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Innovation bis zum Umfallen

Team: Sie stellten ihre Idee im Pitch vor acht Juroren vor: Die Kompetenzvermittlungsplattform „TeamUp“ will Studierenden ermöglichen, ihr gelerntes Wissen in praktischen Projekten umzusetzen.

Zweiwöchiger Start-up-Intensivkurs an der HTWG: Acht Teams arbeiten Gründungsideen aus

Inspirierend, erhellend und ermutigend – das sind nur wenige der euphorischen Beschreibungen der zweiwöchigen Start-up-Summerschool an der HTWG. „Extrem“ sei sie gewesen, mit „extrem viel Input“, sagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – und „extrem viel Output“, sagt Organisatorin Katinka Weber von Kilometer1, der gemeinsamen Gründerinitiative von HTWG und Universität Konstanz. Trotz herrlichen Spätsommerwetters haben 20 Studierende in der vorlesungsfreien Zeit die Hochschule besucht. Hochgradig motiviert, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, haben die Teilnehmer die Chance genutzt elementare, unternehmerische Fähigkeiten zu erlernen.

Breit ist das Spektrum der Gründungsideen, die entstanden oder gereift sind: Zum Beispiel möchten die einen ein modulares Möbelsystem mit einem innovativen Verstrebungsknoten aufbauen, die anderen die Möglichkeit für individualisiertes Design von Skihelmen anbieten, andere ein Armband, in das ein Alarmsignal für Notfälle eingebaut ist

Die Gründungsideen hatten die Studierenden zum Teil bereits vor dem Start der Summerschool, zum Teil ist sie in Kreativ-Einheiten entstanden. Denn: Das Programm begleitete die Teilnehmer von Beginn an über den gesamten Prozess einer Gründung, Schritt für Schritt. Es war intensiv, belohnte aber auch jeden Teilnehmer mit enorm viel Praxiserfahrung: So hob eine Gründungsinteressierte die wertvollen Kontakte hervor, die sie habe knüpfen können: „Wir hatten Referenten, deren Veranstaltungen ich mir sonst nie leisten könnte“, sagte sie.

Organisatorin Katinka Weber hatte mit dem Team von Kilometer1 namhafte Redner und Workshopleiter einbinden können. „Die Referenten hatten Spaß dabei, mit motivierten und vor Ideen sprühenden jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Sie waren auch mit einem großen Idealismus gekommen“, berichtet sie. Unter anderem waren Robin Auer von IBM, Johann Schlieper, Präsident der Schweizer Business Angel und Marius Keckeisen, ehemaliger CEO von BLACKROLL, in der Summerschool engagiert.

Aber nicht die Referenten alleine haben zum Erfolg beigetragen: „Die Teilnehmer haben mitgezogen, motiviert aus eigenem Antrieb“, sagt Katinka Weber. Ein hohes Maß an Offenheit, Neugier und Interesse – auch an wichtigen, aber eher trockenen Themen wie Finanzierung und Rechtsformen der Ausgründung – habe die zwei Wochen zu einem Erfolg gemacht. So meint Theresa Mages, die mit ihrer Kompetenzvermittlungsplattform „TeamUp“ Studenten ermöglichen will, deren gelerntes Wissen in praktischen Projekten umzusetzen: „Meine Erwartungen wurden übertroffen. Es hat echt Spaß gemacht, ich war selten so motiviert morgens aufzustehen wie in diesen zwei Wochen“.

In der Summerschool hätten sich die Studierenden eine Basis geschaffen, auf der sie nun aufbauen könnten, sagt Christoph Selig von Kilometer1 und ergänzt: „Es ist einfach anders, ob ich zwei Wochen von morgens bis abends an einem Thema dranbleiben kann oder während des Semesters neben meinem eigentlichen Stundenplan alle zwei Wochen mal einen halben Vormittag finde, mich damit zu beschäftigen.“
Besonders wertvoll, neben einer guten Idee, ist in einem Start-up vor allem das Team. Vor dem „Teambuilding“ hatte Katinka Weber daher großen Respekt: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus verschiedenen Studiengängen und haben sich nicht gekannt. Das hätte auch schiefgehen können“, sagt sie lachend. Aber: Dank des verbindenden Interesses haben die Studierenden enorm schnell Vertrauen zu einander gefasst und sich in ihren Gruppen einem gemeinsamen Ziel verschrieben. „Ein Team hat sich ganz bewusst nach benötigten Kompetenzen zur Verwirklichung einer Idee zusammengefunden, ein anderes, weil sich die Teilnehmer einfach sympathisch waren – beides hat funktioniert und ist ein möglicher Weg, eine Start-up-Idee zum Leben zu erwecken.“

Und so konnte eine fachkundige Jury acht Gründerideen im finalen Start-up-Pitch beurteilen: „ggFolllow“, eine Live-Ticker-Plattform für den E-Sport-Bereich hat beim Pitch den ersten Platz belegt. Auf den zweiten Platz schaffte es „Mama says“, eine Rezepte-App, mit der die User sich über einen Wochenplan hinweg ausgewogen ernähren sollen. Den dritten Platz belegte die „Talentwarte“. Sie will Firmen in Zeiten des Fachkräftemangels besondere Recruitingangebote machen und organisiert Events wie Koch- oder Cocktailabende, bei denen sich Führungskräfte und Studierende in einer etwas anderen Rolle kennenlernen können.
Alle Teams wollen an ihrer Idee weiterarbeiten. Gleich am ersten Wochenende nach der Summer School haben sie sich wieder zusammengesetzt. Nun findet monatlich ein Stammtisch statt. „Wir haben großes Interesse, dass die Studierenden an ihrem Thema dranbleiben und unterstützen sie, wo es nur geht“, verspricht Katinka Webe

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