
- 09. August 2026
Deutsche Meisterschaften im Canopy Piloting mit erfolgreicher Generalprobe
- Für Weltmeisterschaften in den USA im Oktober
Klatovy / Überherrn (dfv) – Bei den im Rahmen der Pink Canopy Piloting Open im tschechischen Klatovy ausgetragenen deutschen Meisterschaften im Canopy Piloting feierten die Athleten des Deutschen Fallschirmsportverbandes (DFV) eine gelungene Generalprobe für die bevorstehenden Weltmeisterschaften im Oktober in den USA.
Neben den deutschen Meistertiteln in den Wertungen Overall, Accuracy, Speed, Distance und Freestyle wurden vom 06. bis 08. August mehrere nationale Meisterschaften sowie internationale Wertungen ausgetragen. Am Event in Klatovy nahmen 51 Athletinnen und Athleten aus 20 verschiedenen Nationen teil, darunter 10 deutsche Teilnehmer.
Den Titel in der Overall-Wertung gewann Tobias Koch (Bochum) vor Kai Bunkus (Berlin) und Max Manow (Beromünster).
Koch entschied die drei Wertungen Speed, Distance und Freestyle für sich, gewann zudem Silber im Accuracy und sicherte sich damit den Gesamtsieg.
Der Berliner Kai Bunkus sicherte sich mit dem Sieg in der Accuracy-Wertung eine Goldmedaille sowie viermal Silber (Overall, Distance, Speed und Freestyle). Seine Leistung ist umso beeindruckender, da er sich nach einer schweren Verletzung im letzten Jahr an die deutsche Spitze zurückgekämpft hat.
Max Manow, der zuletzt vor vier Jahren an einem Wettkampf teilgenommen hatte, meldete sich eindrucksvoll auf der Wettkampfbühne zurück. Mit drei Bronzemedaillen in der Overall-, Distance- und Speed-Wertung unterstrich er eindrucksvoll sein sportliches Potenzial.
Lars Brohse (Calw) belegte den Bronzerang im Accuracy und ließ den erfahrenen Athleten Max Manow in dieser Disziplin knapp hinter sich. Nicolas Vilter (Schwerte) gewann Bronze im Freestyle.
Verzichten musste das deutsche Team in diesem Jahr auf Kaderathlet Max Kossidowski, der verletzungsbedingt nicht an den Start gehen konnte. Sein Ausfall war insbesondere mit Blick auf die Freestyle-Disziplin ein sportlicher Verlust, nachdem er sich in den vergangenen Jahren als feste Größe in der deutschen Spitze etabliert hatte.
Die starken Leistungen der DFV-Athleten sowie das erfolgreiche Comeback von Kai Bunkus stehen stellvertretend für den Erfolg der durch das Bundeskanzleramt und vom Bund geförderten Trainingsmaßnahmen. Die kontinuierliche Arbeit der Landesleistungszentren schaffen zudem optimale Rahmenbedingungen für junge Athletinnen und Athleten und tragen zunehmend Früchte.
