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Gleichberechtigt auch im Ehrenamt: Assistenzen auch dabei notwendig

Das Auge ©Gerald Kaufmann

PRO RETINA fordert eine einkommens- und vermögensunabhängige Unterstützung für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und dafür eine Assistenz benötigen.

Viele Menschen in Deutschland engagieren sich und tragen damit essentiell zu sozialen oder politischen Veränderungen in Deutschland bei. Das ehrenamtliche Engagement ist dabei für unsere Gesellschaft wichtig und an vielen Stellen sogar notwendig, da es keine hauptamtlichen Kapazitäten gibt. Bei PRO RETINA engagieren sich geschätzt 350 blinde und sehbehinderte Menschen ca. 5 Stunden pro Woche. Dies macht im Jahr 91.000 Stunden, die so zum Beispiel Ärzten und der Gesellschaft an Arbeit abgenommen werden bzw. eine wichtige Ergänzung zu professionellen und institutionellen Angeboten der gesundheitlichen Versorgung darstellen.

Nicht nur bei PRO RETINA, sondern überall, sollten Menschen mit Behinderung ihre Zeit und Energie ehrenamtlich für ihre Ziele und Überzeugungen einsetzen können. Dies ist ein grundlegender Teil der gleichberechtigten Teilhabe. Doch dies wird oft erschwert. Assistenzen, also Menschen, die die Effizienz der sehbehinderten Aktiven unterstützen, ihnen aber nicht die grundsätzliche Arbeit abnehmen, werden nur im beruflichen Kontext finanziert, nicht aber im Ehrenamt.

In einem Schreiben an die Mitglieder des Unterausschusses „Bürgerliches Engagement“ des Deutschen Bundestages betont Franz Badura, politischer Referent für Gesundheits- und Sozialpolitik der PRO RETINA, dass es wichtig ist bei der Förderung des Ehrenamts substantielle Lösungen anzubieten und die Teilhabe von behinderten Menschen tatsächlich zu gewährleisten. „Die Bereitschaft sich zu engagieren, ist sowohl in der Selbsthilfe als auch in der Politik enorm groß“, so Badura, „aber blinde und sehbehinderte Menschen können sich nicht nur auf technische Hilfsmittel verlassen, um ein Ehrenamt adäquat auszuüben. Die finanziellen Mittel für eine bezahlte Assistenz, die in diesem Bereich oftmals zwingend notwendig ist, können viele nicht aufbringen und werden somit ausgegrenzt.“

Um diese Ausgrenzung zu verringern fordert PRO RETINA eine Förderung von Assistenzen auch für Ehrenamtliche als Grundvoraussetzung zur Teilhabe behinderter Menschen an den sozialen und politischen Aktivitäten für die Gesellschaft.

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