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Beim Stromanbieterwechsel versagt der smarte deutsche Verbraucher

passive Verbraucher: der Großteil der Verbraucher wird auch in diesem Jahr nichts gegen die Erhöhungen unternehmen – jedes Jahr verharren 90% der Haushalte in ihren überteuerten Tarifen

Cents sparen, Euros verschenken

Warum wir Deutschen für ein paar Cent zur nächsten Tankstelle fahren, es trotz der aktuellen Strompreiserhöhungswelle und vieler hunderter Euro Ersparnis jedoch nicht schaffen, den Stromanbieter zu wechseln.

Wir Deutschen sind als smarte Verbraucher weltweit bekannt. Wir vergleichen Preise, errechnen Rabatte, hinterfragen jedes Angebot. Discounter wie Aldi oder Lidl haben ihre Kostenstrukturen bis ins letzte Detail optimiert, um auf die Bedürfnisse der sparbewussten Deutschen einzugehen. Kein internationales Handelsunternehmen kann da mithalten. Außergewöhnlich kostenbewusst verhalten sich deutsche Verbraucher auch beim Tanken. Kein Umweg ist zu weit, um noch ein paar Cent bei der nächsten Tankladung zu sparen. In einem Thema versagt der smarte deutsche Verbraucher jedoch kläglich: dem Stromanbieterwechsel. Seit mehr als zwanzig Jahren kann man den Stromanbieter wechseln. Trotz vieler hunderte Euro Sparpotenzial und der Tatsache, dass uns in den kommenden Tagen die nächste Flut an Strompreiserhöhungen erreicht, ist das Beharrungsvermögen der Deutschen in diesem Markt schier unerschöpflich. Die Verhaltensökonomie liefert Aufschluss darüber, warum wir in einigen Lebensbereichen alles andere als smart sind.

Der vermeintlich smarte deutsche Verbraucher

Dan Ariely, Professor an der Duke University und viel zitierter Buchautor, forscht seit Jahren darüber, warum wir Verbraucher in einigen Lebensbereichen sehr gute Entscheidungen treffen, in anderen unser Entscheidungsvermögen jedoch kläglich versagt. Ein ganzer Wissenschaftszweig namens Verhaltensökonomie beschäftigt sich mit diesem Phänomen des irrationalen Handelns. Stichworte wie “Verlustaversion” oder “Status Quo Verzerrung” geben Aufschluss darüber, warum uns gewisse Handlungen so schwer fallen, während wir beim Supermarkteinkauf oder an der Tankstelle wie selbstverständlich sehr preisbewusst agieren. Das Thema Verlustaversion erklärt, warum es für uns so schwer ist etwas aufzugeben, was wir bereits besitzen. Dabei reicht bereits lediglich das vage Gefühl, potenziell etwas aufgeben zu müssen. So auch beim Stromanbieterwechsel, bei dem sich viele nicht sicher sind, ob sie etwas verlieren könnten, indem sie zu einem neuen Anbieter wechseln. Obwohl dies nicht der Fall ist, reicht die latente Sorge darüber, um keine Handlung zu vollziehen — trotz vieler hunderte Euro Mehrkosten, die man als vermeintlich smarter Verbraucher damit schultert. In Verbindung mit der Status Quo Verzerrung, der bisherigen Situation mehr Wert beizumessen als einer neuen potenziell deutlich attraktiveren Alternative, führt dies im Strommarkt dazu, dass in den letzten 20 Jahren seit Marktliberalisierung gerade einmal 31% der Haushalte in Deutschland ihren Stromanbieter gewechselt haben. Und gleichzeitig optimieren wir unsere Tankstellenfahrten akribisch, um ja nicht zu viel berechnet zu bekommen.

