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Das Fähnchen im Wind…

Viele Vieren ©Gerald Kaufmann

Kommentar zur Kritik des designierten CDU-Vorsitzenden Merk an Gesundheitsminister Lauterbach

Es ist nicht nur die CDU, die von Karl Lauterbach zunehmend irritiert ist. Auch ich verstehe den neuen Gesundheitsminister kaum noch, der so wankelmütig ist, dass seine Glaubwürdigkeit vollends in Frage gestellt werden muss. Hat er noch vor einer Woche Optimismus gezeigt, dass wir alsbald aus Corona ausbrechen können, warnt er wenige Tage später vor einer neuen Zuspitzung, die alles in den Schatten stellen werde, was wir bisher erlebt haben.

Es ist bekannt, dass der SPD-Politiker zu den Mahnenden in diesem Land gehört, der regelhaft Sorgen ausbreitet und den Menschen Angst macht. Er verlässt sich allein auf die Wissenschaft, die aber keinesfalls derart konsistente Aussagen liefert, wie Lauterbach das stets behauptet. Schließlich gibt es auch unter den Experten keine Einhelligkeit über „Omikron“, stattdessen gehen die Prognosen über deren Verläufe weit auseinander. Es tut der gesellschaftspolitischen Stabilität, aber eben auch der öffentlichen Meinung nicht gut, wenn der Bundesgesundheitsminister nahezu täglich seine Einschätzung korrigiert. Als omnipräsenter Gast in den Medien sollte er eigentlich wissen, welch verheerende Wirkung solch schwankende Einlassungen des offenbar noch immer beliebtesten Kabinettsmitglieds in der breiten Bevölkerung haben.

Sein Hin und Her verunsichert die Bürger, stärkt den Verdruss noch mehr und fördert die Frage, wann uns die Namen für die kommenden Wellen ausgehen werden. Es ist ein Armutszeugnis für einen erfahrenen Politiker, wenn ihm Geradlinigkeit und Verlässlichkeit fehlen. Wir brauchen in dieser Krise Realismus, aber eben keine Paniktreiber. Ich hätte mir einen Minister gewünscht, der auch in angespannten Momenten Besonnenheit und Zuversicht ausstrahlt. Nein, es bedarf keiner Schönfärberei, aber durchaus perspektivischer Szenarien, die den Menschen Mut machen, weiterhin durchzuhalten.

Lauterbach mag ein exzellenter Fachmann auf seinem Gebiet sein, der blindes Vertrauen in jene Empirie besitzt, die seiner Lehrmeinung entspricht und ihm in den Kram passt. Ein Notfallmanager ist er nicht – und trotz seiner hohen Zustimmungswerte aus meiner Sicht die größte Fehlbesetzung im Kabinett Scholz.

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