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Wieder mehr Zuversicht, aber noch viel Verunsicherung bei Südwestbetrieben

Hafen und Wirtschaftf ©Gerald Kaufmann

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Handel

Die Geschäfte im Handel stabilisieren sich. Dabei erholt sich der Großhandel etwas schneller als der Einzelhandel. Zwar ist der Abwärtstrend bei den Erlösen vieler Großhändler noch nicht gestoppt, insbesondere bleibt das Auslandsgeschäft angespannt. Die Bestelleingänge nehmen aktuell jedoch kaum noch ab: 29 Prozent der Unternehmen melden fallende, 24 Prozent zunehmende Orders. Der Blick nach vorn bleibt verhalten. 24 Prozent der Großhändler hofft auf eine weitere Verbesserung ihrer Geschäfte, 23 Prozent befürchten hingegen erneute Rückschläge.

Auch im Einzelhandel sind Unzufriedenheit und Skepsis zurückgegangen. Die Umsatzverluste schlagen jedoch weiterhin in stärkerem Maße negativ zu Buche als im Großhandel. Hygienevorschriften, Maskenpflicht und Abstandsgebote schmälern das Einkaufserlebnis für die Kundschaft und damit deren Bereitschaft, die Läden vor Ort aufzusuchen. Fast vier von zehn Einzelhandelsunternehmen erwarten weiter fallende Umsätze, fast genauso viele stagnierende Erlöse. Die jüngst wieder steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen beunruhigen viele Einzelhändler, die Pandemie bleibt das größte Konjunkturrisiko. 78 Prozent der Betriebe sehen in ihr ein Risiko für die eigenen Geschäfte - anders als in den meisten anderen Branchen hat die Bedeutung der Pandemie als Risiko im Einzelhandel gegenüber dem Sommer nochmals leicht zugenommen.

Hotellerie, Gastronomie

Zunächst mussten die Hotels und Gaststätten schließen, seit der Wiedereröffnung unterliegen sie strengen Hygiene- und Abstandsregeln, die eine Rückkehr zu normalen Gästezahlen unmöglich machen. Der Ausbau der Außengastronomie, sowie des Lieferservice, konnten das nur in geringem Maße kompensieren. Hotels und Gaststätten in Urlaubsregionen haben im Sommer von dem Trend zum Inlandstourismus profitieren können, auf Geschäftskunden spezialisierte Hotels und Gasstätten schauen dagegen weiterhin in die Röhre. Unterm Strich wird die Pandemie in diesem Jahr zu kräftigen Verlusten führen: 41 Prozent der Betriebe rechnen damit, dass ihre Umsätze in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent hinter ihrem Vorjahresniveau zurückbleiben werden, 37 Prozent rechnen mit Einbußen von 25 bis 50 Prozent, 16 Prozent mit um 10 bis 25 Prozent geringeren Umsätzen. Das zehrt am Eigenkaptal (63 Prozent) und führt in fast jedem zweiten Betrieb zu Liquiditätsengpässen. Viele Hotels und Gaststätten befinden sich in einer existenzbedrohenden Lage und ohne Aussicht auf baldige Besserung. 57 Prozent der Hotels und 63 Prozent der Gaststätten blicken pessimistisch nach vorn. Zuversichtlich sind 22 Prozent der Hoteliers, unter den Gastwirten lediglich knapp zehn Prozent. Ohne eine Fortsetzung der staatlichen Unterstützung droht eine Insolvenzwelle im Winter.

Der Weg zurück zu einer normalen Geschäftstätigkeit ist für das Hotel- und Gaststättengewerbe somit noch weit. Ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer Rückkehr zur Normalität erst nach 2021, 13 Prozent haben die Hoffnung ganz aufgegeben. In der Gesamtwirtschaft tun dies nur 17 beziehungsweise sieben Prozent. Entsprechend sind weitere Kürzungen bei Investitionen und Beschäftigung für die Mehrheit der Betriebe unvermeidbar.

Dienstleistungen

Die Stimmung unter den Dienstleistern hat sich seit dem Corona-Tief im Sommer aufgehellt. Die Lageurteile fallen besser aus, der Rückgang des Auftragsvolumens hat sich etwas verlangsamt. Der Anteil der Unternehmen mit Umsatzverlusten ist von 50 auf 36 Prozent gesunken, die Zahl der Betriebe mit gleichbleibenden Erlösen hat um neun Prozentpunkte auf 43 Prozent zugelegt, Umsatzzuwächse melden 21 Prozent der Dienstleister (im Sommer 2020: 16 Prozent). Angespannt bleibt die aktuelle Situation pandemiebedingt im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Messe- und Veranstaltungswesen, in der Werbewirtschaft, in der Zeitarbeit sowie bei vielen Anbietern personenbezogener Dienstleistungen. Merklich besser laufen die Geschäfte der kaufmännischen und rechtlichen Berater, in der Immobilienwirtschaft, bei den Architekten und Ingenieursdienstleistern, bei Banken und Versicherern sowie im ITK-Service.

Auch die Geschäftserwartungen fallen im Herbst 2020 freundlicher aus. Der Anteil der skeptischen Unternehmen ist seit dem Sommer um 15 Prozentpunkte auf aktuell 29 Prozent zurückgegangen. Die meisten der zuvor skeptischen Betriebe hegt jetzt gleichbleibende Erwartungen (45 Prozent, plus zwölf Prozentpunkte). Der Anteil der Optimisten hat sich dagegen nur leicht erhöht, von 23 auf 26 Prozent. Besonders zuversichtlich ist die Zeitarbeit: Ausgehend von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau zieht die Nachfrage wieder an. Schlecht bleibt die Stimmung dagegen unter den Hoteliers und Gastwirten. Bei den Finanzdienstleistern drückt die steigende Risikovorsorge die Stimmung. Die Investitions- und Beschäftigungspläne fallen nicht mehr so negativ aus wie im Sommer, sie bleiben jedoch zurückhaltend.

Bauwirtschaft

Die Baukonjunktur hat zwar in den Sommermonaten Federn lassen müssen, die Geschäfte laufen jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Vor allem der private Wohnungsbau bleibt eine wichtige Stütze. Knapp sechs von zehn Betrieben geht es gut, unzufrieden sind lediglich drei Prozent.
Die Geschäfte zumindest auf dem bisherigen Niveau zu halten, trauen sich im Herbst 2020 wieder mehr Betriebe zu, ihr Anteil stieg von 53 auf 67 Prozent. Mit Verschlechterungen rechnet aktuell ein Drittel der Bauunternehmen, im Sommer war noch die Hälfte der Betriebe pessimistisch.

Die Gesamtergebnisse der BWIHK-Konjunkturumfrage sowie Analysen nach Branchen und spezielle Aspekte der konjunkturellen Entwicklung (zum Beispiel Investitionen und Arbeitsmarkt) stehen im Konjunkturportal der IHKs des Landes bereit unter: www.konjunktur.ihk.de.

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