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Dreiländermuseum eröffnet Ausstellung wegen der Corona-Pandemie später

Der Lörracher Historienmaler und Zeitzeuge Friedrich Kaiser hält mit diesem Ölgemälde eine Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg im Winter 1870/71 fest. — Sammlung Dreiländermuseum

Vor 150 Jahren entstand der deutsche Nationalstaat

Lörrach/ Belfort/ Versailles — Vor 150 Jahren, am 18. Januar 1871, proklamierten die deutschen Fürsten im Schloss von Versailles Preußens König zum deutschen Kaiser, der deutsche Nationalstaat entstand. Zu diesem Jubiläum wollte das Dreiländermuseum eine Ausstellung eröffnen, die wegen der Corona-Pandemie jetzt aber verschoben werden muss. Die Partnerausstellung in Belfort öffnete bereits kurz vor dem Lockdown mit zahlreichen Leihgaben aus Lörrach.

Das Dreiländermuseum Lörrach und die Stadt Belfort bereiten seit 2019 zwei Ausstellungen zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 vor. 150 Jahre danach versuchen beide Partner, in deutsch-französischer Kooperation mit zwei Ausstellungen gemeinsam den damaligen Krieg zu beleuchten und die bis heute bestehenden unterschiedlichen Perspektiven darauf zu verstehen. Interessant ist, dass der 150. Geburtstag des deutschen Nationalstaates in Deutschland selbst kaum ein Thema von öffentlichem Interesse darstellt. An den siegreichen Krieg über Frankreich zu erinnern, ist vielen Deutschen eher peinlich: es folgten zwei Weltkriege und die Verbrechen des Dritten Reiches. So gibt es dazu auch fast keine Ausstellung in Deutschland, obwohl Deutschlands Einheit seit der Revolution von 1848 und auch schon davor von vielen Deutschen ersehnt wurde. Anders in Frankreich: Dort ist der damalige Krieg derzeit Thema zahlreicher Ausstellungen. Dass gerade Belfort eine große Ausstellung präsentiert, hat einen besonderen Grund: Die Festung widerstand damals den deutschen Truppen und wurde nicht von deutschen Soldaten erobert. Als nach Frankreichs Kapitulation 1871 Elsass-Lothringen vom neu gegründeten Deutschen Kaiserreich annektiert wurde, wurde Belfort vom Elsass abgetrennt und blieb weiter französisch.

Leihgabe aus dem Dreiländermuseum in der Ausstellung in Belfort: „Germania“: Die nach dem Niederwalddenkmal gearbeitete Skulptur war in Deutschland verbreitet und steht symbolisch für den 1871 entstandenen deutschen Nationalstaat. (Sammlung Dreiländermuseum)Das Dreiländermuseum besitzt zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 eine außerordentlich reiche Sammlung mit vielen historischen Darstellungen und authentischen Objekten. Dazu gehören auch Gemälde des Lörracher Historienmalers und Zeitzeugen Friedrich Kaiser. Ausgewählte wichtige Exponate sind vom Dreiländermuseum derzeit nach Belfort ausgeliehen, wo am 24. Oktober 2020 zum Thema die Ausstellung „La Revanche - fièvre ou comédie“ eröffnet und der dazu erschienene Katalog vorgestellt wurde. Doch kurz darauf musste der Ausstellungsraum wegen Corona bereits wieder schließen. Zu hoffen ist, dass das für 7. März geplante Ausstellungsende verlängert werden kann.

Wann die im Dreiländermuseum geplante Partnerausstellung eröffnet werden kann, ist derzeit noch nicht sicher – vorgesehen ist dies etwa 3 Monate nach Wiederöffnung des Museums für Besucher, also voraussichtlich nach Ostern. Exponate und Texte sind bereits zusammengestellt. Der Historiker Dr. Peter Kunze, ehemaliger Direktor des Lörracher Hebelgymnasiums, kuratiert die Ausstellung mit dem Titel „1870/71 – Nachbarn im Krieg“. Das Thema wird auf zwei Stockwerken präsentiert: mit Exponaten aus dem Depot im Hebelsaal und mit neuen Erläuterungen in der ständigen Dreiländerausstellung im 2. Stockwerk.

Wie Belfort hält auch das Dreiländermuseum trotz Corona an diesem Projekt fest, denn 1871 ist eine entscheidende Zäsur in der deutschen und in der französischen Geschichte. „Deutschlands 150-jähriges Jubiläum zu vergessen, ist kein angemessener Umgang mit Geschichte“, betont auch Lörrachs Museumsleiter Markus Moehring: „Vielmehr steht es dem Dreiländermuseum gut an, angesichts seiner umfassenden Sammlung zum Thema in einem deutsch-französischen Projekt zu zeigen, wie unterschiedlich bis heute die deutsche und die französische Betrachtung auf die damalige Zeit ist. Grenzüberschreitende Geschichtsaufarbeitung ist so immer auch ein Stück Friedensarbeit“

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