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Wieder mehr Zuversicht, aber noch viel Verunsicherung bei Südwestbetrieben

Hafen und Wirtschaftf ©Gerald Kaufmann

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BWIHK: Wirtschaft noch lange nicht auf Vorjahresniveau

Stuttgart  – Teile der Wirtschaft in Baden-Württemberg blicken wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Die Lage ist jedoch weiterhin von Verunsicherung geprägt. Das zeigen die Angaben der Betriebe zu Beschäftigung und Investitionen in der aktuellen Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), an der sich rund 3.800 Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen im Südwesten beteiligt haben. Demnach hat sich die Lage der Unternehmen im Südwesten gegenüber dem Sommer leicht verbessert. Jedoch befindet sich die Wirtschaft des Landes noch lange nicht auf Vorkrisenniveau.
“Der Weg zurück zur Normalität bleibt steinig und lang“, kommentiert Marjoke Breuning, BWIHK-Vizepräsidentin und Präsidentin der Industrie und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, der im BWIHK für volkswirtschaftliche Fragen zuständigen Kammer, die Umfrageergebnisse.

Während über 40 Prozent der Unternehmen im Sommer ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bewerteten, sind es aktuell nur noch 29 Prozent. Fast genauso viele geben an, dass es ihnen gut ginge. Die Nachfrage stabilisiert sich in vielen Branchen, die Auslastung der personellen und maschinellen Kapazitäten nimmt wieder zu. Das hat auch zur Aufhellung der Stimmung beigetragen. Mit einer positiven Entwicklung ihrer Geschäfte rechnen 29 Prozent der befragten Unternehmen (im Sommer 2020: 22 Prozent). Skeptisch blicken weiterhin 26 Prozent der Betriebe (zuvor 43 Prozent). „Unsere Unternehmen spüren, dass es langsam wieder aufwärts geht. Aktuell wieder steigende Infektionszahlen schüren jedoch die Verunsicherung“, so Breuning. Sieben von zehn Betrieben sehen laut Umfrage in der Corona-Pandemie weiterhin ein Risiko für die eigenen Geschäfte. Ein Viertel der Unternehmen arbeitet bereits wieder auf Vorkrisenniveau oder darüber. Ein Drittel hofft, im kommenden Jahr wieder zur Normalität zurückkehren zu können, für 22 Prozent wird es voraussichtlich noch viel länger dauern. Zwei Drittel der Betriebe gehen zudem davon aus, dass die bereits erlittenen Umsatzverluste bis zum Jahresende nicht mehr ausgeglichen werden können. 16 Prozent erwarten für 2020 um 25 bis 50 Prozent geringere Erlöse als im Jahr 2019, knapp sieben Prozent befürchten noch höhere Einbußen.

Diese Verluste gehen in vielen Unternehmen an die Substanz. 30 Prozent der Betriebe geben an, dass die Corona-Pandemie zu einem Rückgang ihres Eigenkapitals geführt hat. Jedes fünfte Unternehmen meldet Liquiditätsengpässe. Die betroffenen Betriebe sehen sich häufig dazu gezwungen, ihre Investitionsbudget zu kürzen sowie ihre Belegschaften zu verkleinern. Folglich bleiben die Investitions- und Beschäftigungspläne der Wirtschaft für die nächsten 12 Monate zurückhaltend, auch wenn sie merklich freundlicher ausfallen als noch im Sommer dieses Jahres. Mehr als ein Zehntel erwartet steigende Beschäftigungszahlen (im Sommer noch 8 Prozent). Auch die Bereitschaft zu Investitionen stieg im Vergleich zum Somme um 5 Prozentpunkte. Acht von zehn Betrieben nutzen vor allem die Kurzarbeit, um ihre Fachkräfte über die Durststrecke hinweg halten zu können. Auch den Fachkräftemangel nennen wieder mehr Unternehmen als Geschäftsrisiko. Über ein Drittel der befragten Betriebe hat offene Stellen, für die sie keine geeigneten Fachleute finden können.
Blick in die Branchen

Industrie

Der Lockdown und die Schließung von Grenzen in vielen Ländern hatte globale Lieferketten unterbrechen sowie die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen aus Baden-Württemberg einbrechen lassen – viel stärker als in anderen Wirtschaftszweigen. In der Folge ist auch das Inlandsgeschäft auf Talfahrt gegangen. Produktion und Auslastung sind auf neue Tiefstände gefallen. Das gilt insbesondere für die Hersteller von Maschinen, Ausrüstungen und Fahrzeugen.

Aus diesem tiefen Tal hat sich die hiesige Industrie im Herbst 2020 ein gutes Stück herausgearbeitet. Die Aufträge aus dem In- und Ausland nehmen in einer wachsenden Zahl von Betrieben und Industriezweigen wieder zu. Die Produktion hat zugenommen. Die Auslastung ist in der Folge von 66 Prozent im Sommer 2020 auf aktuell 75 Prozent gestiegen, jedoch ist sie weiterhin weit von ihren Vorkrisenniveaus entfernt (83 Prozent zu Jahresbeginn 2020). Verbesserte Absatzperspektiven im In- und Ausland - Impulse sollen vor allem aus Asien und der Eurozone kommen - haben die Zuversicht zurückkehren lassen. Während im Sommer noch der Pessimismus dominierte, stehen im Herbst in der Südwestindustrie vier optimistische Unternehmen zwei skeptischen Betrieben gegenüber. Optimistischer als die Industrie im Durchschnitt schauen die Fahrzeugbauer dank wieder steigender Zulassungszahlen auf die kommenden Monate. Skeptischer beurteilen die Maschinenbauer ihre Perspektiven. Sowohl die Pandemie als auch die weiterhin ungelösten handelspolitischen Konflikte halten die Unsicherheit auf hohem Niveau. Hinzu kommt die wachsende Zahl von Risikogebieten im In- und Ausland, die es den Unternehmen erschweren, fertige Maschinen und Anlagen bei ihren Kunden zu installieren. Deshalb bleiben die Planungen der Südwestindustrie für die nächsten zwölf Monate zurückhaltend: Mit einem Anteil von 43 Prozent haben mehr als doppelt so viele Betriebe ihre Budgets für Inlandsinvestitionen gekürzt als erhöht (19 Prozent). Auch der Personalbedarf nimmt weiterhin ab. Vier von zehn Unternehmen sehen sich zu einem Stellenabbau gezwungen, lediglich acht Prozent planen zusätzliche Einstellungen.

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