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FCS ballert sich auf den Leaderthron

© www.freshfocus.ch / Andy Müller

Dieses Spiel hätte ein ausverkauftes Stadion verdient. Der FC Schaffhausen setzt ein fünffaches Ausrufezeichen an die Konkurrenz, derweil Chiasso in der neusten Schlacht komplett unter die Räder geraten ist.

Einen solchen Auftakt hätten sich wohl die kühnsten Fans nicht erträumen lassen. Gelb-Schwarz dominiert den Fussball-Samstag in der Schweiz, stehen nämlich YB (mit Lugano) in der Super League und der FCS in der Challenge League an der Tabellenspitze. Durchaus verdient, denn was die Schaffhauser auf den Rasen gezaubert haben, mag jemand, der nicht vor Ort gewesen ist, wahrscheinlich gar nicht glauben. Frischen Fussball mit Offensivdrang, Akteure, die sich auf dem Platz zerreissen und über die Schmerzgrenze hinausgehen. Präsenz von der ersten Sekunde an und dem Gegner hoch überlegen. Dies realisierten auch die Chiassesi und liessen schon früh ihren Frust los.

Nach einem rüden Foul von Matteo Pasquarelli an Ivan Prtajin kam es bereits zur traditionellen Rudelbildung, aus der schliesslich drei Verwarnungen herausgeholt wurde. Die Tessiner versuchten danach das Tempo etwas zu drosseln, doch der Schaffhauser Turboexpress hielt sich nicht daran. So hat der mirakulöse Hexer der letzten Heimpartie gegen Chiasso, Loïc Jacot, den Ball an dessen Fuss führend, zu langsam reagiert, als Prtajin auf ihn zuraste, und versuchte das Spielgerät unkontrolliert wegzuschiessen. Dummerweise traf der Keeper genau den Fuss des Stürmers und anschliessend direkt ins Tor. Nach fünfeinhalb Minuten war das Drehbuch bereits schon ordentlich gefüllt. Für die Tessiner hingegen ein Horrorstart, nachdem sie aufgrund einer Carpanne bereits schon eine beschwerliche Hinreise quer durch das Land hinnehmen mussten, worauf der Anpfiff um 30 Minuten verschoben werden musste.

Chiasso unter Dauerbeschuss

Inzwischen powerte der FCS munter weiter prüften den Tessiner Schlussmann aus allen Lagen. Und nach 25 Minuten wurde der FCS belohnt. Ausgehend eines Einwurfs von Jetmir Krasniqi, der den Ball Sangoné Sarr überliess, flankte dieser das Leder in den Sechzehner, wo Prtajin per Kopf Chiasso-Goalie Jacot zu einer weiteren Glanztat zwang, jedoch die Kugel direkt vor Rodrigo Pollero lenkte, der wiederum seinen früheren Teamkollegen eiskalt zum 2:0 bezwang. Imran Bunjaku drückte nach einer halben Stunde aus rund 30 Metern ab und traf nur die Latte, allerdings befand er sich offenbar zuvor im Abseits. Nach einem erneuten Vorstoss mitten durch das Zentrum war es Francisco Rodriguez, der es aus derselben Distanz versuchte. Sein Geschoss landete ebenfalls an der Latte, dieses Mal jedoch erreichte der Captain den zurückprallenden Ball vor François Affolter und Prtajin und bugsierte die Kugel akrobatisch zum 3:0 über die Linie. Die einseitig verlaufende Partie, die auch immer wieder von harten Zweikämpfen und unzähligen Nickligkeiten geprägt war, hätte um ein Haar eine unerwartete Wendung nehmen können, als Schiedsrichter Sven Wolfensberger zur Überraschung aller bei einem Corner der Rosso-Blù die Partie unterbrach, Krasniqi verwarnte und auf den Elfmeterpunkt zeigte. Sofian Bahloul, der die Strafstoss-Hierarchie der Chiassesi anführt, nahm Anlauf, scheiterte jedoch kläglich am gut reagierenden FCS-Hüter David Da Costa.

Prtajin mit 2 Toren und 1 Assist

Chiasso fing sich im zweiten Durchgang und fand zwischenzeitlich etwas besser ins Spiel. Markos Sifneos fand in der 52. Minute Pasquarelli, der daraufhin in die Mitte zog und aus 20 Meter draufhaute und direkt ins Lattenkreuz traf. Überhaupt waren alle Treffer an diesem Abend sehr schön herausgespielt worden. Doch ehe der Gast aus dem Südtessin zur Aufholjagd loslegen konnte, klingelte es bereits wieder hinter Jacot. Sarr lancierte Krasniqi über die rechte Seite, der mit einer wunderbaren Flanke Prtajins Kopf fand und sich mit seinem zweiten persönlichen Treffer sowie einem Assist zum Matchwinner erkoren liess. Zwischenzeitlich verabschiedete sich Gonzalo Gamarra in der 72. Minute mit der zweiten Verwarnung nach einem weiteren harten Foul an Prtajin. Die Intensität nahm zwischenzeitlich etwas ab, dennoch sparten sich die Munotstädter noch ein Bouquet für die Schlussphase auf. Serge Müller, inzwischen für Krasniqi eingewechselt worden, startete in der 88. Minute einen weiteren Angriff und schickte Danilo Del Toro über die rechte Seite. Dieser zog in den Strafraum hinein und passte auf Roberto Rodriguez, der mit der rechten Hake Jacot überlistete. Dem Tessiner Keeper war es auch dieses Mal zu verdanken, dass die torhungrigen Schaffhauser nicht noch mehr gefüttert wurden. Auch wenn Bahloul seinen zweiten Elfmeter dieses Mal erfolgreich gestaltete und damit etwas Resultatkosmetik betrieb, war der FC Schaffhausen mindestens eine Klasse besser als der Ewigrivale, der so einen ziemlich schief geratenen Saisonauftakt zu beklagen hatte.

Seit fast drei Jahren wieder Tabellenführer

Der FCS hingegen grüsst erstmals seit dem 21. Oktober 2017 oder seit 1065 Tagen vom Challenge League-Leaderthron. Diesen verlor der FCS an besagtem Datum an Neuchâtel Xamax FCS aufgrund einer 1:2-Niederlage … gegen Chiasso.
Dieser 5:2-Auftaktieg gibt zusätzliches Selbstbewusstsein für das erste Auswärtsspiel in Neuchâtel bei Xamax FCS. Auch der Absteiger ist gerade etwas durchgerupft worden, hat dieser sowohl im Schweizer Cup, wie am Samstag gegen den SC Kriens 1:4 und 1:3 verloren. Weil auch die Begegnungen gegen die Neuenburger in früheren Jahren stets mit viel Emotionen geführt worden sind, darf sich der FCS auf eine weitere heisse Partie einstellen. Ob sie resultatmässig auch so einseitig verlaufen wie gegen die Innerschweizer wird sich am kommenden Freitag zeigen.

#füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS #hoppschaffhuuse

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