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19. September 2014
Was bringt ein Biosphärengebiet?
Das geplante Biosphärengebiet im Schwarzwald weckt großes Interesse und so manche Fragen vor Ort. Dies zeigte sich auch bei der Informationsveranstaltung des Lörracher Landtagsabgeordneten Josha Frey (GRÜNE) hierzu im Gemeindehaus Gersbach, wo Ortsvorsteher und Gastgeber Christian Walter die Gäste begrüßte. Auf Freys Einladung war ein ausgewiesener Experte in Sachen Biosphäre vertreten: Der Vahinger Landtagsabgeordnete Dr. Markus Rösler (GRÜNE) hat mit seiner Doktorarbeit die planerischen Grundlagen für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb erarbeitet, kennt alle 15 Biosphären"reservate" in Deutschland, hat umfangreiche praktische Erfahrungen bei der Vermarktung regionaler Produkte und ist Mitglied in einer weltweiten Expertenkommission für große Schutzgebiete.
Eine Kombination, die für viel Aufmerksamkeit bei den 70 Zuhörern während des halbstündigen Vortrags und aktive Beteiligung bei der fast 90 minütigen Fragerunde sorgte: "Wie verhält es sich mit der Straßensicherheit in einem Kernzonengebiet?" "Gibt es besondere Auflagen für die Landwirte?" und "Welche Förderungen bringt der Status Biosphärengebiet?" waren dabei jene Belange, die vor allem den anwesenden Landwirten und Räten aus der Region besonders unter den Nägeln brannten. Hierbei konnte Rösler viele Unklarheiten rasch beheben: Natürlich gelte im ganzen Biosphärengebiet das Gebot der Verkehrssicherungspflicht, weshalb in Kernzonen die gleichen Regeln angewandt werden wie das jetzt der Fall sei.
Ähnlich verhält es sich laut Dr. Rösler auch bei der Landwirtschaft: Dort werden auch in Pflegezonen keine Auflagen hinzukommen, die über die bisherigen Anforderungen in den FFH-Gebieten hinausgehen würden. Viele der insgesamt über 40 Fragen drehten sich jedoch um die finanziellen Vorteile, die ein Biosphärengebiet auch ohne weitere staatliche Förderung bringen soll. Möglich ist das laut Dr. Rösler dank besserer Vermarktung durch das Verwaltungsteam, das auch Sponsoren aus der Wirtschaft für die Region begeistern können und sollen. In anderen Gebieten wurden dadurch sechsstellige Förderungen durch Einzelunternehmen geworben und auch die einzelnen Landwirte profitieren durch den gemeinsamen Auftritt, wie das Beispiel der Schwäbischen Alb zeigt: Denn dort wird Lammfleisch erfolgreich zu guten Preisen vermarktet, die Aufpreisvermarktung von Streuobst hat sich gut entwickelt und die Tourismuszahlen steigen.






