
- 26. August 2026
Warum kommunale Laubentsorgung wichtig ist
Zwischen Oktober und Dezember fallen in einer mittelgroßen Stadt jedes Jahr mehrere hundert Tonnen Laub an. Auf Wiesen und in Beeten ist das ein Gewinn, auf Fahrbahnen, Radwegen und Gehsteigen wird daraus binnen Stunden eine rutschige Schicht. Genau deshalb gehört die Komunale Laubentsorgung zu den Aufgaben, die im Herbst über Wochen den Takt der Bauhöfe bestimmen. Dieser Beitrag zeigt, wo Laub bleiben darf, wo es weg muss und was mit dem gesammelten Material geschieht.
Wo Laub liegen bleiben darf
Nicht jedes Blatt muss entfernt werden. Das Umweltbundesamt beantwortet die Frage Wohin mit dem Laub eindeutig und empfiehlt, Laub auf den Kompost, in die Biotonne oder in die Grünabfallsammlung zu geben. Unter Sträuchern und auf Beeten erfüllt eine Laubschicht zugleich eine Funktion, denn sie schützt den Boden vor Frost und bietet Igeln, Amphibien und Insekten Unterschlupf. Von Laubsaugern und Laubbläsern rät die Behörde ab, weil sie laut sind und Kleintiere gefährden.
Wo es tatsächlich weg muss
Anders sieht es überall dort aus, wo Verkehrssicherheit im Spiel ist. Feuchtes Laub verringert die Griffigkeit von Asphalt spürbar und verdeckt zugleich Schlaglöcher, Kanten und Markierungen. Diese Flächen räumen Kommunen deshalb regelmäßig:
- Fahrbahnen in Kurven, an Steigungen und vor Kreuzungen
- Radwege, auf denen eine nasse Laubschicht zum Sturzrisiko wird
- Gehwege, Treppen und Haltestellen mit hoher Fußgängerfrequenz
- Straßeneinläufe und Rinnen, damit Regenwasser abfließen kann
- Schulwege und Zufahrten zu Pflegeeinrichtungen
Der vierte Punkt wird von außen am wenigsten wahrgenommen und verursacht die größten Schäden. Verstopfte Einläufe führen bei Starkregen dazu, dass Wasser auf der Fahrbahn steht und in Keller oder Unterführungen läuft. Die Reinigung der Rinnen ist damit weniger Kosmetik als Vorsorge gegen Überflutung.
Was mit dem gesammelten Laub geschieht
Straßenlaub ist kein sortenreiner Grünabfall. Es enthält Splitt, Zigarettenreste, Verpackungen und je nach Lage auch Reifenabrieb. Vor der Verwertung muss es deshalb aufbereitet werden. Moderne Sammelsysteme wie die von HEN trennen Grobstoffe bereits beim Aufnehmen ab, was die anschließende Kompostierung erleichtert und die Kosten für die Entsorgung senkt. Sauber getrenntes Laub geht in die Kompostierung und kehrt als Substrat in die städtischen Grünflächen zurück.
Für die Planung zählt außerdem der Zeitpunkt. Wer zu früh räumt, fährt dieselbe Strecke drei Wochen später erneut. Wer zu spät kommt, hat es mit festgefahrenem, nassem Laub zu tun, das sich deutlich schlechter aufnehmen lässt. Bewährt hat sich eine Staffelung nach Baumarten, weil Ahorn, Linde und Platane ihr Laub zu unterschiedlichen Zeiten abwerfen und sich der Aufwand so über mehrere Wochen verteilen lässt.
Kommunales Grün denkt weiter
Der Umgang mit Laub ist Teil einer größeren Frage. Wie Gemeinden ihre Flächen künftig pflegen, zeigt das Beispiel von dreizehn Gemeinden mit mehr Zukunftsgrün, die Rasenflächen bewusst seltener mähen und auf Artenvielfalt setzen. Wo dieser Ansatz greift, sinkt der Pflegeaufwand auf Grünflächen, während die Kapazität dort eingesetzt wird, wo sie wirklich gebraucht wird.
Fazit
Laub ist auf Grünflächen ein Rohstoff und auf Verkehrsflächen ein Risiko. Diese Unterscheidung entscheidet über den sinnvollen Umgang damit. Kommunen, die gezielt räumen statt flächendeckend, sparen Zeit und Geld und erfüllen ihre Verkehrssicherungspflicht trotzdem zuverlässig. Das gesammelte Material bleibt dabei im Kreislauf, sofern es sauber getrennt und der Kompostierung zugeführt wird.







