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Tag der Depression am 1. Oktober 2015

Selbsthilfe sieht nur langsamen Rückgang der Stigmatisierung

Konstanz. Zum „Tag der Depression“ am 1. Oktober 2015 erinnert die Selbsthilfeinitiative für Depressionen, Ängste, psychosomatische Störungen und Zwangserkrankungen im Landkreis Konstanz an die weiterhin bestehende Stigmatisierung von Menschen mit seelischen Leiden. Wie der Leiter der Gruppe, Dennis Riehle, ausführt, ist trotz der zunehmenden öffentlichen Wahrnehmung und Berichterstattung über das Thema „Depression“ noch immer ein großer Vorbehalt gegenüber der Erkrankung existent: „Die häufigsten Anliegen, die uns bis heute von Betroffenen erreichen, drehen sich um die Frage, wie mit der Depression im Umfeld am besten umgegangen werden sollte.

Das macht deutlich, dass das Störungsbild selbst in Freundeskreis und Familie nicht selten einem Tabu unterliegt“. Dass Betroffene gar im geschützten Rahmen wie der Selbsthilfe nur ungern von ihrer Depression berichten, zeigt sich laut Riehle daran, dass häufig von „BurnOut“, „Erschöpfung“ oder einem „Durchhänger“ gesprochen wird – auch dann noch, wenn die Depression bereits voll ausgeprägt ist und ihre Symptomatik weit über ein temporäres „Tief“ hinausgeht: „Die Scham ist groß, weil die Erkrankten ihre Depression oftmals als persönliches Versagen einstufen. Deshalb offenbaren sich gerade Männer auch erst unter erheblichem Leidensdruck, da sie befürchten, mit dem Bekenntnis zur Depression eine Schwäche zu zeigen“.

Die Tendenz, wonach die Zahl der Betroffenen kontinuierlich ansteigt, vermag auch der Gruppenleiter nicht verneinen: „Seit Beginn meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Selbsthilfe haben sich die jährlichen Hilfsgesuche etwa vervierfacht. Allerdings ist damit nicht zwingend gesagt, dass tatsächlich mehr Menschen an Depressionen erkrankt sind. Viel eher können wir glücklicherweise doch feststellen, dass sich Erkrankte rechtzeitiger bei uns melden als früher. Die Hürden sind zwar weiterhin hoch; die Aufklärungsarbeit zeigt aber langsam ihre Blüten“. Dagegen ist die Teilnahme an den Gruppentreffen seit Jahren rückläufig: „Selbsthilfe hat sich verändert. Menschen sind seltener bereit, sich mit den Problemen Anderer zu befassen – obwohl gerade der Erfahrungsaustausch der Kerngedanke der Gruppe ist. Viel eher steht das eigene Leiden im Mittelpunkt, es wird individuelle Beratung gewünscht, ohne sich dabei den Umstand zu machen, regelmäßig an der Selbsthilfegruppe teilzunehmen oder Verantwortung zu tragen“.

Die Entwicklung werde laut Riehle vor allem auch durch das Internet und die sozialen Netzwerke vorangetrieben: „Da kann man von der Couch aus an einer virtuellen Gruppe teilnehmen, im Forum mitmachen oder die Gedanken per Kurznachricht austauschen. Diese Bequemlichkeit ist zwar überhaupt nicht im Sinne der Selbsthilfebewegung, die wir aus ihren Anfängen in den 1970er-Jahren kennen; denn damals lebte sie gerade von dem realen Begegnen Betroffener, das auch die Möglichkeit bot, rasch aufeinander einzugehen. Tatsächlich müssen wir aber akzeptieren, dass sich der Bedarf ändert. Entsprechend liegt meine größte Aufgabe heute im Beantworten von Telefonaten, Briefen und Mails“. Gerade bei psychischen Erkrankungen zementiere die Mentalität der Selbsthilfe in den eigenen vier Wänden die ohnehin oftmals bestehende soziale Isolation, Ängste oder Kontaktschwierigkeiten, meint Riehle. „Mir ist es aber allemal lieber, wenn sich die Betroffenen überhaupt durchringen, mit ihren Fragen, dem Wunsch des Gehörtwerdens oder ihren Nöten auf uns zukommen – und wir mit den Erfahrungen aus unserer eigenen Betroffenheit Unterstützung leisten oder an Fachpersonen vermitteln können“, so der Gruppenleiter abschließend. 

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