Tobias Koch, in Personalunion auch Stützpunkttrainer am Landesleistungszentrum Marl und Bundestrainer Canopy Piloting, war zu Recht stolz auf seine Schützlinge und die Ergebnisse. „Trotz erschwerter Wetterbedingungen mit thermischen Winden haben die deutschen Athleten konstant starke Leistungen gezeigt. Besonders gefreut hat mich die Leistung von Nachwuchsathlet Tim Kirscht (Dortmund), der einen starken fünften Platz belegte und seine erfolgsversprechende Entwicklung fortsetzt. Ich hoffe sehr, ihn nächstes Jahr im Nationalteam zu sehen.“ Der Bochumer ergänzte: „Auch das erfolgreiche Comeback von Max Manow sowie das starke Wettkampfdebüt von Sebastian Schmidt (Crivitz) mit dem achten Platz haben mich positiv überrascht.“
Auch DFV-Sportdirektor Ralph Schusser (Überherrn) zog ein positives Fazit: „Unsere Athleten haben bei den diesjährigeren Deutschen Meisterschaften im Canopy Piloting herausragende Leistungen gezeigt und eindeutig bewiesen, dass wir mit der Weltspitze mithalten können. Insbesondere Tobias Koch und Kai Bunkus haben mit ihren Sprüngen überzeugt“, sagte Schusser und wagte einen Blick auf die WM im Oktober „Wir blicken voller Erwartung auf die WM in Eloy im Oktober und hoffen, dass wir dort trotz starker Konkurrenz die eine oder andere Medaille erkämpfen können.“
Die Disziplin Canopy Piloting erklärt
Canopy Piloting – auf Deutsch Kappenfliegen oder auch im weiteren Sinne Kappenbeherrschung– zählt zu den spektakulärsten Disziplinen des Fallschirmsports. In den drei klassischen Wettkampfaufgaben Accuracy (Genauigkeit), Speed (Geschwindigkeit) und Distance (Weite/Entfernung) absolvieren die Athletinnen und Athleten jeweils drei Wertungssprünge mit speziell entwickelten Hochleistungsschirmen. Hierbei ist ein sogenannter „Pond“, ein längliches Gewässer, elementarer Teil der Disziplin. Je nach Aufgabe ist eine Wasserberührung vorgeschrieben.
Bei Accuracy gilt es, nach dem Wasserkontakt im Stehen im Zielbereich zu landen. Im Speed wird ein festgelegter Parcours in möglichst kurzer Zeit durchflogen, wobei die Zeiten im Tausendstelbereich gemessen werden. Bei Distance entscheidet die nach dem Wasserkontakt zurückgelegte Strecke über die Platzierung.
Aus den Ergebnissen aller neun Wertungssprünge ergibt sich die begehrte Overall-Wertung, die sich als Kombinationswertung aller Disziplinen ergibt.
Ergänzt wird der Wettbewerb durch die Disziplin Freestyle. Hier präsentieren die Athletinnen und Athleten während des Überflugs über den Wettkampfteich spektakuläre Manöver, die nach Schwierigkeitsgrad und Ausführung bewertet werden.
Alle Ergebnisse auf einen Blick
Deutsche Meisterschaft
Gesamtwertung CP Overall (10 Teilnehmer)
Tobias Koch 875,675 Punkte
Kai Bunkus 848,890 Punkte
Max Manow 779,438 Punkte
Task CP Accuracy
Kai Bunkus 284,198 Punkte
Tobias Koch 275,675 Punkte
Lars Brohse 237,337 Punkte
Task CP Distance (Drag Distance 50m)
Tobias Koch 300 Punkte
Kai Bunkus 279,685 Punkte
Max Manow 265,370 Punkte
Task CP Speed (Carved Speed 70m)
Tobias Koch 300 Punkte
Kai Bunkus 285,007 Punkte
Max Manow 279,352 Punkte
Canopy Piloting Freestyle
Tobi Koch 285,633 Punkte
Kai Bunkus 203,000 Punkte
Nicolas Vilter 33,353 Punkte
Internationale Ergebnisse
Auch in der internationalen Gesamtwertung der Pink Canopy Piloting Open 2026 konnten sich die deutschen Athleten hervorragend behaupten. Gegen ein hochklassiges Teilnehmerfeld aus zahlreichen Nationen erreichten Tobias Koch Platz 6, Kai Bunkus Platz 9 und Max Manow Platz 11 und unterstrichen damit die internationale Konkurrenzfähigkeit des deutschen Teams.
Offene Wertung
Gesamtwertung CP Overall International
1. Curt Batholomew (USA) 872,945 Punkte
2. Cedric Veiga Rios (FRA) 842,697 Punkte
3. Cornelia Mihai (UAE) 791,926 Punkte







