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Ministerin Razavi besichtigt archäologisches Kleinod in Jestetten

Besuch des Oppidums von Ministerin Razavi in Jestetten

Die sogenannte Denkmalreise des zuständigen Ministers ist mittlerweile eine Tradition. Besucht werden jeweils besondere Denkmalstätten im Land. Am Dienstag kam nun Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, in den Landkreis. Die oberste Denkmalschützerin des Landes besichtigte das keltische Oppidum Altenburg-Rheinau. Ministerin Razavi zeigte sich begeistert von der Geschichte, die im östlichen Landkreis greifbar ist. Zahlreiche Funde und Prospektionsergebnisse aus den letzten Jahrzehnten zeugen von der wichtigsten keltischen Siedlung im süddeutschen Raum. Prof. Claus Wolf, Leiter des Landesamts für Denkmalpflege sprach von einer einzigartigen Stätte. „Nirgends gibt es so detaillierte Spuren spätkeltischer Zeit, die bis in die römische Kaiserzeit reichen.“ Das allermeiste schlummert allerdings im Verborgenen unter der Erde. Lediglich der keltische Schutzwall, der sich quer über die Halbinsel Schwaben erstreckt – im Volksmund Schanz genannt – ist der bis heute sichtbare Rest der ehemaligen Siedlung, die sich vom Wall über die gesamte Halbinsel erstreckte. Bürgermeisterin Ira Schelling betonte bei der Begrüßung, dass sich die Gemeinde durchaus bewusst ist, welcher Schatz auf der Gemarkungsgrenze zur Schweiz liegt

Die bemerkenswerte Siedlung entstand in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. auf den beiden Rheinhalbinseln Au (heute Schweiz) und Schwaben (heute Baden-Württemberg). Mit einer bewehrten Fläche von 233 Hektar (Schwaben) sowie 82 Hektar (Au) umfasste das keltische Oppidum gewaltige Ausmaße. Man geht von bis zu 9.000 Bewohnern dieser Siedlung aus. Es gab eine eigene Münzprägestätte, wovon zahlreiche Münzfunde zeugen. Die Gegend war auch ein bedeutender Handelsplatz.

Bislang schlummert das keltische Oppidum noch in einem sanften Dornröschenschlaf. Es gab zwar schon zahlreiche Untersuchungen, die aktuell durch geophysikalische Prospektionen, welche zerstörungsfrei Strukturen im Untergrund feststellen kann, ergänzt werden, die breite Öffentlichkeit kennt dieses Kleinod jedoch nicht. Daher ist vorgesehen, neben weiteren Forschungsarbeiten durch die Denkmalbehörde, die touristische Erschließung voranzutreiben. Die Gemeinde Jestetten plant – mit der erhofften Unterstützung von Bund und Land -, dieser kulturhistorischen Besonderheit zur angemessenen Bedeutung zu verhelfen.

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