis Schwäbisch Hall. Hier kommen auf eine Person im Durchschnitt 6.088 Kilowattstunden Ertrag. Der Main-Tauber-Kreis mit 5.950 Kilowattstunden und der Landkreis Sigmaringen mit 3.663 Kilowattstunden rangieren auf den Plätzen zwei und drei. Schlusslichter sind die Städte Freiburg im Breisgau mit 322 Kilowattstunden, gefolgt von Stuttgart (147 Kilowattstunden) und Karlsruhe (130 Kilowattstunden). Der Unterschied ist enorm: Im Landkreis Schwäbisch Hall wird 46 mal mehr Strom aus erneuerbaren Quellen pro Kopf erzeugt als in Karlsruhe. Die Zahlen stammen aus einer Erhebung der KEA-BW.
Mit 6.088 Kilowattstunden (kWh) Pro-Kopf-Ertrag im Jahr liegt der Landkreis Schwäbisch-Hall deutlich vorne. Dabei macht der Photovoltaikanteil 1.791 kWh aus, die Windenergie sorgt für 2.799 kWh Ertrag pro Kopf und Biomasse bringt im Landkreis 1.415 kWh. Die Gesamtsumme von 6.088 kWh entspricht etwa dem Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts in einem Ein- oder Zweifamilienhaus mit hohem Verbrauch. Zum Vergleich: Die Stadt Karlsruhe hat mit 130 kWh ausschließlich aus Photovoltaik pro Kopf den geringsten Ertrag zu verzeichnen.