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Liebe, Tod und Vergänglichkeit
Eva Rubinstein, Lodz, Polen, 2023 ©Joanna Miklaszewska, Courtesy Galerie CMS
  • 27. Januar 2025

Liebe, Tod und Vergänglichkeit

Von Jörg Schwarz | Journalismus, PR & Lyrik

Fotoarbeiten von Eva Rubinstein in Düsseldorf

„Die Fotografie, eindeutiger als Handschriften und dauerhafter als Träume, kann die tiefsten und grundlegendsten Fragen unseres Lebens ans Licht bringen.“ Eva Rubinstein

Von der Poesie des Alltags erzählen die eindringlichen und melancholischen Schwarzweiß-Fotografien der polnisch-amerikanischen Künstlerin Eva Rubinstein – Tochter des weltberühmten Pianisten Artur Rubinstein. Bereits zum zweiten Mal ehrt die Düsseldorfer Galerie Clara Maria Sels die in New York lebende Künstlerin mit einer Einzelausstellung.  

Die Themen der heute 91-Jährigen: Liebe, Tod und Vergänglichkeit. Ihre Fotografien fangen sowohl die Schönheit als auch die Melancholie des Daseins ein und zeigen gewöhnliche Momente, deren besondere Anmut unserer Wahrnehmung oft entgeht. Als „lautlose Melancholie“ bezeichnet Kunstexpertin Helga Meister in der Rheinischen Post die Werke der Fotokünstlerin (Fotografien von Eva Rubinstein in der Düsseldorfer Galerie Sels). Eva Rubinstein sagt: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Fotografie aufgrund ihrer Fähigkeit, Informationen in Hundertstelsekunden ‚aufzunehmen‘ und dann als Zeuge zu bleiben, ein einzigartiges Instrument ist, das uns erlaubt, über die Oberfläche unseres Lebens hinaus zu sehen."

Schwerpunkt der 40 Arbeiten umfassenden Bilderschau sind Fotografien aus den 1970er und 1980er Jahren, die u.a. in Lodz, dem Geburtsort ihres Vaters, in Warschau, Minnesota, Italien und Paris entstanden sind. 

Eva Rubinstein, die zunächst als Tänzerin und Schauspielerin Karriere machte, fand in der Fotografie eine Möglichkeit, ihre Umgebung und das, was sie „die dritte Dimension“ nennt, zu erforschen. Galeristin Clara Sels erklärt: „Unter ‚dritter Dimension‘ versteht Rubinstein das Ergebnis der Verschmelzung unserer äußeren Realität, wie wir sie wahrnehmen, mit unserer eigenen, inneren Gefühlswelt und unseren Reaktionen auf die äußere Realität.“ 

​Noch bis zum 25. Februar 2025 ist die Ausstellung „Brief Encounters“ in der Galerie Clara Maria Sels in der Poststraße 3 in Düsseldorf zu sehen. 

Eva Rubinstein

Eva Rubinstein wurde 1933 während einer Konzerttournee ihres Vaters in Buenos Aires geboren. Gemeinsam mit ihren Geschwistern wuchs sie in Paris auf, bevor die Familie im Oktober 1939 nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die USA (Hollywood) flüchtete, wo derzeit auch Ingrid Bergmann, Thomas Mann und Albert Einstein lebten. 1946 nahm die Familie die amerikanische Staatsbürgerschaft an. In den USA begann sie ihre Karriere als professionelle Balletttänzerin und Schauspielerin.​Ende der 1960er Jahre eignete sie sich das Medium der Fotografie an, inspiriert und ausgebildet von renommierten Zeitgenossen wie Robert Frank und Diane Arhus. Schon bald machte sie sich einen Namen als international anerkannte Fotografin.

Besonders in den 1980er Jahren verbrachte Rubinstein mehrere längere Aufenthalte in Lodz, Polen, dem Geburtsort ihrer Vaters Artur Rubinstein. Dort unterrichtete sie Fotografie an der Film School of Lodz, die ihr 2023 den Doktor Honoris Causa verlieh.

​Eva Rubinsteins Arbeiten wurden international ausgestellt und befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art, New York, USA, dem Kiyosato Museum of Photographic Arts, Hokuto (Japan), und dem Museum Ludwig, Köln.

 Galerie Sels

Die Galerie Clara Maria Sels wurde 1989 eröffnet und konzentrierte sich zunächst auf die zweite russische Avantgarde. Heute zeigt sie ein breit gefächertes Spektrum an Fotografie und Malerei und ist auf internationalen Kunstmessen vertreten. Weitere Infos: https://www.galerie-claramariasels.de/




Ressort: Bildung und Kultur

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