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Erzbischof startet Tour durch das Erzbistum Freiburg

Burger unterwegs mit Fragen - ohne weitere Pastoral-Programme

Freiburg (pef). Erzbischof Stephan Burger wird im Jahr 2015 voraussichtlich 19 der 26 Dekanate des Erzbistums Freiburg besuchen. Dabei will er nach eigenen Worten „hören, was die Menschen umtreibt“ und sehen „wie Evangelisierung heute gelingen kann“. Wie die Pressestelle des Erzbistums am Mittwoch (14.1.) weiter mitteilte, wird der Erzbischof in den Gesprächen vor Ort keine weiteren Pastoralprogramme ankündigen oder Hausaufgaben verteilen, sondern vor allem zuhören und Fragen stellen: „Wo wollt ihr in ein paar Jahren stehen? Was tun wir, um das missionarische Gesicht einer Kirche, die einlädt, die um die Menschen wirbt, mehr zum Vorschein zu bringen?“

Mit seiner Tour durch die Dekanate setzt Erzbischof Stephan Burger auch eine Empfehlung der Diözesanversammlung um, die im Rahmen der Dialog-Aktivitäten in der Erzdiözese Freiburg mehr Möglichkeiten der Beteiligung für Verantwortungsträger und engagierte Gläubige angeregt hatte: „Dazu gehen der Erzbischof und das Domkapitel verstärkt vor Ort, nehmen Veränderungen und deren Auswirkungen im O-Ton der Basis wahr, um daraus zu lernen“ (Empfehlung, 5 vgl.: http://ebfr.de/html/themen.html). So geht es dem neuen Erzbischof in den Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht um weitere Initiativen mit zusätzlichen Aktivitäten. Wichtig ist ihm eine Rückbesinnung auf die Beziehung zu Jesus Christus, die neue Freiräume brauche. Die Reihe der Dekanatsbesuche beginnt am Mittwoch (14.1.) mit der Dekanatskonferenz Rastatt, die in Gaggenau tagt.

Praxisorientierte Inventur: „Prüfet alles, das Gute behaltet“

Kirche braucht nach Überzeugung des Erzbischofs von Freiburg auch vor Ort die Bereitschaft und den Mut, festzulegen, was künftig eine kleinere Rolle spielt oder zurücktritt oder ganz wegfallen kann: „Bloß, weil wir Dinge bisher immer so gemacht haben, muss das nicht automatisch für die Zukunft gelten“. Erzbischof Burger zitiert den heiligen Paulus: „Prüfet alles, das Gute behaltet“. Dieses Prinzip könne helfen, „eine Art praxisorientierte Inventur hinzukriegen“. Dies sei wichtig - im Erzbischöflichen Ordinariat, in den Kirchengemeinden, den Pfarreien und für jeden in der Lebensgestaltung persönlich. Erzbischof Burger erklärte: „Wenn wir uns gänzlich in der alltäglichen Arbeit verlieren, wenn wir die Freude an unserem Dienst verlieren, wird das Gesicht unserer Kirche blass, es wird ein Beerdigungsgesicht. Das strahlt dann keine Hoffnung mehr aus. Da kann kein Funke auf andere mehr überspringen.“ Der Freiburger Erzbischof empfiehlt, bei Papst Franziskus in die Schule zu gehen: „Er verschafft der Botschaft des Evangeliums neue Ausstrahlungskraft – weit über die Kirche hinaus beeindruckt er Menschen weltweit. Er lässt sich von den schwierigen politischen, gesellschaftlichen und auch kirchlichen Gegebenheiten nicht bedrücken, sondern ruft den Menschen neu die prophetische Botschaft zu: Habt Mut, fürchtet euch nicht, nehmt wahr, dass das Angesicht Gottes täglich neu über euch leuchtet.“ Der Aufruf des Papstes, die Freude des Evangeliums neu zu entdecken, werde „zum Inbegriff für die derzeitige kirchliche Reform, die die Kirche neu ausrichtet auf ihr Ziel, dem Heil der Menschen zu dienen“.

Bischofsbesuche ohne „hochglanzpolierte und frisch getünchte Prunkfassaden“

Zugleich kennt Erzbischof Burger durch seine langjährige Seelsorge-Erfahrung viele der Sorgen und Probleme an der Basis: „Es ist immer eine schmerzliche Erfahrung, wenn trotz aller eigenen Bemühungen um eine ansprechende Liturgie die Gottesdienste in der Gemeinde weniger angenommen werden. Wir wissen um die Erfahrung, wenn Kinder nach der langen Vorbereitung auf die Erstkommunion und nach der Feier des Weißen Sonntags vom Leben der Gemeinde wegbleiben, als wäre nichts gewesen.“ Beim Neujahrsempfang für den Klerus hatte der Erzbischof von Freiburg zum Beispiel auch die Zukunft der Beichtstühle thematisiert: „Wenn wir sie zum Lagerplatz für Putzmittel, Liederhefte oder Sitzkissen umfunktionieren, wird für jeden optisch sichtbar, dass wir dieses Sakrament aufgegeben haben! Auch nicht gerade das beste Signal nach außen.“

Dienen für andere – ohne frisch getünchte Prunkfassaden

Bei den Besuchen des Erzbischofs in den Dekanaten geht es also nicht um „frisch getünchte Prunkfassaden, hinter der oftmals eine Ruine steckt“, wie es Dekan Christoph Neubrand (Dekanat Sigmaringen-Messkirch) formuliert hat. Wichtig ist nach Überzeugung des Dekans die normale Begegnung und Wertschätzung - und vor allem das, was der neue Erzbischof schon als Offizial „persönlich und stilprägend im Offizialat vorgelebt“ habe: „Eine Behörde, die nicht zuerst maßregelt, verwaltet, fordert, sondern die unterstützt, überlegt, fördert, die zuarbeitet“ und Fachwissen bereithalte: „Wenn dieser Stilwechsel gelingt, ist viel gewonnen.“ Stephan Burger war von September 2007 bis zu seiner Amtsübernahme als Erzbischof im Juni 2014 Offizial der Erzdiözese Freiburg. Er hatte bereits seinen Dienst im Offizialat „als Dienst an denen verstanden, die sich vor Ort in der Seelsorge einsetzen“ - als eine Dienstleistung für andere.  

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