Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!

 

Satire: Persönliche Integrität ist Richtschnur für seriöse Kritik

Zwischenruf

Ich gebe zu: Jan Böhmermann war für mich noch nie ein Sympathieträger. Aber das will er auch nicht sein. Er möchte provozieren. Und das tut er seit langem in scharfzüngiger Weise. Schon bisher empfand ich seine Art von „Satire“ teilweise überaus grenzwertig, aber im Zuge des Hinweises auf Kunst-, Meinungs- und Medienfreiheit galt auch für mich: Im Zweifel für den Angeklagten. Doch dieses Mal hat Böhmermann wohl nicht nur für mich den Bogen überspannt. Mit seinem Gedicht zu Erdogan schaffte er es zwar in die Schlagzeilen – das wollte er wahrscheinlich auch. Doch ob die Aktion dieses Mal so rühmlich ausgeht, wie sich Böhmermann das wohl erhoffte, wage ich zu bezweifeln.

Viele fragen: Warum darf er nicht, wenn doch die Kollegen des NDR mit ihrem Song über den türkischen Staatspräsidenten in Deutschland keinen Ärger für ihre Form der Kritik befürchten müssen und dafür sogar aus höchsten Kreisen in Schutz genommen werden? Tucholsky war es, der 19191 davon sprach, dass Satire „alles“ dürfe. Nein, da hatte er unrecht. Zumindest in unserem heutigen demokratischen Rechtsstaat kann solch eine pauschale Aussage nicht mehr gelten. Denn wo kämen wir mit diesem Denken hin? Dann müssten wir die Paragrafen zu Beleidigung und übler Nachrede auch abschaffen, könnten wir im Zweifel doch alles Anstößige unter dem Deckmantel der „Kunst“ für legitim erklären. Und was für eine Gesellschaft wäre das, in der jeder nach Belieben mit Worten aufeinander einhauen würde?

Böhmermann stellte seine Aussagen unter den Titel der „Schmähkritik“. Dünnes Eis, wie ich finde. Denn seine Worte waren weitaus mehr. Der Unterschied zu „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ aus der ARD ist recht eindeutig: Hatte man dort das politische Handeln, die Denkweise, die Weltanschauung und die Überzeugungen des türkischen Staatsoberhauptes angeprangert, überschritt Böhmermann eine Grenze, die für mich als Leitlinie bei aller Satire gilt: die persönliche Integrität. Sie ist unantastbar, denn die Ehre eines Menschen schützt nicht nur der Pressekodex, sondern auch das Grundgesetz. Respekt vor einer Persönlichkeit zu haben, das bedeutet nicht, ihr Wirken oder ihren Charakter gutzuheißen, aber ihre menschliche Unversehrtheit zu achten. Das hat Böhmermann leider bist heute nicht verstanden.

Und nicht nur, dass Witze über Geschlechtsteile und Ziegen niveaulos sind. Im Gedicht von „Neo Magazin Royale“ wird ein Mensch in seinen unabänderlichen, evolutionär bedingten Eigenschaften angegriffen, die nichts mit dem zu tun haben, was eigentlich Gegenstand der Kritik ist. Es mag für Böhmermann lustig sein, sich solche weichen Ziele bei seiner Denunziation auszusuchen. Mir zeigt seine Art von Humor eher, dass er offenkundig nicht zu seriöser Satire in der Lage ist und möglicherweise die inhaltliche Auseinandersetzung mit Erdogan auf künstlerische Art und Weise scheut – oder nicht beherrscht. Eigentlich ein Armutszeugnis für ihn – und das ZDF.

Denn auch wenn wir die Ansichten des türkischen Präsidenten, sein Vorgehen und sein Agieren nicht akzeptieren, hat er als Mensch eine Würde – wie jeder von uns. Das mag uns gefallen oder nicht, aber das ist in unserem Land Standard. Und daran haben wir uns zu halten – denn in der Bundesrepublik können wir stolz darauf sein, dass es anders zugeht als in der Türkei.  Da müssen uns nicht auch noch der Rechtsbrüchigkeit dort anzubiedern versuchen. Denn mit seiner Uneinsichtigkeit erweist Böhmermann Erdogan einen Bärendienst: Letztlich zeigt der selbsternannte Schmähkritiker, dass er auch nicht besser ist als jemand, der Gesetze am Bosporus zu brechen vermag. Einen Spiegel vorzuhalten, das geht anders. Dafür muss man sich nicht auf die gleiche Ebene herunter beugen, sondern aufrichtig bleiben. Das haben die Journalisten bei „Extra 3“ vorbildlich gezeigt.

Und das „Zweite Deutsche Fernsehen“ hat zwar letztlich richtig entschieden, mit der Entfernung des Beitrags ein klares Zeichen zu setzen, an dem sich künftig auch andere Künstler orientieren können. Letztlich muss sich der Sender aber strukturelle Fragen gefallen lassen: Wie ist es möglich, dass der Redakteur, der die Ausgabe des Magazins abnahm, solch einen Text durchwinkte? Fehlen die einheitlichen Vorgaben? Muss künftig die Kontrolle anders organisiert werden? Wieso wird die Sendung zunächst ausgestrahlt – und muss dann komplett und später teilweise wieder aus der „Mediathek“ genommen werden? Peinliche Zustände, die man in Mainz nun aufarbeiten muss…

Tags: Comedy, Recht

Mehr Urlaub für die Ohren

Jan 29, 2018
Logo Radio Sylt
Schwarzwaldradio, Antenne Sylt und Kultradio bringen neue Tourismus-Radiokombi Deutschland auf dem Markt. Bereits seit einigen Monaten fallen die DAB+-Programme Schwarzwaldradio (bundesweit), Antenne…

