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Kein Sieger im Derby

Bild: zVg (unknown)

Mit einem Punkt reist der FC Schaffhausen wieder aus Winterthur zurück und verweilt mit den Eulachstädtern weiterhin im Spitzenquartett.

Aufatmen nach 95 Minuten: Mit dem finalen Pfiff des Schiedsrichters Mirel Turkes endete das 128. Aufeinandertreffen der beiden Ewigrivalen für einmal ohne Sieger. Doch der FCS musste beissen und bewies schliesslich Moral in einem kampfbetonten Match. Dabei begann das Derby vielversprechend. Francisco Rodriguez trat in der 9. Minute den ersten Corner für die Munotstädter und fand mit Ivan Prtajin einen direkten Abnehmer, der den Ball per Kopf zur 1:0-Führung in die Maschen beförderte. Sein spezieller Jubel widmete der Kroate seiner Schwester, die in ihrer Heimat gerade Hochzeit feiert. Prtajin sprintete nämlich direkt auf die Fotografen, die beim gegenüberliegenden Tor positioniert waren, zu und liess sich mit einer Grussbotschaft ablichten. Wie schon gegen Chiasso und Xamax setzte der FCS gekonnt seine neue Standardwaffe ein. Namentlich Francisco, der Jüngste der Rodriguez-Brüder, der bereits zum vierten Mal einen Treffer vorbereitete.

Es folgten weitere Möglichkeiten für die Schaffhauser. Sangoné Sarr versuchte sich mit einem Abschluss, weitere Eckbälle fanden den Weg in den Winterthurer Strafraum. In der 15. Minute küsste das Leder gar die Lattenoberkante, der von einem Akteur des Gastgebers abgelenkt wurde. Der FCS schien die Sache absolut im Griff zu haben, auch wenn Winterthur immer besser ins Spiel fand. Wie auch nach 23 Minuten, als Roberto Alves nach einer gelungenen Stafette ein flaches Zuspiel in den mittleren Strafraumrand brachte, wo Gezim Pepsi FCS-Keeper David Da Costa zum 1:1-Ausgleich bezwingen konnte. 13 Minuten später klingelte es abermals in der Schaffhauser Kiste. Nach einem Corner zirkulierte der Ball aussen herum, ehe Pepsi das Spielgerät in den Sechzehner schlug und den Schädel von Roman Buess fand. Sein Versuch wurde zur Vorlage für Remo Arnold, der das Leder nur noch einzuschieben brauchte. Beide Male stand die Schaffhauser Defensive nicht genug nah beim Gegner, weshalb die Winterthurer zu einfach die Partie kehren konnte.

Es war aber auch der Abend der Jubiläen und Premieren. FCS-Captain Imran Bunjaku absolvierte nicht nur die 125. Pflichtpartie im gelbschwarzen Dress, sondern knackte in der 35. Minute gar die 10000-Einsatz-Minuten-Grenze. Auch für Valon Hamdiu war es ein spezieller Moment, war nämlich bis letzte Woche die Schützenwiese seine Heimat. In der 62. Minute debütierte der gebürtige Toggenburger für den FCS. Ex-Hertha Berlin-Verteidiger Florian Baak kam ebenfalls zu seinem ersten Einsatz beim Gegner, wie auch Innocent Emeghara, der nach 65 Minuten unter tosendem Applaus eingewechselt wurde. Der Wille, den Ausgleich doch noch zu erzielen, war deutlich spürbar, trotzdem spielte Schaffhausen dann und wann mit den Nerven. So liess sich Da Costa zu einem Ausflug im René Higuita-Style hinreissen und dribbelte sich durch die lauernden Winterthurer Offensivkräfte. Weil der FCS zudem verstärkt auf den Ausgleich drängte, ergaben sich für den Gastgeber einige Kontermöglichkeiten, die jedoch zu fahrlässig behandelt wurden. Augenscheinlich ging den Rot-Weissen langsam der Sprit aus. Es bedarf einen weiteren Corner in der 87. Minute, um den FCS wieder vollends auf die Spur zu bringen. Roberto Rodriguez, der seinen Bruder zuvor ersetzte, trat den Eckball in die Box, wo Hamdiu und Pepsi zum Kopfball ansetzen wollten. Zum Leidwesen des Winterthurers traf dieser unglücklich ins eigene Tor. Auch wenn Emeghara Sekunden vor dem Schlusspfiff nach einer Flanke von Samir Ramizi vorbeisegelte, darf der FCS von einem gerechten 2:2 sprechen. Denn die Mannschaft bewies Moral und steckte nie auf.

Bereits am Montag steht das nächste Spiel auf dem Programm. Um 20:00 Uhr empfängt der FCS den FC Aarau, der in Lausanne gegen SLO 1:1 spielte und sich auf dem neunten Rang wiederfindet. Bis dann teilt sich der FCS den dritten Rang mit Winterthur, einen Zähler hinter Stade Lausanne-Ouchy und zwei hinter Leader GC, der die Munotstädter heute in einer Woche im Letzigrund empfängt.

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