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Fünf digitale Innovationen aus dem ländlichen Raum ausgezeichnet
Alle FinalistInnen und Initiatoren des Wettbewerbs Digitale Orte 2023 u.a. gemeinsam mit Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin beim BMDV. (DG)
  • 15. November 2023

Fünf digitale Innovationen aus dem ländlichen Raum ausgezeichnet

Von Linda Brandes | Deutschland – Land der Ideen

Berlin, 15. November 2023 – Insgesamt fünf herausragende Projekte und Initiativen zur erfolgreichen Digitalisierung des ländlichen Raumes haben am Dienstag (14. November 2023) in Berlin den Wettbewerb Digitale Orte 2023 gewonnen. Digitalisierung ist der Schlüssel für eine ausgeprägte Wirtschaftsstärke, eine hohe Lebensqualität und für eine gesellschaftliche und demokratische Teilhabe der BürgerInnen, die auf dem Land leben.

Eine mit hochkarätigen ExpertInnen besetzte Jury hatte zuvor auf Initiative von Deutsche Glasfaser und Deutschland – Land der Ideen aus über 170 Einreichungen insgesamt 15 FinalistInnen ausgewählt, die digitale Lösungsansätze und Technologien eingeführt haben und somit den digitalen Wandel im ländlichen Raum erfolgreich gestalten und vorantreiben. Aus diesem Ideenpool wurden bei der Preisverleihung im Berliner Spreespeicher in fünf Kategorien herausragende Projekte als Digitale Orte ausgezeichnet. Die Preisträger decken thematisch die Vielfalt des öffentlichen Lebens ab: Von einem intelligenten Straßenmanagementsystem über eine telemedizinische Bewegungstherapie bis hin zu einer digitalen Visualisierung von Feuerwehr-Einsatzmeldungen. Es war die zweite Auflage des Wettbewerbs nach dem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2022.

Schirmherrin Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundes­minister für Digitales und Verkehr: „Die Innovationskraft im ländlichen Raum muss sichtbarer werden. Deswegen bin ich dankbar für die Ausrichtung dieses wichtigen Wettbewerbs. Er schafft eine Plattform zur Vernetzung, erhöht die Sichtbarkeit digitaler Innovationen im ländlichen Raum und dient als Schablone für weitere Projekte, die auf andere Regionen übertragen werden können. Allen Siegerinnen und Siegern gratuliere ich ganz herzlich und bedanke mich auch bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den Mut hatten, ihre Ideen beim Wettbewerb einzureichen.“

Dr. Philipp Mehne, Geschäftsführer der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“: „Die Gewinnerinnen und Gewinner des heutigen Abends zeigen: Die Digitalisierung endet nicht an der Stadtgrenze. Es gibt zahlreiche engagierte und innovative Projekte im ländlichen Raum, die die Digitalisierung nutzen, um Antworten auf drängende Heraus­forderungen zu finden, sei es im Bereich Mobilität, Gesundheitsversorgung oder Bildung. Als Initiative für Deutschland und Botschafterin des Ideenschatzes hierzulande möchten wir diese Projekte ins Rampenlicht stellen, ihren Erfolg würdigen und andere anregen, ihre eigenen Ideen in die Tat umzusetzen.“

Andreas Pfisterer, CEO von Deutsche Glasfaser: „Die über 170 Wettbewerbsbeiträge sowie die Finalisten- und Gewinnerprojekte haben gezeigt, wie viel Zukunftspotenzial in unserem Land steckt. Das treibt uns bei Deutsche Glasfaser täglich an, den Glasfaserausbau voranzubringen, und das motiviert mich auch persönlich. Doch damit sich diese Innovationskraft überall entfalten kann, müssen die richtigen infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben sein. Nur so können solche Leuchtturmprojekte entstehen und einen Mehrwert für alle bieten. Wir setzen uns daher weiter für den Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren beim Ausbau der digitalen Infrastruktur ein. Dies ist unbedingt nötig, das ist auch der klare Tenor der Teilnehmer dieses Innovations­wettbewerbes.“

Das sind die Preisträger 2023:

1) Fabmobil e.V., Dresden, Sachsen: Das Fabmobil ist ein fahrendes Kunst-, Kultur und Zukunftslabor für Sachsen. Dabei handelt es sich um einen mit Digitaltechnik und Werkzeugmaschinen ausgestatteten Doppeldeckerbus, in dem Workshops und Kurse für junge Menschen im Alter von zwölf bis 21 Jahren angeboten werden. www.fabmobil.org

