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Burghof Lörrach und Dreiländermuseum kooperieren
Manfred Weil ©Holger Arndt
  • 15. Januar 2026

Burghof Lörrach und Dreiländermuseum kooperieren

Von Ingmar Lorenz | Burghof Lörrach

bei Projekt zu Manfred Weil

Am 27. Januar 2026, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, gestalten das Dreiländermuseum Lörrach und der Burghof Lörrach gemeinsam ein vielschichtiges Kultur- und Erinnerungsprojekt, das Film, bildende Kunst und historische Einordnung miteinander verbindet. Im Zentrum der Kooperation steht die Auseinandersetzung mit Leben und Werk des jüdischen Künstlers Manfred Weil.

Den Auftakt des gemeinsamen Programms bildet um 16.30 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „Manfred Weil: Leben!“ im Hebelsaal des Dreiländermuseums mit Apéro. Nach der Begrüßung durch Museumsleiter Jan Merk spricht die Tochter des Künstlers, Schulamith Weil, einführende Worte. Gezeigt wird eine Auswahl aus dem umfangreichen malerischen und grafischen Werk des 1920 geborenen Künstlers, dessen Familie aus Breisach und Eichstetten stammte. Manfred Weils Arbeiten reichen von politischen Karikaturen und biblischen Motiven über frühe Gebrauchsgrafik bis hin zu Porträts, Stillleben und Landschaften. Trotz der existenziellen Erfahrungen von Verfolgung, Flucht und Internierung ist sein Werk von einer bemerkenswerten Lebensbejahung geprägt, die sich wie ein roter Faden durch sein künstlerisches Schaffen zieht.

Am frühen Abend wird das Programm im Burghof Lörrach fortgesetzt, der an diesem Gedenktag bewusst als Ort der öffentlichen Erinnerung und des Diskurses fungiert. Gezeigt wird um 18 Uhr der Dokumentarfilm „Mich kriegt ihr nicht! Die abenteuerliche Odyssee des Manfred Weil“ von Werner Müller, der die Lebensgeschichte des Künstlers eindrücklich nachzeichnet. Der Film erzählt von der Verfolgung jüdischer Menschen, von Weils Flucht aus dem Internierungslager Gurs und von seinem späteren Leben als Künstler und Lehrer in der Bundesrepublik. Ergänzt wird die Filmvorführung durch einen Impulsvortrag des Historikers und Politikwissenschaftlers Dr. Robert Neisen, der die historischen Hintergründe der Judenverfolgung sowie die regionalen Spuren der NS-Zeit in Südbaden und der Dreiländerregion einordnet. „Die Geschichte von Manfred Weil bietet uns eine einzigartige Gelegenheit, uns auf vielschichtige Weise mit einem Teil unserer regionalen Geschichte auseinanderzusetzen. Dieser facettenreiche Ansatz verbindet Erinnerungskultur mit Wissensvermittlung, historische Forschung mit lebendiger Kunsterfahrung“, erklärt Burghof-Intendant Timo Sadovnik.

Über den 27. Januar hinaus wird das Projekt durch weitere Veranstaltungen im Dreiländermuseum vertieft, darunter ein Vortrag zur jüdischen Geschichte des Dreilands sowie begleitende Gespräche und Führungen. Die Ausstellung „Manfred Weil: Leben!“ ist bis zum 1. März 2026 zu sehen und lädt dazu ein, das Werk eines Künstlers zu entdecken, der trotz der Erfahrungen der Schoah unbeirrt an den Wert des Lebens und der Kunst geglaubt hat. Die enge inhaltliche Verzahnung von Filmvorführung und Ausstellung ist Ausdruck einer bewusst angelegten Kooperation zwischen Burghof und Dreiländermuseum. „Die Kooperation zeigt, wie bereichernd der Austausch zwischen musealer und kultureller Erinnerungskultur sein kann. Mit weiteren Projekten wie dem zweiten Museumskaraoke im Burghof im April wollen wir diese sinnvolle Zusammenarbeit gerne ausbauen“, lobt Museumsleiter Jan Merk die Zusammenarbeit. Und Timo Sadovnik ergänzt: „Zeitgemäße kuratorische Praxis bedeutet für mich, dass Kulturinstitutionen über ihre eigenen Räume hinauswachsen und in den Austausch mit ihrer Stadt, der Bevölkerung und anderen Einrichtungen treten. Genau daraus entsteht der Mehrwert, den wir mit dieser Kooperation schaffen. Ein zugänglicher, berührender und zugleich fundierter Zugang zu unserer Geschichte.“

Der Eintritt zur Ausstellung im Hebelsaal und zur Filmvorführung im Burghof ist frei.


Ressort: Lörrach

Kommentare

0
der Grenzlipper
1 monat vor
Manchmal glaube ich, die Hotzen würden sich die Kunst aus den Rippen schneiden. Immer dann, wenn sie vollkommen unvermittelt daher kommt.
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