DIE JUNGEN UNTERNEHMER wählen Paolo Anania

Jan 04, 2018
Vorschlag für die Bildunterschrift: Der neue Regionalvorsitzende von DIE JUNGEN UNTERNEHMER in Niederrhein Paolo Anania. ©DIE JUNGEN UNTERNEHMER/Detlef Ilgner
Paolo Anania: Digitalisierung wird bei uns ganz oben auf der Agenda stehen DIE JUNGEN UNTERNEHMER im Regionalkreis Niederrhein haben den Düsseldorfer Unternehmer Paolo Anania zum neuen…

Theologe für die Fragen der Zukunft

Jan 06, 2018
Gotteshaus
Freiburg / Heidelberg / München / Oberbergen (pef). Der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theologie und praktischer Seelsorge gilt als Kennzeichen für den vor 100 Jahren in Oberbergen…

Bonndorfer Löwe - Kleinkunstpreis - 6 Liedermacher

Jan 10, 2018
20. Januar 2017, Folktreff Bonndorf – Foyer der Stadthalle, 19.30 Uhr (eine Stunde früher als sonst): Kleinkunstpreis Bonndorfer Löwe, Kategorie Singer/ Songwriter. Es treten auf in dieser Reihenfolge: Roger Stein, Stefan Johansson, Jürgen Ferber, Andy Houscheid, Johna und Fee Badenius. Die Künstler sind zum Teil schon mehrfach, teils vielfach ausgezeichnet, alle jedoch Meister ihres Fachs..
Bonndorf - Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für den zweiten Bonndorfer Löwen, der am 20. Januar in der Bonndorfer Stadthalle ausgerichtet wird. Der Folktreff hat den Kleinkunstpreis 2016…

„Christoph 22“ fliegt im vergangenen Jahr 1.629 Einsätze

Jan 25, 2018
ADAC Luftrettung | Uwe Rattay
ADAC Luftrettung legt Einsatzzahlen für Ulm vor ADAC Luftrettung legt Einsatzzahlen für Ulm vor – „Christoph 22“ fliegt im vergangenen Jahr 1.629 Einsätze „Christoph 22“ ist im vergangenen Jahr 1.629…

Auftakt-Workshop der Deutschen Initiative Arthroseforschung

Jan 22, 2018
Schirmherrin der Deutschen Initiative Arthroseforschung: Die ehemalige Gesundheitsministerin und Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Dr. Rita Süssmuth
Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim: Frankfurt – Am 26. und 27. Januar 2018 findet der erste Workshop der Deutschen Initiative Arthroseforschung statt. Im Hörsaal der Orthopädischen…

„Patschifig“ unterwegs von Chur nach St. Moritz

Jan 10, 2018
AlvraGliederzug ©Rhätische Bahn Andrea Badrutt
München/Chur, 10. Januar 2018 (w&p) – Unter dem Motto „patschifig“, dem Bündner Ausdruck für gemütlich oder friedlich, sind ab sofort auf der Strecke Chur - St. Moritz - Chur spezielle…

Versprochen? Gebrochen! Steuerentlastungen bleiben aus

Feb 09, 2018
Keine Steurererleichterung in Sicht
Koalitionsvertrag ist große Enttäuschung für die Steuerzahler Der Koalitionsvertrag zwischen CSU/CDU und SPD ist für den Bund der Steuerzahler eine Enttäuschung. Wichtige Reformen bleiben aus, Bürger…

AUTO BILD KLASSIK: Rallyes starten im Mai und September

Jan 03, 2018
Bei der 7. Bodensee-Klassik 2018 genießen die Teilnehmer einen traumhaften Blick auf die Seen der Gegend | AUTO BILD KLASSIK
Hamburg, 3. Januar 2017 – Sie sind ein fester Termin im Kalender von Oldtimer-Fans: Die Bodensee-Klassik und die Hamburg-Berlin- Klassik – die schönsten Rallyes im Norden und Süden, ausgerichtet von…

Sternsinger zu Gast bei Landrat Dr. Martin Kistler

Jan 05, 2018
Sternsinger und Landrat
Die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen Waldshut haben am 04.01.2018 Landrat Dr. Martin Kistler einen Besuch abgestattet. An den beiden Haupteingangstüren des Landratsamtes brachten…

„Das Glücksgefühl fließt in die Musik“

Feb 06, 2018
Albert Würsch, 44, aufgewachsen in Guatemala und der Schweiz,  ist der Kopf der Band „Al-Berto & The Fried Bikinis“. Der Elektrotechnik Ingenieur ist jeweils ein halbes Jahr auf Reisen, zum Surfen oder zum Bouldern. Dort am rauschenden Meer oder in spannender Höhe mit bester Aussicht entsteht seine Musik, die nichts anderes ist, als die Wiedergabe des jeweiligen Glücksmoments.
Interview mit mit dem Guatemala-Schweizer Albert Würsch von „Al-Berto & The Fried Bikinis“ anlasslich des Folktreff Bonndorf Beim Folktreff spielt am 23. Februar eine Band namens „Al-Berto & The…

Multivisionsshow “Mythische Orte am Oberrhein“

Jan 09, 2018
Münstertal
mit Martin Schulte-Kellinghaus in der KaffeeMühle des Mühlehofs in Steinen Das Land am Oberrhein ist die Regio Trirhena, das Belchenland oder das Dreiland. Beiderseits des Rheins liegen darin…
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen