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„Sri Lankas Christen brauchen mehr als nur Mitgefühl“

Christen in Asien

NEU DELHI/KOLOMBO  – Nach den Anschlägen auf Kirchen und Hotels am vergangenen Ostersonntag, bleiben die Kirchen aus Angst vor neuen Anschlägen kommendes Wochenende vorerst geschlossen. Viele internationale Repräsentanten und Regierungen meldeten sich nach den Anschlägen auf Sri Lanka zu Wort. Allerdings fiel auf, dass die meisten Politiker es verbal vermieden, die Verfolgung von Christen beim Namen zu nennen. Donald Trump oder Barack Obama sprachen von “Oster-Gläubigen” als Opfer, anstatt von Christen.

Christenverfolgung beim Namen nennen

Andreas Thonhauser, Leiter der Kommunikationsabteilung von ADF International in Europa, mahnt an: „Wir müssen die Dinge beim Namen nennen. Ohne Christentum gäbe es kein Ostern zu feiern. Die Anschläge nahmen Christen ins Visier. Das zu verschweigen, kommt einem zusätzlichen Verrat an den Opfern nahe, nachdem die westliche Welt das schwere Schicksal der Christen gerade in Asien und im Nahen Osten sowieso weitestgehend ignoriert. Nicht nur aktuell, sondern seit vielen Jahren zeigen die Statistiken, dass Christen zur am meist verfolgten Religionsgruppe weltweit zählen, vor allem in asiatischen Ländern. Die internationale Staatengemeinschaft steht hier in der Pflicht, diesen Umstand nicht nur anzuerkennen, sondern sich auch für diese verfolgte Minderheit einzusetzen. Wir dürfen Verfolgung nicht länger stillschweigend hinnehmen. Die Dinge beim Namen zu nennen, wäre ein erster, ehrlicher Schritt. Sri Lankas Christen haben mehr verdient als bloß diplomatische Anteilnahmen.“

Die Anschläge an Ostern, also am heiligsten Fest des christlichen Jahres, zielten klar auf Christen, die in Kirchen und Hotels zu Osterfeiern und -frühstücken zusammengekommen waren.

Wie geht es weiter mit den Christen in Sri Lanka?

“Die Niederträchtigkeit der Anschläge wurde nur noch durch die Wahl des Zeitpunktes übertroffen“ erklärt Yogarajah Godfrey, Generalsekretär der christlichen Evangelikalen Allianz in Sri Lanka und ein Partner von ADF International zu der Situation der Christen vor Ort. „Die Kirchen waren bis zum letzten Platz gefüllt. Wir trauern um unsere Kinder, die während der Sonntagsschulen ermordet wurden. Die angegriffenen Hotels, waren nicht einfach nur Herbergen für Touristen. Sie alle boten spezielle Osterfeiern und Osterbrunches an und erwarteten Christen als Gäste. Wir versuchen nun, den Mitgliedern der christlichen Minderheit hier in Sri Lanka so gut es geht beizustehen und uns um sie zu kümmern. Unsere Kirchen bleiben vorerst geschlossen. Wir haben Angst vor weiteren Anschlägen und neuer Gewalt. Hier ging es nicht um Anschläge gegen die westliche Kultur. Im Fadenkreuz der Attacken stand das Christentum. Es war eine Attacke gegen unsere Glaubensfreiheit.”

Tehmina Arora, Senior Counsel für ADF International in Südasien sagte: “Niemand darf aufgrund seines Glaubens verfolgt werden. Die Not der christlichen Minderheit auf Sri Lanka ist unbeschreiblich. Wir fordern Regierung und Behörden auf, den christlichen Gemeinden nun beizustehen und sie vor weiterer Gewalt zu schützen. Es ist Zeit, dass die internationale Gemeinschaft die Realität der Christenverfolgung anerkennt.“

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