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Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Die Johanniter raten: Sofort den Notarzt rufen

Stuttgart. In Deutschland erleiden jährlich rund 270 000 Menschen einen Schlaganfall, darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin. Schlaganfälle sind die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter und treffen die meisten Opfer völlig überraschend. Gerade deshalb ist es wichtig, entsprechende Vorsorge zu betreiben und im Fall der Fälle schnell zu handeln.

Zwei unterschiedliche Krankheiten des Gehirns werden unter dem Sammelbegriff "Schlaganfall" zusammengefasst. "Ausgelöst wird ein Schlaganfall in vier von fünf Fällen durch den Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes durch ein Blutgerinnsel. In den übrigen Fällen ist eine Hirnblutung die Ursache", erklärt Dr. Harald Genzwürker, Landesarzt der Johanniter-Unfall-Hilfe in Baden-Württemberg.

"Weil Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, beginnen sie abzusterben - mit weitreichenden Folgen beispielsweise für Sprachvermögen und Bewegungsfähigkeit." Vom Säugling bis zum Greis kann ein Schlaganfall grundsätzlich jeden treffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich an.

Typische Symptome für einen Schlaganfall müssen nicht immer auffallen und können leicht übersehen werden. Neben Sehstörungen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Arm, Bein oder im Gesicht gehören auch plötzliche starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu den unspezifischen Symptomen. Fast sichere Anzeichen sind Lähmungen einer ganzen Körperhälfte sowie Sprach- und Sprechstörungen.

 "Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss schnell gehandelt und unter der Nummer 112 der Rettungsdienst alarmiert  werden", rät der Landesarzt. "Nur so können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet und spätere Beeinträchtigungen gemindert werden." Bis der Notarzt eintrifft, helfen einige einfache Maßnahmen: den Betroffenen beruhigen, für frische Luft sorgen, auf eine bequeme Lage achten und beengende Kleidung lockern. Wenn der Patient noch spricht, wird der Oberkörper leicht erhöht. "Nichts zu essen oder zu trinken geben, daran könnte der Patient ersticken", warnt Genzwürker. Ist der Patient bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Ist er bewusstlos und atmet nicht (oder nicht normal), sollte mit einer Wiederbelebung begonnen werden.

Wie bei den klassischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es auch beim Schlaganfall Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und erheblicher Alkoholkonsum. Diese fördern die sogenannte Arteriosklerose, bei der die Gefäßwände starr und ihre glatte Innenwand rau werden, was Ablagerungen und gefährliche Blutgerinnsel begünstigt. Wer regelmäßig Blutdruck und Cholesterinspiegel kontrollieren lässt, bei erhöhtem Cholesterinspiegel auf cholesterinarme Ernährung achtet, Stress vermeidet, nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, für ausreichend Bewegung sorgt, sich mit viel frischem Obst und Gemüse und wenig Fett gesund ernährt, der vermindert sein Schlaganfallrisiko.

Die Johanniter empfehlen eine regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen, um im Ernstfall richtig helfen zu können. Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/erstehilfe oder telefonisch unter gebührenfreier Servicenummer 0800 0191414.

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