Das Geschäft mit Trägheit

Dieses irrationale Verhalten von uns Verbrauchern führt nicht zwangsläufig zu einem Problem. Wäre da nicht die Tatsache, dass sich Anbieter unserer Handlungsschwäche bewusst sind. Diese lädt Anbieter förmlich dazu ein, auf unsere Kosten zu optimieren. Viele Anbieter haben wie selbstverständlich Tarifangebote im Markt etabliert, die wechselwillige Kunden belohnen während sie ihre treuen Kunden bestrafen. Jene treuen Kunden, die sich noch immer in den teureren Grundversorgertarifen befinden, zahlen nicht selten zwei- bis dreihundert Euro mehr als Neukunden. Solange Verbraucher dieser Preispolitik passiv gegenüberstehen, ist es für Stromanbieter deutlich lukrativer, ihren langjährigen Kunden auch weiterhin einen hohen Aufschlag zuzumuten. Laut einer Berechnung von WIK-Consult im Auftrag von Check24 entstehen allen Verbrauchern, die sich noch immer beim Grundversorger befinden, in Summe Mehrkosten von 4,1 Mrd. Euro pro Jahr. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass Anbieter die Trägheit von uns deutschen Verbrauchern zu schätzen wissen und wenig Interesse haben, dass sich daran etwas ändert.

Stiftung Warentest: Tarifaufpasser als smarte Helfer

Mittlerweile haben einige Unternehmen diesen blinden Fleck von uns Verbrauchern entdeckt und versuchen uns vor den teuren Folgen unserer Trägheit zu bewahren. Diese sogenannten Tarifaufpasser richten sich an alle, die keine Lust haben, sich jedes Jahr mit ihrem Strom- oder Gastarif zu beschäftigen. Im Gegensatz zu den klassischen Vergleichsportalen steht hier nicht ein einmaliger Anbieterwechsel im Vordergrund, sondern die kontinuierliche Tarifoptimierung. Dazu prüfen diese Tarifaufpasser jedes Jahr rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist alle Tarifangebote im Markt und optimieren den eigenen Tarif vollautomatisch. Auch im Falle von Preiserhöhungen, wie sie in den kommenden zwei Wochen einem Großteil der Deutschen ins Haus stehen, werden diese Tarifaufpasser automatisch aktiv und schützen Stromkunden vor dem Kostensprung durch eine Tarifoptimierung. Stiftung Warentest hat diese Tarifaufpasser einem Langzeittest unterzogen und kam dabei zu einem klaren Fazit: “Das ist bequem und lohnt sich”. Die vier Dienstleister ​ esave​ , SwitchUp.de​ , ​ Wechselpilot​ und ​ Wechselstrom​ wurden von Stiftung Warentest als “sehr empfehlenswert” eingestuft. Während die meisten Tarifaufpasser für ihre Dienste einen Prozentsatz der Ersparnis als Gebühr berechnen, ist unter den als sehr empfehlenswert bewerteten Diensten mit SwitchUp.de, dem Marktführer laut Stiftung Warentest, auch eine kostenfreie Lösung verfügbar.

Die Macht der Verbraucher

Genauso wie bei unseren Kaufentscheidungen im Supermarkt, die kosteneffiziente Handelsketten hervorgebracht haben, oder unserem Umweg zur nächsten Tankstelle, prägen unsere Handlungen die Preispolitik von Anbietern. Ebenso ermuntert unser passives Verhalten beim Stromwechsel Anbieter auch künftig, ihren Profit auf unsere Kosten zu optimieren. Die größten Leidtragenden: die rund 12 Millionen Haushalte, die sich noch immer in den vergleichsweise teuren Grundversorger- tarifen befinden. Laut einer aktuellen Erhebung von Check24 zahlt eine Familie mit 5000 kWh Verbrauch im Grundversorgertarif im Schnitt 215 Euro mehr im Jahr als beim günstigsten Alternativanbieter. Doch damit nicht genug. Marktexperten gehen für das kommende Jahr von einer durchschnittlichen Erhöhung der Strompreise von rund 1,5 Cent je kWh aus, was bei 5000 kWh Verbrauch Zusatzkosten von 75 Euro zur Folge hätte. Wenn wir bei der anstehenden Welle an Preiserhöhungen auch weiterhin den Kopf in den Sand stecken und einmal mehr dem Umweg zur nächsten Tankstelle den Vorzug geben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir für unsere Trägheit auch weiterhin kräftig zur Kasse gebeten werden.

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