2) Smart City Projekt Amt Süderbrarup, Schleswig-Holstein: Die Softwarelösung Firemon 112 kann Feuerwehr-Einsatzmeldungen der zuständigen Leitstellen, die per Mail bei den Freiwilligen Feuerwehren eintreffen, auf einer Bildschirmoberfläche (Monitor, Tablet oder Smartphone) darstellen. Derzeit nutzen bereits 79 Feuerwehren das System. www.firemon112.de

3) vialytics GmbH, Stuttgart, Baden-Württemberg: Die Software vialytics ist ein intelligentes Straßenmanagementsystem, mit dem Kommunen per Smartphone-App ihre Straßeninfrastruktur erfassen und so den Zeitpunkt, die Dauer und die Regelmäßigkeit der Erhebungen selbst bestimmen können. www.vialytics.de

4) DECIDE - telemedizinische Bewegungstherapie, Universitätsmedizin Mainz, Rheinland-Pfalz: Im Fokus von DECIDE stehen die komplexen und chronischen Erkrankungen Krebs und Depressionen. Damit die Behandlung auch auf dem Land auf hohem Niveau mit spezialisierten therapeutischen Angeboten der Hochschulmedizin erfolgen kann, will die Universitätsmedizin Mainz mit ihrer Expertise regionale Versorger und deren PatientInnen telemedizinisch unterstützen. https://decide.imbei.uni-mainz.de/

5) SMARTinfeld, Schimberg, Thüringen: Das Smart-Village-Projekt SMARTinfeld in der Gemeinde Martinfeld im thüringischen Landkreis Eichsfeld zeigt, wie IoT-Lösungen (Internet of Things) für eine ganze Gemeinde funktionieren und somit das Dorfleben nachhaltig zukunftsfähig gestalten. Seit mehr als fünf Jahren betreibt Alpha-Omega Technology hier in Zusammenarbeit mit der Gemeinde sensorbasierte LoRaWAN-IoT-Anwendungen unter realistischen Bedingungen und optimiert sie für den ländlichen Raum: Von der intelligenten Straßenbeleuchtung, Wetterstation bis hin zur Messung der Temperatur von Fahrbahnen und die Verkehrszählung. https://smartinfeld.de/

Hintergrund

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt in Dörfern, Klein- und Mittelstädten mit weniger als 20.000 Einwohnern. Lebensqualität und Erwerbschancen sind hierzulande breiter verteilt und konzentrieren sich nicht nur auf Ballungsräume. Weniger dicht besiedeltes Land hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber hoch urbanisierten Städten: Freiraum. Die Covid-19 Pandemie hat diesen Vorteil umso mehr in den Fokus gerückt und weckt bei vielen Menschen neue Lust auf das Leben auf dem Land. So hat allein die zunehmende Arbeit im Homeoffice die Attraktivität der ländlichen Regionen als Lebens- und Arbeitsstandort gesteigert.

Nichtsdestotrotz steht der ländliche Raum vor einer Reihe von Herausforderungen: Überalterung, Leerstand in den Orts- und Dorfzentren und eine sinkende Zahl von Gesundheitseinrichtungen sowie öffentlichen und privaten Versorgungsangeboten.

Damit der ländliche Raum seine Vorzüge tatsächlich ausspielen kann, ist eines zwingend notwendig: Eine substanzielle Verbesserung seiner digitalen Anbindung. Schließlich bestimmt eine leistungsstarke digitale Infrastruktur maßgeblich, wie gut es einer Kommune gelingt, für ihre BewohnerInnen attraktiv zu bleiben und neue anzuziehen. Die digitale Infrastruktur ist aber nur der erste Schritt, denn Digitalisierung ist mehr als die Summe von Kabeln. Es müssen Lösungen folgen, die strukturelle Probleme meistern und somit den BewohnerInnen einen klaren Mehrwert verschaffen und gleichzeitig auch auf deren Akzeptanz stoßen.

Bei der Preisverleihung im Berliner Spreespeicher mit ExpertInnen und Prominenten gab es ausreichend Gelegenheit zum Austausch.

Über die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ 

Im Jahr 2006 anlässlich der Fußball-WM von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft gegründet, ist Land der Ideen die Plattform für gute Ideen in Deutschland. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft realisiert Deutschland – Land der Ideen Wettbewerbe, Publikationen, Ausstellungen, Young Leader Programme, virtuelle Formate und internationale Dialoge.


Ressort: Hochrhein

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